28.01.2019 12:27

Das Rote Kreuz Niederösterreich zieht Resümee!

Massiver Anstieg der Einsätze im Rettungsdienst Steigender Bedarf in der Seniorenbetreuung.

Das Rote Kreuz Niederösterreich zieht Resümee!
  • Freiwilligkeit: leichter Rückgang bei den freiwillig geleisteten Stunden von knapp 2,9 auf 2,75 Millionen Einsatzstunden
  • Rettungsdienst: Einsätze steigen von 2.250 auf 2.375 pro Tag
  • Katastrophenhilfe: Aufbau der neuen Logistikzentren für Großunfälle und Katastrophen Mitte und Süd
  • Gesundheits- und Soziale Dienste: weiterer Anstieg in der mobilen Hauskrankenpflege, massiver Rückgang in der Betreuung von Asylsuchenden
  • Jugend: Anstieg bei Jugendgruppenmitgliedern
  • Aus- und Weiterbildung: leichtes Wachstum bei Erste-Hilfe-Kursen


„Das Rote Kreuz Niederösterreich ist eine zentrale Säule in der großen Sicherheitsfamilie unseres Landes. Ich freue mich sehr, dass die Zahl der Freiwilligen und insbesondere der Jugendlichen im vergangenen Jahr wieder deutlich gewachsen ist. Dieser Anstieg streicht einmal mehr hervor, dass Freiwilligkeit und Ehrenamt in Niederösterreich tagtäglich gelebt wird“, ist sich Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sicher.

„Das Rote Kreuz ist ein wichtiger Partner für das Land NÖ, wenn es darum geht, den Kranken- und Rettungstransport sowie die Notarztversorgung sicherzustellen. Diese erfolgreiche Zusammenarbeit setzt sich allerdings mehr und mehr auch im Bereich des sozialen Zusammenlebens fort. Beim Rettungswesen arbeitet das Land derzeit gemeinsam mit den beiden Rettungsorganisationen, Rotem Kreuz und Arbeiter-Samariter-Bund, sowie den Gemeinden an einem entsprechenden Modell, um die Finanzierung dauerhaft abzusichern. Damit möchten wir, auch im Hinblick auf die aktuellen Herausforderungen, unseren Rettungskräften eine echte Planungssicherheit ermöglichen“, spricht das zuständige Landesregierungsmitglied für das Rettungswesen, LR Ulrike Königsberger-Ludwig, den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern des Roten Kreuzes für die vielen geleisteten Einsatzstunden besonderen Dank aus.

2018 leisteten 18.093 Freiwillige (2017 waren es noch 17.826) des Roten Kreuzes Niederösterreich insgesamt 2.751.371 Stunden für den Dienst am Nächsten. Das entspricht einem leichten Rückgang im Gegensatz zu den 2.892.032 Stunden im Jahr 2017. Dieser Rückgang entspricht dem generellen Trend, dass sowohl die Verweildauer bei Organisationen als auch die Stundenanzahl, die pro Person geleistet wird, rückläufig sind. Zudem kommt eine Reduktion der Einsatzstunden in den Gesundheits- und Sozialen Dienste auf Grund des Rückgangs im Bereich der Betreuung von Asylwerber/innen von 2017 auf 2018 hinzu.

„Das Freiwilligenwesen verändert sich auf Dauer“, meint Präsident Josef Schmoll, Rotes Kreuz Niederösterreich. „Wichtig ist daher, dass wir hier Schritte setzen, um die Freiwilligenarbeit weiter zu attraktiveren. Dazu zählt beispielsweise, dass es heute wesentlich mehr Möglichkeiten gibt, sich Freiwillig zu engagieren – und nicht jedes Aufgabengebiet ist so zeitintensiv wie beispielsweise der Rettungsdienst. Fakt ist aber, dass unsere Freiwilligen in allen Leistungsbereichen einen nicht zu ersetzenden Beitrag leisten, um Niederösterreich lebenswert zu machen. Egal ob in der Betreuung von älteren Menschen, dem Lernen mit Kindern, den Sucheinsätzen unsere Hundestaffeln oder dem Rettungsdienst – unsere Freiwilligen bilden gemeinsam mit den Hauptberuflichen, Zivildienstleistenden sowie die Teilnehmer/innen des Freiwilligen Sozialjahres eine breite Basis der Hilfe und Unterstützung.“

Während das Freiwillige Sozialjahr immer besser angenommen wird – im vergangenen Jahr entschieden sich bereits 232 junge Menschen, davon 133 Frauen, diese Chance zu nutzen, um sich sozial zu engagieren, wird vor allem der Anteil der Zivildienstleistenden immer schwieriger zu besetzen. Dabei ist es gerade der Einrückungstermin im April, der bereits im vergangenen Jahr für Herausforderungen sorgt. „Auch heuer spüren wir wieder ganz deutlich die geburtenschwächeren Jahrgänge – während die anderen Einrückungstermine bis dato noch gut zu besetzen sind, suchen wir aktuelle für den April nach wie vor 117 junge Männer, die im Roten Kreuz im Bereich Rettungsdienst ihren Zivildienst leisten“, meint Schmoll.

Rettungsdienst: steigende Einsatzzahlen machen Finanzierungsmodell wesentlich

Während die Zahl der Einsätze weiter steigt – waren es 2017 durchschnittlich noch 2.250 Einsätze / Tag, so beläuft sich die Zahl 2018 bereits auf 2.375 – so kommt es parallel dazu zu einem Rückgang der Leistungsstunden durch Freiwillige. „Dementsprechend mussten wir auch 2018 zusätzlich hauptberufliches Personal auch im Rettungsdienst aufnehmen“, erläutert Schmoll. „Zur Finanzierung des gesamten Rettungsdienstes arbeiten wir derzeit intensiv mit dem Land, den Gemeinden und den Sozialversicherungen an einem Modell, um für die Zukunft eine Kostendeckung zu erzielen. Das ist ein wichtiger Schritt, den wir gemeinsam 2019 schaffen wollen.“

Im Jahr 2017 etablierte das Rote Kreuz Niederösterreich den „Bezirkseinsatzleiter“, mit dem Ziel, schnell eine gut geschulte Führungskraft vor Ort zu haben, die diese zusätzlichen Aufgaben übernimmt. Aufgabe des Bezirkseinsatzleiters ist es, sich um alle organisatorischen Anforderungen, wie zum Beispiel das Kommunizieren mit anderen Einsatzorganisationen oder die laufende Lageberichterstattung zu kümmern. Bisher ist bereits in elf Bezirken ein Bezirkseinsatzleiter etabliert – der Rollout wird bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

2018 wurden außerdem die Notarzteinsatzfahrzeuge auf VW T6 umgestellt und die neuen Durchführungsbestimmungen für Großeinsatzmanagement implementiert. Darüber hinaus konnte auch die Ausrollung der Team Österreich Lebensretter App in ganz Niederösterreich erfolgreich umgesetzt werden. Über die Team Österreich App werden – wenn ein Notruf abgesetzt wird – neben den Rettungskräften auch registrierte Ersthelfer/innen bei einem Herz-Kreislaufstillstand in der unmittelbaren Nähe alarmiert und können noch vor Eintreffen der Rettung mit Erste-Hilfe-Maßnahmen beginnen.

Im Bereich der Katastrophenvorsorge setzte das Rote Kreuz Niederösterreich im Jahr 2018 ebenfalls wesentliche Schritte: bereits im Jänner konnte das Logistikzentrum für Großunfälle und Katastrophen Mitte in Tulln eröffnet werden, kurz darauf erfolgte der Spatenstich für das Zentrum Süd in Münchendorf. Der Bau in Münchendorf konnte ebenfalls bereits fertiggestellt werden, derzeit erfolgt die Übersiedlung des bisherigen Katastrophenhilfezentrums in Mödling nach Münchendorf – die offizielle Eröffnung ist für Mai 2019 geplant.


Steigender Bedarf an Gesundheits- und Sozialen Diensten

Der Bereich der Gesundheits- und Sozialen Dienste im Roten Kreuz Niederösterreich wächst stetig weiter an. Zwar kam es durch den sinkenden Betreuungsbedarf im Bereich der Asylwerbe-Betreuung zu einer Reduktion der Einsatzstunden, insgesamt steigt der Bedarf an den Leistungen jedoch kontinuierlich. So wurden etwa in der mobilen Hauskrankenpflege um 12.625,25 Stunden mehr geleistet (2017 waren es 118058,5, im Jahr 2018 bereits 130.684,5 Einsatzstunden) und in der Armutsbekämpfung wurden weitere wichtige Schritte gesetzt. „Im vergangenen Jahr haben wir die ersten beiden Sozialläden in Baden und Klosterneuburg eröffnet und weitere sieben HenryLäden konnten den Betrieb aufnehmen. In dieser Second Hand Boutique des Roten Kreuzes kann jeder einkaufen – der Gewinn kommt wiederum sozialen Projekten des Roten Kreuzes zugute.“

Insgesamt stieg die Klient/innenzahl in den Gesundheits- und Sozialen Diensten um knapp 900 Personen, von 144.390 im Jahr 2017 auf 145.289 im Folgejahr. Davon wurden allein 21.138 Personen im großen Bereich der Seniorenbetreuung begleitet – von Ausflügen, über Seniorentreffs und BleibAktiv-Angebote bis hin zu Besuchs- und Begleitdienste reicht hier die Palette.

Für das Jahr 2019 steht vor allem der Ausbau der Lese- und Lernförderung für Kinder auf dem Programm: in den nächsten zwei Jahren werden hier wesentliche Schritte durch die Etablierung weiterer Lernhäuser sowie dem verstärkten Angebot von regionalen Förderangeboten beispielsweise durch Lese- oder Lernpaten gesetzt. „Der zweite Schwerpunkt liegt im Ausbau der Seniorenbetreuung“, sagt Schmoll. „Hier wird vor allem auch an der Implementierung eines Demenzbegleitdienstes gearbeitet, um Menschen mit Demenz etwa bei einem Krankenhausbesuch eine Begleitung und Betreuung zu ermöglichen – eine/n Rotkreuz-Mitarbeiter/in also, der dafür Sorge trägt, dass alle Termine erledigt und die Heimreise auch wieder gut angetreten werden kann.“

Als dritten Schwerpunkt setzt das Rote Kreuz Niederösterreich weitere Schritte im Bereich der Etablierung von Hilfestellungen zur Bekämpfung der Armut. „Neben dem Ausbau der Angebote wie Team Österreich Tafeln, Henry oder Sozialläden ist vor allem die weitere Stärkung der Spontanhilfe sowie der Sozialbegleitung auf regionaler Ebene ein wichtiger Schritt, um Menschen in ihrer Daseinsvorsorge zu unterstützen“, so der Rotkreuz-Präsident.

2018 – Jahr der Jugend im Roten Kreuz Niederösterreich

„Besonders wichtig ist uns auch die Jugendarbeit“, sagt Präsident Schmoll. „Im Jahr 2018 haben wir 40 Jahre Jugend im Roten Kreuz gefeiert – aus diesem Grund wurde ganz massiv auf Jugendarbeit gesetzt. Es freut mich ganz besonders, dass sich das auch in den steigenden Zahlen manifestiert.“

Waren es 2017 noch 111 Jugendgruppen mit 3.766 Jugendlichen, so gibt es Ende 2018 bereits 125 Jugendgruppen mit 4.275 Teilnehmer/innen an den Bezirksstellen in Niederösterreich. Geleitet und betreut werden diese Gruppen von eigens geschulten Betreuer/innen.

Aus- und Weiterbildung

Um die hohe Qualität in allen Bereichen aufrechterhalten und weiter verbessern zu können, setzt das Rote Kreuz Niederösterreich jedes Jahr stark auf die Aus- und Weiterbildung – sowohl der Bevölkerung als auch der eigenen Mitarbeiter/innen. Das Angebot zur Breitenausbildung etwa reicht von Erste-Hilfe-Kursen für Fahrschüler/innen bis zu Fachkursen, beispielsweise bei Kindernotfällen, und wird von der Bevölkerung in Niederösterreich sehr positiv aufgenommen.

Das Rote Kreuz Niederösterreich führte im Jahr 2018 insgesamt 3.121 Kurse für Erste Hilfe durch, die von 31.960 Niederösterreicherinnen und Niederösterreich absolviert wurden, das entspricht einem Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (29.519 Teilnehmer/innen 2017).


Zahlen im Detail: 

 

2017

2018

Freiwillige

17.826

18.093 

   Männlich

11.287

11.154 

   weiblich

6.539

6.939 

 

 

 

Team Österreich Mitglieder

10.800

10.858 

Hauptberufliche Mitarbeiter/innen

1.119

1.190

Zivildienstleistende

847

821 

Freiwilliges Sozialjahr

156

232 

 Jugend

 

2017

2018

Jugendgruppen 111 125
Jugendgruppenmitglieder (ohne Betreuer – Jugendgruppenmitglieder sind in der Gesamtzahl der FW nicht integriert) 3.766 4.275

 FW geleistete Stunden

 

2017

2018

FW geleistete Stunden

Davon

2.892.032

2.751.371 

    Rettungs- und Sanitätsdienst

2.577.924

2.464.661

    Gesundheits- und Soziale Dienste

290.560

262.901

    Betreuer unserer Jugendgruppen

23.548

23.809 

 Rettungs- und Sanitätsdienst:

 

2017

2018

Einsätze pro Tag

2.250

2.375 

 Gesundheits- und Soziale Dienste

 

2017

2018

Betreute Menschen (gesamt)

144.390

145.289

… Klient/innen in der Seniorenbetreuung

19.033

21.138

… betreute Asylwerber/innen

752

175

… Klient/innen Krisenintervention

2.073

2.088

… Teilnehmer/innen Deutschkurse

1.148

96

Deutschkurse

95

7

Spontanhilfe Anträge

371

327

Krisenintervention Einsätze

899

905

Team Österreich Tafel

32

32

Sozialläden

 

2

HenryLäden

12

19

Rufhilfe-Anschlüsse

5.740

6031

 Ausbildung

 

2017

2018

Erste-Hilfe-Kurse

2.905

3.121 

Teilnehmer/innen Erste-Hilfe-Kurse

29.519

31.960 

Kurse Rotkreuz-Mitarbeiter/innen

4.199

3.860 

Teilnehmer/innen

51.794

45.202 

… davon Rettungssanitäter/innen

1.883

1.889 



Tulln, 28. Jänner 2019


Fotocredit: RKNÖ/F.Schodritz


RÜCKFRAGEHINWEIS:
Mag. Sonja Kellner, Andreas Zenker, MSc., MBA
Österreichisches Rotes Kreuz, Landesverband Niederösterreich
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