16.09.2019 19:56

„Pflege geht uns alle an“

In Österreich werden rund 80 Prozent der Pflegegeldbezieher/innen zuhause gepflegt und betreut – oft sind es auch Kinder und Jugendliche, die sich um ihre kranken Angehörigen kümmern.

„Pflege geht uns alle an“

Dabei nehmen 78 Prozent dieser pflegenden Angehörigen keine professionelle Unterstützung in Anspruch, sondern versuchen diese Herausforderung allein zu bewältigen. Das Rote Kreuz bietet gerade hier zahlreiche Möglichkeiten der Entlastung und Unterstützung.

„Zahlreiche Menschen pflegen und betreuen ihre Angehörigen zuhause und werden dabei mit vielen (neuen) Herausforderungen konfrontiert. Allein in Niederösterreich sind es rund 73.000 Menschen, die ihre Angehörigen Pflegen – 78 Prozent davon tun das allein, ohne jede Unterstützung. Dabei ist klar: Pflege geht uns alle an“, erklärt Präsident Josef Schmoll, Rotes Kreuz Niederösterreich. „Das Rote Kreuz hat es sich zum Ziel gesetzt, durch aktive Aufklärungsarbeit in vielfacher Hinsicht Unterstützung zu geben. Oft sind es schon einfache Tipps, die einiges im täglichen Zusammenleben vereinfachen können.“ Das Rote Kreuz bietet unter anderem für pflegende Angehörige individuelle Einzel- und Familienberatungen und auch Kurse für pflegende Angehörige.

Angehörigenpflege ist vielfältig und lässt sich aus Sicht der Betroffenen nicht leicht an Tätigkeit und Zeit festmachen. Es betrifft meist die gesamte Familie und das unmittelbare soziale Netzwerk. Pflegende Angehörige bleiben auch in der stationären Langzeitpflege pflegende Angehörige. Sie fühlen sich auch weiterhin für ihre Angehörigen verantwortlich, oft auch in der Schuld und übernehmen wichtige Funktionen in der stationären Langzeitpflege bei der psychosozialen Betreuung, indirekt bei Mobilisation und vieles mehr.

Das Rote Kreuz, unterstützt Familien bei diesen Aufgaben: „Wir geben Sicherheit durch unsere Rufhilfe-Geräte, wir unterstützen Selbständigkeit und bieten Komfort mit unseren Pflegebetten oder auch mit einer guten Verpflegung durch Essen zuhause“, erklärt Landesgeschäftsführer Thomas Wallisch, Rotes Kreuz Niederösterreich. „Wir sehen es als unsere wesentlichste Aufgabe, den Angehörigen wie auch den zu pflegenden Menschen zur Seite zu stehen und das für sie sinnvolle und notwendige Unterstützungsangebot zu ermöglichen. Sicherheit, gerade im Alter aber auch bei der pflege jüngerer Menschen, steht dabei in vielerlei Hinsicht im Mittelpunkt.“

Aber noch viele andere Angebote unterstützen im Alltag: der soziale Kontakt für Klienten beim Seniorentreff und mit Besuchs- und Begleitdienst verschafft beispielsweise den Menschen Abwechslung vom Alltag zuhause – und den pflegenden Angehörigen Zeit für sich.

Infos für Pflegende Angehörige: Tel: 059144 50760 oder beratung(at)n.roteskreuz.at

 

 

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