17.05.2015 20:44

ARCANUS: 1.500 Helfer, 500 Figuranten, 15 Szenarien - eine erfolgreiche Bilanz

Ein Busunglück, in das ausländische Schüler/innen involviert sind, die Evakuierung einer gesamten Ortschaft, das geballte Auftreten mehrerer Notfälle – von einem Zugs-unglück mit Schadstoffkontamination bis zu einem Gasunfall in einem Feriencamp – dies sind nur einige der 15 Großschadensszenarien, die im Rahmen der Bundesübung Arcanus vom Roten Kreuz gemeinsam mit anderen Einsatzorganisationen geübt wurden. Nach einem langen Übungswochenende, das ganz im Zeichen der Zusammenar-beit nationaler wie internationaler Partner stand, zieht das Rote Kreuz nach Abschluss der Übung eine positive Bilanz.

Foto: ÖRK / Fellinger
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Foto: ÖRK / Harringer
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Foto: ÖRK / Krischan
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Foto: ÖRK / Fellner
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„Nach den intensiven Vorbereitungen in den vergangenen Wochen und Monaten kann ich heute sagen: es hat sich jede Minute ausgezahlt“, erklärt Landesrettungskommandant Werner Kraut. „Die Stimmung im Lager war großartig, rund 2.000 Teilnehmer/innen haben sich hier getroffen – Rotkreuz-Mitarbeiter/innen, Figurant/innen, Kolleg/innen der Partnerorgani-sationen wie auch internationale Teilnehmer/innen und Gäste.“ 15 Szenarien hat das Übungsteam vorbereitet: Hauptziel war das Üben des Zusammenwirkens von verschiedenen Einheiten und Organisationen bei der Rettung und Versorgung von Verletzten sowie die Betreuung nicht-verletzter Personen. Aber auch die Koordination von Sondereinheiten wie der Rotkreuz-Suchhunde, der Dekontaminationseinheit oder der Trinkwasseraufbereitung waren Teil der Übung.

„Wir sind da, um zu helfen. Das gilt für die gesamte Rotkreuz-Familie – dazu gehört es aber auch, Abläufe zu üben und die Einsatzbereitschaft jederzeit herstellen zu können“, meint Kraut. „Die Rotkreuz-Bundesübung hat für alle herausfordernde Szenarien geboten – was mich besonders beeindruckt hat ist die hervorragende Zusammenarbeit der verschiedenen Einheiten. Hilfsbereitschaft und kameradschaftliche Kommunikation standen im Vordergrund und auch die schwierigsten Aufgaben wurden nicht nur hoch professionell sondern mit Herz und Begeisterung gelöst.“

Internationale Gäste

Teilnehmer/innen aus zwölf Ländern waren Teil der Bundesübung. Einheiten aus Deutschland und Tschechien beübten Seite an Seite mit den österreichischen Einsatzkräften die Katastrophenszenarien. Zudem waren Gäste und Beobachter/innen aus Rumänien, Ungarn, Deutschland, Tschechien, Slowakei, Kroatien, Frankreich, Italien, Aserbaidschan, Armenien und Georgien angereist. „Für uns ist die Arcanus eine sehr gute Gelegenheit, um international Erfahrungen auszutauschen“, sagte ein Vertreter des Georgischen Roten Kreuzes. Sein Kollege aus Aserbaidschan fügte hinzu: „Bei einer so großen Übung sieht man die Kapazitäten und die technischen Möglichkeiten des Österreichischen Roten Kreuzes. Außerdem ist es schön, so viele Menschen von verschiedenen Organisationen an einem Ort zu sehen, die alle gemeinsam zum Gelingen der Übung beitragen.“

Die Szenarien und Schauplätze

Die 15 Szenarien waren auf Schauplätze im Waldviertel verteilt: Waidhofen, Zwettl, Otten-stein, Gmünd, Schrems oder Horn wurden ebenso zum Mittelpunkt von Katastrophenszena-rien wie gleich mehrere Punkte im militärischen Gebiet rund um Allentsteig. Dabei wurde alles aufgeboten: vom Busunfall mit tschechischen Schüler/innen, über ein Zugsunglück inklusive Schadstoffkontamination, verirrte Gruppen, die durch die Suchhundestaffeln gefunden werden mussten, ein Schiffsunglück am Stausee, Kletterunfälle, die Evakuierung eines Krankenhauses und eines Pflegeheimes bis hin zur Evakuierung eines ganzen Dorfes, bei dem auch die Bewohner/innen selbst mitmachten und in dem groß angelegten Szenario sogar ihre Häuser verließen. Durch die Hochwasserszenarien wurde dann in der Folge das Trinkwasser „verschmutzt“ und die Trinkwasseraufbereitung des Roten Kreuzes stellte auch diese Versorgung wieder sicher.  

Ein Halleneinsturz forderte die eintreffenden Kräfte ebenso wie eine Staubexplosion – aber sogar eine Handgranatenexplosion in einer Diskothek mit zahlreichen verletzten Personen zählte zu den zu bewältigenden Aufgaben. „Ich bin begeistert, wie unsere Helferinnen und Helfer aller Einsatzorganisationen diese wirklich herausfordernden Szenarien gelöst haben“, erklärt Kraut. „Aber ein großes Danke geht auch an unsere Realistiker/innen, die unsere Darsteller/innen lebensecht geschminkt, Wunden ‚vorbereitet‘ und die Figuranten für die Darstellung von Symptomen instruiert haben – sowie den Verletztendarsteller/innen selbst. Es ist großartig, wie diese mitgespielt und damit die Szenarien zum Leben erweckt haben. Da gellten Schrei durch den Wald, kollabierende Menschen mussten versorgt und panische Mitreisende ebenso betreut werden wie die Verletzten selbst. Es macht einen großen Unter-schied für die übenden Einheiten, ob ein Szenario in dieser Form gespielt wird oder nicht. Ein großes Danke an alle, die hier ebenso freiwillig und unentgeltlich wie unsere Helfer/innen mitgemacht haben.“

Zahlen, Daten & Fakten

  • 2.000 Teilnehmer/innen
    Davon:

    • 500 Figurant/innen
    • 56 Suchhunde

  • 70 Zeltplätze im Camp
  • 15 Szenarien, darunter Unfälle mit Zügen, Bussen und auf einem Schiff, Schadstoffaustritte, Explosionen und Evakuierungen.
  • 250 Kraftfahrzeuge + Anhänger
  • 2 Hubschrauber:

    • Alouette des Bundesheeres
    • Christophorus Notarzthubschrauber

  • 8.700 Mahlzeiten
  • 2.500 Semmeln für das Frühstück pro Tag
  • 800 kg Fleisch
  • 100 kg Obst
  • 2.000 Joghurt

 

Vertretene Organisationen

  • Österreichisches Rotes Kreuz        
  • Deutsches Rotes Kreuz        
  • Tschechisches Rotes Kreuz        
  • Feuerwehren        
  • Polizei        
  • Österreichisches Bundesheer
  • Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs
  • Bergrettung
  • Wasserrettung
  • Land Niederösterreich
  • Bezirksverwaltungsbehörden


Das Rote Kreuz kooperierte bei dieser Übung zusätzlich mit dem EU-Projekt SASISA von Joanneum Research. Im Rahmen dieses Projekts werden ferngesteuerte Flugkameras getestet, die der Einsatzleitung bei Katastrophen wichtige Informationen bereitstellen.
Das Bundesheer stellte für die Teilnehmer/innen ein Schulungsangebot für „Minen-Sensibilisierung“ und „Belehrungssprengen“ bereit.


RÜCKFRAGEHINWEIS:
Mag. Sonja Kellner, Andreas Zenker, MSc., MBA
Österreichisches Rotes Kreuz, Landesverband Niederösterreich
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