05.07.2020 11:12

Rotes Kreuz: warnt vor hoher Unfallgefahr im Wasser

Vielen fehlt aufgrund der Corona-Beschränkungen die Übung

Rotes Kreuz: warnt vor hoher Unfallgefahr im Wasser

An heißen Sommertagen ist das kühle Nass eine willkommene Abwechslung – gerade für Kinder und ungeübte Schwimmer lauert hier jedoch eine tödliche Gefahr.


„Das Risiko für Badeunfälle ist heuer besonders groß“, sagt Elisabeth Kellner, Rettungsschwimmexpertin vom Roten Kreuz. „Viele sind ungeübt, weil durch Corona die Schwimmbäder lange zu waren und viele Schwimmkurse ausgefallen sind. Gleichzeitig boomt der Traum vom eigenen Pool.“


Besondere Gefahr für Kleinkinder:

Ertrinken ist die zweithäufigste Todesursache bei Kinderunfällen. „Kleinkinder ertrinken lautlos. Sie können den Kopf nicht über Wasser halten und gehen sofort unter“, sagt Kellner. Kleinkinder sind besonders gefährdet, sie können bereits in zentimetertiefem Wasser ertrinken, Planschbecken, Badewannen oder kleine Teiche werden so zur Gefahr. Damit es nicht soweit kommt, rät die Expertin Kinder in der Nähe von Gewässern ständig zu beaufsichtigen und die Baderegeln zu beachten. „Schwimmhilfen schützen nicht vor Ertrinken, behalten Sie ihr Kind immer im Auge“, sagt Kellner. Tipp: wählen Sie für Ihr Kind Badekleidung in gut sichtbaren Farben.


Jugendrotkreuz vergibt 90.000 Schwimmerabzeichen pro Jahr

„Schwimmen ist überlebenswichtig. Bewegung im Wasser fördert die Gesundheit und macht Spaß. Jedes Kind sollte so früh wie möglich ans Schwimmen herangeführt werden“, sagt Renate Hauser vom Österreichischen Jugendrotkreuz. Die motorischen Voraussetzungen, um richtig zu schwimmen, bringen Kinder ab fünf oder sechs Jahren mit. Das Jugendrotkreuz startet daher bereits in der Volksschule mit der Schwimmförderung. Pro Jahr vergibt das Jugendrotkreuz rund 90.000 Schwimmerabzeichen in Österreich: vom Freischwimmer für Anfänger bis zum Retterschein für Profis.


Richtiges Verhalten bei Badeunfällen:

„Bei Badeunfällen zählt jede Minute - schon nach vier bis fünf Minuten unter Wasser kommt es zum Atemstillstand“, sagt Kellner. Wichtig ist sofort zu handeln, den Notruf zu wählen und andere Personen aufmerksam zu machen. „Reichen Sie Ertrinkenden einen Gegenstand, wie einen Rettungsring, einen Ast, ein Paddel, um sie aus dem Wasser zu ziehen“, sagt Kellner. Sind keine Gegenstände zur Hand, kann man Ertrinkenden auch eine an den Beinen und am Bund zusammengeknotete Jeans zuwerfen, sie gibt kurzfristig Auftrieb.

„Wenn Sie sich zutrauen, Ertrinkende selbst aus dem Wasser zu retten, nähern Sie sich immer von hinten und nützen Sie Hilfsmittel wie Schwimmwesten und Rettungsringe“, sagt Kellner. Ertrinkende können Rettende sonst in Panik unter Wasser ziehen. An Land sofort mit der Wiederbelebung starten, wenn Betroffene nicht mehr atmen. Auch Betroffene, die bei Bewusstsein sind, müssen zur Beobachtung sofort ins Krankenhaus, da auch Stunden später schwerwiegende Folgeschäden, bis hin zum Lungenversagen, auftreten könnten.

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