27.12.2018 14:14

Rotes Kreuz: Erste-Hilfe-Tipps für Silvester

Brandgefährliche Feuerwerkskörper, Finger weg bei Böllern und Raketen die ins Auge gehen – so reagieren Sie richtig

Rotes Kreuz: Erste-Hilfe-Tipps für Silvester

Wien (Rotes Kreuz) – Feiern bis der Arzt kommt. Für viele Österreicher endet die Silvesternacht im Krankenhaus. „Zu den häufigsten Verletzungen zählen Verbrennungen und Hörschäden“, sagt Rotkreuz-Chefarzt Dr. Wolfgang Schreiber.

Verbrennung

Raketen und Knaller können bei falscher Handhabung brandgefährlich werden. „Kühlen Sie die betroffene Stelle für zehn Minuten mit Wasser, das lindert die Schmerzen“, sagt Dr. Schreiber. Das Wasser sollte dabei nicht zu kalt, sondern handwarm sein. Danach die Verbrennung mit einer sterilen Wundauflage abdecken und diese mit Mullbinden locker fixieren. Bei großflächigen Verbrennungen die Rettung unter 144 rufen. In diesem Fall nicht kühlen – sonst besteht Unterkühlungsgefahr.

Augenverletzungen

Feuerwerke können schnell ins Auge gehen. „Entfernen Sie größere Fremdkörper auf keinen Fall selbst. Rufen Sie sofort den Notruf“, sagt Dr. Schreiber. Kleinere Partikel vorsichtig mit einem sauberen Taschentuch oder Wattestäbchen entfernen.

Abgetrennte Finger

Ein Fall für die Rettung sind abgetrennte Finger. Bis zum Eintreffen der Sanitäter die Wunde versorgen und die Blutung mit einem Druckverband stoppen. „Wickeln Sie den abgetrennten Finger in einen möglichst keimfreien Stoff und geben Sie ihn in ein Plastiksackerl“, sagt Dr. Schreiber. Gut geeignet sind das Dreiecktuch oder die Rettungsdecke aus dem Verbandskasten – im Notfall geht auch ein frisch gewaschenes Stofftaschentuch. Hände weg von Eis und Wasser – mit beidem sollten abgetrennte Gliedmaßen nicht in Berührung kommen.

Knalltrauma

Jedes Jahr erleiden rund 1000 Menschen Hörschäden durch Böller. „Hört man plötzlich schlechter und hat Schmerzen im Ohr, können das Anzeichen für ein Knalltrauma sein“, sagt Dr. Schreiber. In diesem Fall ins Ruhige gehen und einen Arzt aufsuchen.

Alkoholnotfall

Zu einer Gefahr kann auch zu viel Alkohol werden. „Ist der Betroffene bewusstlos, bringen Sie ihn sofort in die stabile Seitenlage, machen Sie die Atemwege frei. Sonst besteht Gefahr, dass er am Erbrochenen erstickt. Rufen Sie den Notruf!“, sagt Dr. Schreiber. Dann regelmäßig die Atmung kontrollieren.

Tipps für Vierbeiner

Nicht nur für Zwei-, auch für Vierbeiner ist Silvester eine Ausnahmesituation. „Wenn Silvester vor der Tür steht, ist es besonders wichtig, sich um seinen Hund zu kümmern“, sagt Jochen Hirschegger, stellvertretender Bundeskoordinator der Suchhunde beim Roten Kreuz. „Hunde fürchten sich wenn es draußen kracht und blitzt. Was hilft sind Rückzugsmöglichkeiten, abgedunkelte Fenster, und Musik, die den Lärm von draußen dämpft“, sagt Hirschegger. Er rät dazu, Hunde rund um den Jahreswechsel beim Gassigehen anzuleinen. „Wenn plötzlich etwas explodiert, können Hunde in Panik davonlaufen und nicht mehr zurückkommen. Daher ist eine Leine unbedingt notwendig.“ 

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Fotocredit: ÖRK/M.Hechenberger


Rückfragehinweis:
Vera Mair, M.A.I.S.
Österreichisches Rotes Kreuz
Presse- und Medienservice
Tel.: +43/1/589 00-153
Mobil: +43/664 544 46 19
mailto: vera.mair(at)roteskreuz.at



 

 

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