24.03.2009 15:37

Steigende Einsatzzahlen - Konzept für neue Rettungslandschaft präsentiert

Immer mehr Niederösterreicher vertrauen dem breiten Leistungsangebot des Roten Kreuzes. Steigende Einsatzzahlen im Rettungs- und Krankentransportdienst sowie nahezu eine Verdopplung der Zahlen im Bereich Gesundheits- und Soziale Dienste sprechen eine deutliche Sprache. Dennoch zwingen die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zum Umdenken. Daher präsentierten Rot-Kreuz-Präsident Willi Sauer und Rot-Kreuz-Geschäftsführer Andreas Achrainer ein Konzept für eine neue Rettungslandschaft.

Geschäftsführer Andreas Achrainer

"Die Zahlen des Jahres 2008 zeigen uns deutlich, dass wir mit unserem Leistungsangebot richtig liegen“, erklärte Willi Sauer, Präsident des Roten Kreuzes Niederösterreich bei einer Pressekonferenz in St. Pölten. „Immer mehr Menschen setzen auf unsere Hilfe.“ Das betrifft nicht nur den Rettungs- und Krankentransportdienst, wo um 2,2 Prozent mehr Personen betreut worden sind, sondern vor allem auch den Bereich der Gesundheits- und Sozialen Dienste (GSD). „Hier verzeichnen wir mit 22.255 betreuten Personen eine Steigerung von unglaublichen 78,33 Prozent“, betonte Sauer.

 

Auch bei den freiwilligen MitarbeiterInnen gibt es eine erfreuliche Entwicklung: mit 12.382 Freiwilligen sind um 3,27 Prozent mehr beim Roten Kreuz Niederösterreich aktiv als noch 2007 (11.990). Insgesamt wurden im Vorjahr 2,794 Millionen Stunden freiwillig geleistet, das ist eine Steigerung von 3,01 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2,713 Mio. Stunden). „Die neuerliche Steigerung der Stundenleistung der Freiwilligen in Niederösterreich ist nicht hoch genug einzuschätzen“, betonte Sauer.

 

Multipliziert man das mit dem dafür vorgesehenen Stundensatz der Statistik Austria für Ostösterreich, so erhält man einen Wert von unglaublichen 76,3 Mio. Euro. „Dieser Wert allein zeigt die gewaltige wirtschaftliche  Bedeutung des freiwilligen Engagements unserer Mitarbeiter – ganz abgesehen von der oft großen psychischen und physischen Belastung während der Einsätze.“

 

Rettungslandschaft neu – ein Konzept, das Zukunft hat

 

Die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sprechen allerdings eine Sprache für sich. So ist das Rote Kreuz Niederösterreich ebenso mit steigenden Kosten konfrontiert wie die Niederösterreichische Bevölkerung. Gleichzeitig ist aber einnahmenseitig keine Steigerung zu verzeichnen, durch die diese Kosten ausgeglichen werden. „Für uns als Rotes Kreuz ist die nachhaltige Versorgung der Menschen die erste und vorrangigste Aufgabe, der wir auch in Zukunft nachkommen werden. Wir sind die Experten für den Rettungsdienst. Wir haben uns daher auch schon intensiv mit den Möglichkeiten auseinander gesetzt und ein Konzept erarbeitet“, erklärte Geschäftsführer Andreas Achrainer, Rotes Kreuz Niederösterreich. „Unsere Aufgabe ist es, zeitgerecht zu handeln. Denn um eine wirklich nachhaltige Versorgung sicherstellen zu können, muss das Kosten-Nutzen-Verhältnis stimmen.“ Eine langfristige Absicherung könne allerdings nur über eine entsprechende Standortfinanzierung erreicht werden.

 

Mit diesem Maßnahmenpaket will das Rote Kreuz Niederösterreich somit auch weiterhin die Versorgung der niederösterreichischen Bevölkerung sicherstellen. „Wir müssen uns jetzt Gedanken machen, wie es weiter gehen kann und aktiv an einer Rettungslandschaft der Zukunft arbeiten“, erläuterte Achrainer. Zu den nächsten Schritten gehören beispielsweise die klare Definition der Versorgungsqualität im Rettungsdienst unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten, die Klärung der Abgrenzungen zwischen regionaler und überregionaler Verantwortung oder die Einführung eines Aufnahme- & Entlassungsmanagements in den  Krankenhäusern.

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