28.05.2018 21:44

Überschwemmungs-Katastrophe: Rotes Kreuz bereitet sich mit Großübung vor

Kommt es zur Katastrophe, ist das Rote Kreuz zur Stelle, um zu helfen. Damit das auch in Zukunft so bleibt, übte das Rote Kreuz Ernstbrunn-Korneuburg-Stockerau in einem fiktiven Szenario den Ernstfall.

Überschwemmungs-Katastrophe: Rotes Kreuz bereitet sich mit Großübung vor

Korneuburg – Die Katastrophe wartet nicht darauf, bis alle bereit sind: Um stets bestmöglich auf den Eintritt eines Katastrophenszenarios vorbereitet zu sein und schnell reagieren zu können, übt das Rote Kreuz regelmäßig mögliche Ereignisse. Daher fand nun in Korneuburg ein „Katastrophenhilfsdienst-Übungswochenende“ statt.

 

Allein im Bezirk Korneuburg kam es innerhalb der letzten Jahre zu mehreren Hochwasserereignissen, und auch andere Szenarien forderten die Rot-Kreuz-Kräfte im Bezirk: etwa die Flüchtlingssituation, oder mehrere Großbrände, bei denen das Rote Kreuz zur Unterstützung anrückte. Auch außerhalb der Bezirks- und Landesgrenzen hilft man, wenn es notwendig ist: so etwa beim Schneechaos in Ungarn im Jahr 2013.

 

Beim Übungsszenario am heurigen „Outdoor-Wochenende“ in Korneuburg simulierte man ein Starkregenereignis. Betroffen war der fiktive Bezirk „Tripstrü“ im Nachbar-Bundesland Unterösterreich, das zur Unterstützung auch Kräfte aus Korneuburg anforderte. Aufgrund mehrerer lokaler Überschwemmungen kam es zu Evakuierungen der lokalen Bevölkerung. Ein Voraustrupp des Bezirkskommandos Korneuburg startete umgehend, den zugewiesenen Einsatzort zu begutachten, während sich die restlichen Einsatzkräfte an die Vorbereitung der großen Abfahrt machten. Da nur eine koordinierte Aufbereitung des Materials garantiert, dass der Aufbruch schnell und effizient erfolgt, legte man auf die Einweisung aller Helferinnen und Helfer sowie auf klare Strukturen in der Führung besonderen Wert.

 

Schlussendlich verlegte man Fahrzeuge, Material und Personal direkt in das Katastrophengebiet: Um die evakuierte Bevölkerung zu unterstützen, brachte das Rote Kreuz Ernstbrunn-Korneuburg-Stockerau Zelte inkl. Heizungen, Feldbetten, Beleuchtung, medizinische Ausrüstung und vieles mehr mit. Auch der Verpflegsdienst aus Korneuburg machte sich auf die Reise nach „Tripstrü“ – immerhin müssen Einsatzkräfte bei länger dauernden Einsätzen auch mit Speisen und Getränken versorgt werden. Als autarke Einheit kann der Verpflegsdienst flexibel und schnell dort zum Einsatz kommen, wo er gerade benötigt wird.

 

Nicht nur wurden letztlich Zelte aufgestellt und für die Betreuung der Hochwasser-Betroffenen vorbereitet, die Zelte dienten im Anschluss auch gleich als Nachtlager – denn auch im Realfall ist keine Zeit für die tägliche An- und Abreise. Gemeinsam verbrachte man also eine (kurze) Nacht im Lager, Samstag Früh musste die Versorgung der fiktiven Bevölkerung von „Tripstrü“ schon wieder fortgesetzt werden.

 

Bis zum späten Nachmittag dauerte der Betreuungs-Einsatz, bevor die Rot-Kreuz-Mitglieder von anderen fiktiven Einsatzkräften abgelöst wurden und erschöpft den Heimweg antreten konnten. „Wir haben bewusst unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein wenig überfordert: Denn auch im Realfall können wir uns nicht aussuchen, womit wir konfrontiert werden. Dennoch war die Stimmung stets gut und der Umgang der Mannschaft untereinander ausgezeichnet“, freut sich die Verantwortliche, Bezirks-Kommandantin Angelika Weiler. „Die regelmäßige Übung im Umgang mit unserem Material ist essentiell, damit wir bei Bedarf gut vorbereitet sind. Heuer konnten wir auch wieder einige neue Rot-Kreuz-Mitglieder begrüßen, die sich in der Katastrophenhilfe engagieren möchten. Darauf sind wir stolz – wir heißen jeden, der helfen möchte, herzlich willkommen“, fasst sie zusammen.

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