19.11.2019 15:20

Oh, Kacke: Die Schüler von Cympindu brauchen eine Latrine!

Das Rote Kreuz bittet um Spenden für ein Schul-Klo in Ruanda – am 19. November ist Welttoilettentag. Weltweit haben immer noch 673 Millionen Menschen keine Toilette.

Oh, Kacke: Die Schüler von Cympindu brauchen eine Latrine!

Wien (Rotes Kreuz) – Stellen Sie sich vor, Sie müssen mal, und es gibt kein Klo. Den Schulkindern in Cympindu im Südwesten Ruandas geht es jeden Tag so. Dann stehen sie auf, gehen nach draußen und suchen sich einen Busch – das ist unhygienisch und kann krankmachen.
Wer sich schämt, muss nach Hause laufen. Wenn Mädchen ihre Periode haben, kommen sie oft gar nicht und fehlen im Unterricht. Anlässlich des Welttoilettentages bittet das Rote Kreuz um Spenden, um für die 674 Kinder im Alter von 5 bis 12 Jahren ein Schul-Klo zu bauen. Ein neu betonierter Latrinenblock mit Sickergrube, Wassertank, acht Kabinen für Buben und Mädchen, einem Klo für Menschen mit Behinderung und einem Hygiene-Raum für die Menstruation kostet 5000 Euro.

Jeder Beitrag zählt! Spenden können Sie hier: 

https://participate.roteskreuz.at/latrine-ruanda/

Wie den Kindern in Cympindu geht es weltweit 673 Millionen Menschen: Sie haben kein Klo. Das sind 76 Mal so viele Menschen, wie in Österreich leben. Weltweit leben 4,2 Milliarden Menschen ohne sichere und saubere Sanitäranlagen – das ist mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung. Kein Wunder, dass es jedes Jahr rund 432.000 Durchfalltote durch unzureichende Toiletten gibt.

„Natürlich ist das ein unappetitliches Thema“, sagt Rotkreuz-Präsident Gerald Schöpfer. „Aber man muss an all die Toten und gescheiterten Schicksale hinter diesen Zahlen denken – das sollte Auftrag zum Handeln genug sein. Bei der Umsetzung des globalen Entwicklungsziels, bis 2030 jedem Menschen Zugang zu einer Toilette zu geben, braucht es mehr Anstrengungen. Sonst wird sich das nicht ausgehen.“

Infos zum Projekt

Das Österreichische Rote Kreuz ist seit 2017 in der Region aktiv und hat Wasserleitungen für acht Dörfer gebaut und wiederhergestellt – eines davon ist Cympindu. „Die Schuldirektorin Kanyindi Thereza hat mich gefragt, ob wir nicht auch beim Bau einer Latrine helfen könnten“, erzählt die Projektverantwortliche Mathilde Köck. „Das wollen wir jetzt möglich machen. Das wäre ein wichtiger Beitrag für das Wohlbefinden der Kinder. Anfang nächsten Jahres können wir mit dem Bau beginnen.“

Ruanda liegt im Osten Afrikas und hat 12 Millionen Einwohner. Rund 60 Prozent der Bevölkerung haben Zugang zu adäquaten Sanitäreinrichtungen. Das Risiko, Infektionskrankheiten durch mangelnde Hygiene zu bekommen, ist hoch. In der Provinz Nyamasheke, wo Cympindu liegt, ist die Armut hoch und es gibt viel Mangelernährung.

Fotocredit:
ÖRK/G.Bartlett


Rückfragehinweis:
Dr. Stefan Müller
Österreichisches Rotes Kreuz, Medienservice
Tel.: +43/1/589 00-352
Mobil: +43/664 122 31 37
stefan.mueller(at)roteskreuz.at


 

 

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