18.04.2020 14:19

Nairobi: ÖRK im Coronaeinsatz

Die Rotkreuz-Familie hält weltweit zusammen, um das Coronavirus in den Griff zu bekommen. Zusätzliche Bedrohung Ostafrikas durch Heuschreckenplage

Nairobi: ÖRK im Coronaeinsatz

Länder auf der ganzen Welt müssen sich derzeit mit dem Coronavirus auseinandersetzen. Das Österreichische Rote Kreuz ist seit den ersten Infektionen in Österreich auf allen Ebenen aktiv, informiert, führt Testungen durch, versorgt Betroffene sowie Menschen in Quarantäne. Zudem stehen Rotkreuz-Experten der Bundesregierung beratend zur Seite, um die Menschen in Österreich bestmöglich zu schützen.

Auch in internationale Agenden rund um COVID-19 ist das ÖRK miteingebunden. Unter anderem werden zwei Rotkreuz-Helfer aus Österreich in den kommenden zwei Monaten in Kenias Hauptstadt Nairobi sein, um die Kolleginnen und Kollegen vor Ort bestmöglich zu unterstützen. Georg Ecker hilft im Bereich der Koordination und Florian Haas, der derzeit als Delegate vor Ort ist, wird das Regionalbüro für Ost-Afrika in seinen Bemühungen gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus unterstützen.


Heuschrecken als zusätzliche Bedrohung für Ostafrika


Eine Heuschreckenplage macht Ostafrika zusätzlich zu schaffen. Zur Größenordnung: Alleine in Äthiopien ist ein Areal von 1.780 km2 befallen. Die Schwärme vernichten auf nur einem 1km2 Nahrung für 35.000 Personen - das Risiko für die Menschen in der Region ist immens hoch.

Die Eindämmungsmaßnahmen der Welternährungsorganisation, die durch das Sprühen von Pestiziden die Plage in den Griff bekommen will, wird durch logistische Probleme in Zusammenhang mit globalen Corona-Interventionen erschwert. Dazu gehören beispielsweise Lieferengpässe bei Pestiziden, Isolation von Personal oder Preissteigerungen. Sollten die Lufteinsätze nicht ausgeweitet werden, gehen Schätzungen davon aus, dass die Heuschreckenschwärme bis Mai/Juni um das zwanzigfache anwachsen können. 

In den betroffenen Gebieten in Somalia, Kenia und Äthiopien sowie Teilen Ugandas und dem Südsudan ist die Nahrungsmittelversorgung von rund 20 Millionen Menschen schon ohne Pandemie prekär. Durch die Corona-Krise leiden viele Menschen zudem unter steigenden Nahrungsmittelpreisen, Versorgungsschwierigkeiten und Einkommenseinbußen. Die Heuschreckenplage verursacht Ernteausfälle, was massive Hungersnöte zur Folge haben könnte. Dies wiederum würde die körperlich geschwächte Bevölkerung noch anfälliger für die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie machen. Die Heuschrecken verstärken so die Auswirkungen der Corona-Krise immens.


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