10.11.2013 13:17

Rotkreuz-Suchhunde: Einsatzbereit für das Ausland

Suchhunde-Staffeln stellen sich strengem Mission Readiness Test - Vom 8. bis 10. November stellen zwölf Rotkreuz-Suchhunde-Teams aus Österreich ihre Fähigkeiten unter erschwerten Bedingungen und nach internationalen Richtlinien unter Beweis.

Rotkreuz-Suchhunde: Einsatzbereit für das Ausland
Foto: RK NÖ/J. Bousek
 
Foto: RK NÖ/C. Tawfik
 
Foto: RK NÖ/C. Tawfik
 
Foto: RK NÖ/J. Bousek
 
Foto: RK NÖ/C. Tawfik
 
Foto: RK NÖ/C. Tawfik

Auf dem Übungsgelände des Bundesheers bei Wiener Neustadt – dem „Tritolwerk“, werden im Zuge des „Mission Readiness Tests“ die HundeführerInnen und ihre Vierbeiner unter realitätsnahen Bedingungen für den Einsatz im ausländischen Katastrophengebiet geprüft.

Die Suchhundestaffeln des Roten Kreuzes werden gerufen, wenn ein Mensch vermisst wird und eine erste Suche erfolglos blieb. Die auch unter erschwerten Bedingungen hohe Erfolgsrate führen die Rotkreuz-SuchhundeführerInnen u.a. auf Ihre gut ausgebildeten Tiere zurück – denn dank dem ausgeprägten Geruchssinn der vierbeinigen Kollegen konnte schon vielen Menschen rechtzeitig geholfen werden. Weltweit sind Suchhunde vor allem bei Katastrophen wie Erdbeben oder Gebäudeeinstürzen, in Österreich in erster Linie bei Lawinen oder zur Suche von vermissten Personen im Einsatz. Um für diese körperlich und psychisch anspruchsvollen Einsätze auch tatsächlich gerüstet zu sein, gehört zu der intensiven Ausbildung der Suchhunde-Teams auch der umfangreiche „Mission Readiness Test“, ein internationaler Einsatztauglichkeitstest. Bei erfolgreichem Absolvieren der Einsatzprüfung qualifizieren sich die Teams für Auslandseinsätze.

„Intensives Training ist der Schlüssel zur Teilnahme an Einsätzen, doch bis dahin ist es ein langer Weg. Rund zwei bis drei Jahre dauert die Ausbildung eines jungen Hundes“, erklärt Jochen Hirschegger, Landeskommandant der Rotkreuz-Suchhunde in Niederösterreich. „Diese Prüfung heute ist eine der schwierigsten überhaupt, denn damit qualifizieren sich Rotkreuz-MitarbeiterIn und Hund für den Auslandseinsatz. Wir sind stolz darauf, dass wir hier in Niederösterreich die Einsatzprüfung für ganz Österreich durchführen. Natürlich sind auch Teams aus Niederösterreich mit dabei, denen wir fest die Daumen drücken.“ Insgesamt treten in diesem Jahr zwölf Teams aus Österreich – sieben aus Niederösterreich, je ein Team aus Oberösterreich, aus Salzburg und aus Tirol sowie zwei Teams aus der Steiermark – zum Mission Readiness Test an.


National werden die Suchhunde am Häufigsten für die Flächensuche eingesetzt. Dabei werden meist Menschen gesucht, die aufgrund von Krankheiten oder Unfällen nicht nach Hause gekommen sind – oder auch ältere Personen, die nicht mehr zurückfinden. Aber auch für die Trümmersuche wird trainiert, beispielsweise zur Suche nach vermissten Personen nach Gebäudeeinstürzen, Gasexplosionen oder international nach Erdbeben. Auf dem anspruchsvollen Übungsgelände im 1916 errichteten und im Krieg zerstörten „Tritolwerk“ finden sich zahlreiche Trümmerfelder. Diese Anlage des Bundesheeres, die dankenswerter Weise dem Roten Kreuz immer wieder zu Übungen und Ausbildungszwecken zur Verfügung gestellt wird, eignet sich daher besonders als Übungsgelände für Katastrophenhilfseinheiten. Dazu werden verschiedensten Einsatzszenarien realitätsnah nachgestellt.

Die heute schon für nationale Einsätze fertig ausgebildeten Suchhunde und ihre menschlichen PartnerInnen erwarten beim „Mission Readiness Test“ neben theoretischen Aufgaben Herausforderungen, wie sie auch im Realeinsatz auf die Teams zukommen: Nacht- und Tagessuchübungen im Trümmerfeld, ein 10km-Belastungs-Marsch und eine Abseilübung. Werden all diese Aufgaben gemeistert erhalten die HundeführerInnen und ihre Partner mit der kalten Schnauze die Freigabe, bei Auslandsmissionen teilzunehmen und im Sinne des Rotkreuzgrundsatzes der Menschlichkeit jenen Hilfe zukommen zu lassen, die sie gerade am meisten benötigen.  

Die Rotkreuz-Suchhunde sind jederzeit einsatzbereit, um nach Katastrophen weltweit innerhalb weniger Stunden vor Ort sein und  helfen zu können und wurden bereits für zahlreiche Einsätze im Ausland angefordert. So waren die niederösterreichischen Suchhundeteams beispielsweise nach den Erdbeben in der Türkei, in Algerien oder im Iran im Einsatz.

Weitere Informationen über die Suchhundestaffel des Roten Kreuzes Niederösterreich unter suchhunde.n.roteskreuz.at

Wr. Neustadt, 9. November 2013


Rückfragehinweis:
Mag. Sonja Kellner, Andreas Zenker, MSc., MBA
Österreichisches Rotes Kreuz, Landesverband Niederösterreich
Presse & Marketing
M: +43/664/84 99 476 | M: +43/664/244 32 42
Pressehotline: 059 144 50050
E: presse(at)n.roteskreuz.at
W: www.roteskreuz.at/noe

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