Wir suchen Lebensretter!

Im Bezirk Korneuburg arbeiten in der Nacht, am Wochenende und an Feiertagen ehrenamtliche Mitarbeiter im Krankentransport- und Rettungsdienst. Diese Mitarbeiter stellen eine wichtige Stütze im sozialen System unseres Bezirks dar. Anders wäre unser Rettungsdienstsystem – zumindest im Moment – nicht finanzierbar.
Deshalb sind wir auf der Suche nach frischen ehrenamtlichen Kräften! Deshalb suchen wir DICH! Hilf mit, Deinen Bezirk sicherer zu machen und leiste einen wichtigen Beitrag für das Rettungssystem in Deinem Bezirk!

 

Mit der Mitarbeit im Krankentransport- und Rettungsdienst ist eine hohe Verantwortung verbunden, sodass man nicht von "einem Hobby wie jedem anderen" sprechen kann. Mitnichten. Auch wenn die Leistung ehrenamtlich – also kostenlos – erbracht wird, sind hohe Ansprüche damit verbunden: Von der Aus- und Fortbildung bis hin zur regelmäßigen Diensterfüllung, die die wichtige Routine im Dienstbetrieb sichert.

Ausbildung:

Jeder Kursteilnehmer wird zum Rettungssanitäter laut Sanitätsgesetz ausgebildet und ist danach in der Lage, selbstständig und eigenverantwortlich die im SanG. definierten Tätigkeitsbereiche eines Rettungssanitäters auszuüben. Der Tätigkeitsbereich umfasst die selbstständige und eigenverantwortliche Versorgung und Betreuung kranker, verletzter und sonstiger hilfsbedürftiger Personen vor und während des Transports, einschließlich der fachgerechten Aufrechterhaltung und Beendigung liegender Infusionen nach ärztlicher Anordnung, sowie der Blutentnahme aus der Kapillare zur Notfalldiagnostik; weiters die Übergabe von Patienten oder betreuten Personen in Zusammenhang mit einem Transport, die Hilfestellung bei auftretenden Akutsituationen einschließlich der Verabreichung von Sauerstoff, die qualifizierte Durchführung von lebensrettenden Sofortmaßnahmen sowie die sanitätsdienstliche Durchführung von Sondertransporten.
Die Ausbildung zum Rettungssanitäter umfasst eine theoretische Ausbildung von 100 Stunden im Lehrsaal bei Vorträgen und praktischen Übungen (Kleingruppentraining!). Nachdem weitere 160 Stunden am Fahrzeug als Einschuler absolviert wurden (mit entsprechender Anzahl an Ausfahrten und Einsätzen), ist ein Antritt zur kommissionellen Abschlussprüfung möglich.

 

Unser Bezirksstelle bietet zwei Kursmodelle: Der berufsbegleitende Abendkurs startet üblicherweise im Herbst und dauert etwa ein halbes Jahr. Das zweite Modell stellt der Intensivkurs dar, welcher vier Mal im Jahr (Jänner, April, Juli und Oktober) startet. Während beim berufsbegleitenden Modell im Schnitt ein Abend pro Woche (4-Stunden-Modul) auf der Dienststelle verbracht wird, findet der Intensivkurs von Montag bis Freitag tagsüber statt. Der theoretische Kursinhalt wird binnen etwa 3 Wochen vermittelt.

Fortbildung:

Um die Tätigkeitsberechtigung über den Zeitraum von zwei Jahren zu behalten, müssen in der Folge während der zweijährigen Fortbildungsperiode u.a. 16 Fortbildungsstunden absolviert werden.

Dienstverpflichtung:

Um die notwendige Routine zu behalten, ist eine Dienstverpflichtung von zwei Diensten pro Monat vorgesehen. Hierbei handelt es sich um eine Mindestanforderung. Besonders zu Beginn wird die Anzahl der Dienste pro Monat wesentlich höher sein, um die Sicherheit als Rettungssanitäter zu gewinnen. Bei den Diensten handelt es sich grundsätzlich um 12-Stunden-Schichten.

Tätigkeit:

Sobald man die Ausbildung zum Rettungssanitäter abgeschlossen hat, ist man eigenverantwortlich im Krankentransport- und Rettungsdienst an unseren drei Ortsstellen in Ernstbrunn, Korneuburg oder Stockerau tätig. Der Tätigkeitsort kann frei gewählt werden. Zusammen mit mindestens einem anderen Sanitäter deckt man das jeweilige regionale Einsatzgebiet ab. Meist hat die Arbeit nichts mit den actionreichen Szenen gemein, die man aufgrund mehrerer TV-Serien erwarten würde. Trotzdem kann es natürlich jederzeit passieren, dass man zu allen denkbaren Einsätzen alarmiert wird. Mit dem Wissen aus dem Rettungssanitäterkurs ist man für diese aber gut gewappnet.
Die Dienste werden von der Dienststelle aus absolviert. Während dem Dienst stehen genügend Freizeitmöglichkeiten zur Verfügung – in der Nacht kann man natürlich auch schlafen. Sobald die Alarmierung eingeht, muss aber ausgerückt werden!

Die psychische Belastung im Rettungsdienst

Mitunter haben wir im Krankentransport- und Rettungsdienst mit belastenden Einsätzen zu tun. Kindernotfälle, Tote oder andere persönliche Schicksale stellen oft große Herausforderungen für unsere Mitarbeiter dar – abseits der eigentlichen sanitätstechnischen Betreuung. Wir sind uns dieser Belastung bewusst. Deshalb wird im Rahmen der Grundausbildung nicht nur das Bewusstsein für diese Herausforderung gebildet, sondern steht für den Fall der Fälle auch eine rund um die Uhr erreichbare PEER-Gruppe für unsere eigenen Mitarbeiter zur Verfügung.

Die physische Belastung im Rettungsdienst

Warum Verantwortung tragen? Dies ist einer der Fragen, die wir uns tagtäglich stellen und nur mit „Aus Liebe zum Menschen“ beantworten können. Aber wir tragen im Rahmen unserer Tätigkeit als Sanitäter nicht nur Verantwortung, sondern– und dies ist physikalisch wesentlich greifbarer – auch unsere Patienten.
Ob lediglich Aufstehhilfe, mit dem Tragsessel in den zweiten Stock hinauf oder mit der Trage über unwegsames Gelände – was sein muss, muss sein. Natürlich sind uns allen Grenzen gesetzt und wenn ein Stiegenhaus einmal zu eng ist, um es zu zweit zu bewältigen, muss man sich eben Verstärkung holen. Aber 99 % aller Notfälle können wir zu zweit absolvieren.

 

Deshalb stellen wir vor dem Start der Rettungssanitäterausbildung die körperliche Eignung unserer Interessenten fest. Um spätere Einsätze gut bewältigen zu können. Aber auch – oder sogar vor allem – um unsere zukünftigen Mitarbeiter schon vor Ausbildungsstart gut auf die spätere Tätigkeit vorzubereiten und zu schützen. Konkret erreichen wir damit folgende Ziele:

 

  • Kennenlernen der körperlichen Belastung eines Sanitäters bereits vor Ausbildungsstart
  • Prävention vor Verschlechterung bestehender körperlicher Defizite durch weitere körperliche Belastung im Rahmen des Rettungsdienstes (z.B. bestehende Rückenprobleme)
  • Qualitätssicherung im Rettungsdienst

 

Der körperliche Eignungstest umfasst zwei zweiminütige Intervalle mit Herzdruckmassage an der Reanimationspuppe und das Tragen von Tragstuhl und Trage in den ersten Stock und wieder ins Erdgeschoss. Vor dem Feststellen der körperlichen Eignung werden selbstverständlich erforderliche Tipps und Hinweise durch unsere Betreuer gegeben.

Voraussetzungen:

  • Mindestalter 18 Jahre
  • Einwandfreier Leumund
  • Positives ärztliches Attest bzgl. psychischer und physischer Eignung
  • Positive Absolvierung körperlicher Eignungstest


Fass Dir ein Herz und mach mit beim Roten Kreuz!

Interesse?

Dann melde Dich unverbindlich zu einem Informationsgespräch unter www.rotkreuz.at/mitarbeit an.

socialshareprivacy info icon