07.07.2020 16:20

Gesund durch den Sommer mit dem OÖ. Roten Kreuz

Ab in den Urlaub! Egal, ob alpine Bergtouren, Sommerfrische am Alpensee oder ein familiärer Wanderurlaub in einer der vielen Traumgegenden Österreichs. Sommerurlaub in der Heimat liegt coronabedingt im Trend. Vorsicht! Wanderunfälle, Zeckenbisse und Sonnenbrände können die Ferienlaune trüben.

Gesund durch den Sommer mit dem OÖ. Roten Kreuz
Credit: ÖRK / Thomas Holly-Kellner

Mit dem Auto zum Wandern ins Gebirge, einen Städtetrip per Zug in eine der neun Landeshauptstädte oder zur Sommerfrische aufs Land: Angesichts unsicherer Zeiten plant ein Großteil der Urlaubshungrigen ihre Ferien in Österreich zu verbringen. Trotzdem ist Vorsicht geboten: Laut „Österreichischem Kuratorium für Alpine Sicherheit“ kam es alleine in Oberösterreich im Vorjahr zu 604 Alpinunfällen, der Großteil passierte beim Wandern und Bergsteigen. Immer wieder spielt Übermüdung eine große Rolle und kann in vielen Fällen zu einem Kollaps führen. „Hervorgerufen wird dieser Zustand durch einen plötzlichen Blutdruckabfall und Sauerstoffmangel im Gehirn“ verrät Dr. Aichinger Walter, Präsident des OÖ. Roten Kreuzes.

Wie können wir helfen? Die betroffene Person ansprechen: Wenn diese reagiert, Beine hochlagern. So kommt der Kreislauf in Schwung. Wenn nach kurzer Zeit keine Besserung eintritt, Notruf (144) absetzen.

 

Erste Hilfe bei Sonnenstich

Wenn Urlauber zu viel Zeit in der prallen Sonne verbringen, ist ein Sonnenstich oft unvermeidbar. Typische Anzeichen sind Kopfweh, Übelkeit, ein hochroter Kopf, Fieber, Schwindel und Schüttelfrost. „Bei diesen Warnsignalen muss sofort gehandelt werden. Bringen Sie Betroffene in den kühlen Schatten. Wichtig ist, den Kopf und Oberkörper der Person erhöht zu lagern. Legen Sie zur Kühlung feuchte Tücher auf Stirn und Oberkörper. Wenn nach kurzer Zeit keine Besserung eintritt, holen Sie Hilfe“, erklärt der OÖ. Rotkreuz-Präsident. Eine Kopfbedeckung und ausreichend Flüssigkeitszufuhr helfen, dass es erst gar nicht so weit kommt.

 

Hilfreiche Hausmittel gegen Sonnenbrände

Leichte Sonnenbrände kann man einfach selbst behandeln. „Feuchte Tücher kühlen die betroffenen Stellen und lindern die Schmerzen. Neben Hausmittel wie Milch- oder Topfenwickel helfen auch feuchtigkeitsspendende Lotionen. Achten Sie auch darauf, ausreichend zu trinken!“, empfiehlt Aichinger. Eltern sollten besonders achtsam sein, da Kinderhaut empfindlicher ist: „Sonnenbrände bei Babys und Kleinkindern soll auf jeden Fall ein Arzt untersuchen, unabhängig vom Schweregrad.“ Das gilt auch für Erwachsene, wenn Blasen auftreten. „Der Gang ins Solarium schützt nicht vor Sonnenbränden. Meiden Sie stattdessen die Sonne in den Mittagsstunden, suchen Sie Schatten und tragen Sie mehrmals täglich Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor auf“, so Aichinger.

 

Zecke samt Kopf entfernen

Experten sind sich einig, dass 2020 ein Zeckenjahr wird. Die kleinen Krabbler können die Erreger der Viruserkrankung FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und der Borreliose (bakterielle Erkrankung) übertragen. „Am besten ist es, die Zecke vorsichtig mit einer Pinzette, Zeckenkarte oder Zeckenzange zu entfernen und dabei darauf zu achten, dass das Tier samt Beißwerkzeugen entfernt wird", sagt Aichinger. Bildet sich in Folge ein roter Kreis um die Bissstelle, sollte man einen Arzt aufsuchen. Gegen das FSME-Virus hilft impfen. Bei sofortiger Behandlung mit Antibiotika ist Borelliose gut heilbar. Deshalb ist es ratsam, den Körper nach Waldspaziergängen und nach Aufenthalten im Freien auf Zecken abzusuchen. Je schneller die Zecke nach einem Biss entfernt wird, umso geringer ist die Gefahr einer Erkrankung.

Erste Hilfe zu leisten, lohnt sich zu 100 Prozent

In 99 Prozent der Fälle passiert nichts, aber im Ausnahmefall bereit zu sein lohnt sich zu 100 Prozent. Infos und Termine zu Erste-Hilfe-Kursen an den Rotkreuz-Dienststellen oder online unter www.erstehilfe.at Medizinisch fundierte Auskünfte zu Gesundheitsfragen geben die Mitarbeiter der telefonischen Gesundheitsberatung 1450. Sie sind rund um die Uhr erreichbar und stärken mit ihren individuell auf den Anrufer abgestimmten Empfehlungen die Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung.

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