12.02.2019 15:44

Syrien Jänner 2019

Syrien befindet sich mittlerweile im achten Jahr eines mit unerbittlicher Härte geführten Konflikts. Für die Zivilbevölkerung bleibt die humanitäre Lage weiterhin katastrophal: Über 13 Millionen Menschen sind von humanitärer Hilfe abhängig. Darunter bedürfen rund 5,6 Millionen akut der Nothilfe, zumal sie aufgrund von Vertreibung, anhaltenden Kampfhandlungen und fehlendem Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen ein Dasein in extremer Armut fristen.

Die Infrastruktur im Bereich der Wasser- und Siedlungshygiene wurde durch den Konflikt enorm in Mitleidenschaft gezogen. Wasserversorgungssysteme liegen in Trümmern oder funktionieren nur eingeschränkt, weil z.B. Pumpen zerstört oder demontiert wurden. Anhaltende Vertreibungen setzen die noch funktionierenden Einrichtungen zusätzlich unter Druck. Was die Wasserversorgung betrifft, so sind 14,6 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen. Etwa 35% aller Syrer haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Zwar kann in einigen Gebieten auf alternative Wasserversorgungssysteme zurückgegriffen werden, doch die sind in der Regel teuer.

Familien behelfen sich mit Provisorien, die der Gesundheit abträglich sind. Manche Haushalte wenden bis zu 20% ihres Einkommens auf, um ihren Bedarf von durchschnittlich 57 Liter pro Person und Tag zu decken (Quelle:ACAPS https://www.acaps.org/country/syria/crisis-analysis)

Die Landesregierung Salzburg unterstützt das ÖRK über den Landesverband Salzburg nun mit einer Projektförderung für ein verbesserten Zugang der notleidenden Bevölkerung zu grundlegenden Diensten. Volumen: EUR 538.000, geplante Laufzeit: 18 Monate. 30.000 Menschen im Einzugsgebiet von Al-Fijeh sollen von der Wiederinstandsetzung dringend benötigter humanitärer Infrastruktur profitieren, konkret von der Rehabilitierung der Pumpstation sowie des Grundwasserreservoirs. Da Al-Fijeh zurzeit nicht bewohnt ist und von Trümmern geräumt werden muss, werden in einer ersten Phase jene Gemeinden unterstützt, die Binnenflüchtlinge aufgenommen haben wie Ain al-Khadra. In der Projektplanung wird davon ausgegangen, dass, sobald die Instandsetzungs- und Räumungsarbeiten abgeschlossen sind bzw. Al-Fijeh nach Beseitigung von Blindgängern / explosiven Kampfmittelrückständen sicherheitstechnisch zur Wiederbesiedlung freigegeben ist, die Menschen in ihre Heimatgemeinden zurückkehren, um sich am Wiederaufbau zu beteiligen.

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