Abend in der Druckwerkstatt Zein

Badende Frauen am Waldbach 1848 Nach Ferdinand Georg Waldmüller

 

Die Malerei der Romantik, des Biedermeiers und des Klassizismus wird von vielen Kunsthistorikern als Rückschritt in der Geschichte der Malerei bezeichnet, da zu der Zeit bereits einem William Turner mit seiner durchaus abstrakten Malerei der Durchbruch gelang. 

 

Ich bin aber davon überzeugt, dass die Bilder von Caspar David Friedrich, Friedrich Gauermann, Peter von Cornelius oder Friedrich Overbeck und für mich vor allem F. G. Waldmüller eine fantastische Welt wiedergeben, die mit der Abbildung der Wirklichkeit nichts zu tun hat. Keiner dieser Maler arbeitet realistisch. Es sind Traumlandschaften, die bäuerlichen Szenen entsprechen absolut nicht der Realität. Es sind farbenprächtige Illusionen einer verzauberten Welt, die keinesfalls so existiert hat.

 

Die „Badenden Frauen am Waldbach“ sind für mich ein berauschendes Ergebnis aus Traum und Fantasie. Dieses Bild birgt eine große Sehnsucht und Sinnlichkeit in sich. Diese Frauen blicken für mich in die Ewigkeit. Grund genug, dieses Thema aufzugreifen und in meiner Haptik und Gestik zu behandeln. Ich behalte die Grundlinienführung dieses Gemäldes bei und versuche meine Form der sinnlichen Bildgestaltung für den Betrachter sichtbar zu machen.

 

Ich führe in eine zauberhafte Welt voller Energie und Gelassenheit, in eine Welt des Besinnlichen und des Abstrakten, eine Welt der Schönheit.

 

Ich lade Sie sehr herzlich ein, die Unikatgraphiken in der Druckwerkstatt Kurt Zein zu besichtigen und bei der Entstehung der Unikatgraphiken dabei zu sein.

Prof. Christian Kvasnicka

 

 

Nach der letzten Unikatgraphikreihe „Amor“ von Caravaggio (1602) interpretiert Christian Kvasnicka in seiner aktuellen Edition einen weiteren Meilenstein der Kunstgeschichte: „Badende Frauen am Waldbach“ von Ferdinand Georg Waldmüller (1848).

 

Das Besondere an dieser Graphik ist die Monotypie, die für jedes Blatt eigens vom Künstler handbemalt wird und als malerischer Hintergrund dient. Die Technik der Monotypie bietet eine  unvergleichbare Spontanität und Unmittelbarkeit in der Druckgraphik, da direkt mit dem Pinsel oder mit der Spachtel auf die - in dem Fall war es eine Plastikplatte - gemalt wird und die feuchte Farbe in der Radierpresse auf das Papier übertragen wird. Es ist im Prinzip gedruckte Malerei auf Büttenpapier und ermöglicht eine breite Palette an unterschiedlichen Effekten und Ausdrucksmöglichkeiten.

 

Speziell bei dieser Edition ging es darum, die Figuren freizulassen. Dafür wendeten wir einen alten Trick an. Wir machten zuerst einen Umdruck der Strichplatte mit den Figuren auf ein  Seidenpapier, um es seitenverkehrt und geschützt unter die durchsichtige Monotypie-Platte zu schieben. Damit hatten wir die Möglichkeit, auf Grund der Vorlage die exakte Abgrenzung der jungen Frauen vom Hintergrund zu erzielen und schafften damit eine präzise Farbtrennung. Wie charakteristisch für Kvasnickas Werk kommt auch bei dieser Edition der intensiven Farbpalette besondere Bedeutung zu.

Jede Monotypie ist natürlich ein handbemaltes Einzelstück und macht jedes Blatt zu einem 

Original/Unikat.

Kalina Strzalkowski

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