15.06.2020 10:36

Landesweit passieren jährlich rund 600 Unfälle mit Motorrädern – Wenn der Lenker bewusstlos ist, kann der Sturzhelm zum Ersticken führen

Das verlängerte Wochenende nutzen viele Biker, um mit ihren Motorrädern auszufahren. Immer wieder kommt es dabei zu gefährlichen Verkehrsunfällen. Für 18 Personen kam im Vorjahr jede Hilfe zu spät. Im Gegensatz zu PKW- oder LKW-Unfällen ist die Knautschzone meist nur der eigene Körper. Deshalb sind Motorradlenker besonders gefährdet. Wer Erste Hilfe leistet, rettet Leben.

Landesweit passieren jährlich rund 600 Unfälle mit Motorrädern – Wenn der Lenker bewusstlos ist, kann der Sturzhelm zum Ersticken führen
Credit: ÖRK

Nässe, Laub auf der Straße, zu hohe Geschwindigkeit oder ein plötzlich auftauchendes Hindernis. Immer wieder kommt es zu Verkehrsunfällen mit Motorradlenkern. Das Gefährliche dabei: Im Fall des Falles bleiben den Zweiradlenkern nur Bekleidung und Helm als Knautschzone. Vorsichtiges und vorausschauendes Fahren ist für sie vor allem deshalb der beste Unfallschutz. Sollte es trotz allem zu einem Unfall kommen, gilt es Ruhe zu bewahren, die Unfallstelle abzusichern, lebensrettende Sofortmaßnahmen durchzuführen und den Notruf 144 abzusetzen. „Ist der Verletzte bei Bewusstsein, kann man behilflich sein, den Helm vorsichtig zu entfernen. Ist die Person jedoch ohne Bewusstsein, muss der Helm zur Kontrolle der Atmung abgenommen werden“, erklärt Dr. Aichinger Walter, Präsident des OÖ. Roten Kreuzes. Der Helfer kniet dabei oberhalb des Kopfes, ergreift den Helm seitlich und richtet ihn gerade. Nach dem Öffnen des Visiers und des Kinnriemens zieht oder kippt der Ersthelfer den Helm vorsichtig nach hinten. In weiterer Folge stützt man als Helfer mit einer Hand den Hinterkopf, während man den Helm mit der anderen Hand an der Oberkante erfasst, herunterzieht und zur Seite legt. „Ein Sturzhelm schützt den Kopf vor Verletzungen. Er birgt aber auch die Gefahr des Erstickens, wenn ein Motorradfahrer das Bewusstsein verliert!", sagt Aichinger.

 

Rasches und richtiges Eingreifen rettet Leben

Wer Erste Hilfe leistet, rettet Leben. Folgende Hinweise machen das Leisten von Erster Hilfe zu einer sicheren Sache:

  • Wählen Sie den Notruf, wenn Sie sehen, dass sich Menschen in einer Notsituation befinden
  • Leisten Sie Erste Hilfe im Rahmen Ihrer Möglichkeiten
  • Ziehen Sie, wenn möglich, Einweghandschuhe an, um sich vor Ansteckungen zu schützen
  • Holen Sie andere Menschen zur Hilfe, wenn Sie selbst nicht wissen, was zu tun ist
  • Die Herzmassage ist bei Wiederbelebungsmaßnahmen ausreichend. Aufgrund der aktuellen Ansteckungsgefahr kann die Mund-zu-Mund-Beatmung wegfallen

 

Breitgefächertes Online-Angebot als zusätzliche Ergänzung

Ein Erste-Hilfe-Kurs nimmt die Angst, gibt Sicherheit und lohnt sich zu 100 Prozent. Jeder von uns kann in die Situation kommen, Erste Hilfe leisten zu müssen. Nach der coronabedingten Pause startete das OÖ. Rote Kreuz am Freitag, 29. Mai, wieder mit seinem breiten Angebot an Ersthelfer-Kursen. „Das Einzige, was man im Notfall falsch machen kann, ist nichts zu tun“, erklärt OÖ. Rotkreuz-Präsident Dr. Aichinger Walter. Um die eigenen Ersthelfer-Kenntnisse zusätzlich aufzufrischen, verweist das OÖ. Rote Kreuz auf sein breitgefächertes Online-Angebot mit Video-Tutorials, Erste-Hilfe-Tipps usw. Das komplette Kursangebot, alle Termine und die Anmeldung zu Kursen in der Nähe auf www.erstehilfe.at.

 

 

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