Schwerkranke und Verunglückte mussten vor der Gründung des Roten Kreuzes in Hainfeld mit Pferdefuhrwerken, bzw. später mit der Eisenbahn in weit entfernte Spitäler gebracht werden. Die Freiwillige Feuerwehr Hainfeld befaßte sich bald nach ihrer Gründung im Jahre 1874 auch mit derartigen Krankentransporten. Nach dem ersten Weltkrieg beschloß der Feuerwehrausschuß eine neuzeitliche Organisation des Rettungsdienstes.

 

14. März 1926 Versammlung zur Beratung über die Gründung des Roten Kreuzes Zweigverein Hainfeld

Am 14. März 1926 fand in Riedmüllers Gasthof eine Versammlung des Bezirksfeuerwehrverbandes statt, um über die Gründung einer Ortsgruppe des Roten Kreuzes zu beraten (Referent R. Mitlöhner aus Wien).

17. Mai 1926 Gründung des Zweigvereines Hainfeld des Landesverbandes vom Roten Kreuz für Niederösterreich und Wien

Feuerwehr Hauptmann Maresch gibt bekannt, dass in Hainfeld am 17. Mai 1926 der Zweigverein Hainfeld des Landesvereines vom Roten Kreuze gegründet wurde. Baumeister Lux gibt den Bericht über die Vorarbeiten zwecks Ankauf eines Rettungsautos, welche den Betrag von Schilling 25.000 von den Gemeinden des Gerichtsbezirkes zugesichert wurde.

März 1927 Erste Ausbildung

Hauptmann Maresch gibt bekannt, dass Herr Dr. Wilibald Fuchs die Mannschaft "abrichtet".

Zur Ausbildung wurden folgende Personen bestimmt:

Baumeister Lux, Johann Machthuemer, Richard Schanda, Wilhelm Riedmüller, Robert Halschka, Fritz Fasching, Franz Herler, Wendelin Nowak, Anton Schütz, Josef Thon, Johann Königsberger, Leopold Mann, Ferdinand Egger, Anton Engelscharmüller, Josef Stichl und Geschäftsführer Karl Sedlmayer.

April 1927 Bestellung eines Rettungsautos

Aufruf für 1. Rotkreuz Wagen in Hainfeld

Im April wird wird ein Austro Fiat 40 PS bestellt. Kosten: Schilling 21.000.

Auch das Rote Kreuz in Lilienfeld bestellt ein derartiges Fahrzeug.

20. Juni 1927 Übernahme des Rettungsfahrzeuges

Austro Fiat, 1. Hainfelder Rettungswagen
Mannschaft mit 1. Rettungswagen

Lieferung des Fahrzeuges. Präsident Herr Bezirkshauptmann Hofrat Kryza Gersch übernimmt das Fahrzeug am Hauptplatz in Hainfeld. Die erste Probefahrt ging nach Kaumberg - Rehhof und retour. Anschließendes Mittagessen im Gasthof Riedmüller. Nachmittags Probefahrt weiter nach Ramsau über Gütenbach, Kalte Kuchl, Hohenberg, Krankenhaus Lilienfeld, Wiesenfeld, St. Veit/Gölsen, Rohrbach und um 10.00 Uhr abends zurück..

Am 23. Juni 1927 erster Einsatz: Ein Geisteskranker wird in die Landesheilanstalt Mauer "eingeliefert".

 

Bis Ende des 2. Weltkrieges wurden mehr als 4000 Kranke und Unfallopfer mit diesem Fahrzeug transportiert.

2. Weltkrieg

Die Rettungsabteilung des Roten Kreuzes wird dem Deutschen Roten Kreuz einverleibt. Das Jahr 1945 bescherte der Stadt Hainfeld fast die totale Vernichtung, und im Zuge der Kriegshandlungen wurde die Garage des Rettungsfahrzeuges und der Feuerwehrfahrzeuge von den Besatzungssoldaten als Depot verwendet.

1946 bis 1954

Anfang Januar 1946 forderte der Landesverein des Roten Kreuzes die Neugründung einer Rot Kreuz Dienststelle in Hainfeld. Bei der Mitgliederversammlung fand dieser Aufruf regen Zuspruch. Es meldeten sich zur weiteren Mitarbeit bereitwillig zahlreiche Helfer. 

Trotz dieses Hoffnungsschimmers gelang es nicht, wieder eine Dienststelle zu errichten. Der alte Rettungswagen wurde vom damaligen Bezirkshauptmann Franz Starka im Verein mit der russischen Kommandatur abgezogen.

1954 Neuinbetriebnahme der Rotkreuz Bezirksstelle Hainfeld

Rettungswagen Skoda 1200

Im Jahre 1954 konnte eine Wiedererrichtung des Roten Kreuzes Hainfeld durch Bezirksstellenleiter Altbürgermeister Ferdinand Benischke, Bezirksstellenleiter-Stv. Dir. Franz Wallner und Kommandant Anton Durst sen. in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Hainfeld in Angriff genommen werden. Durch Unterstützung der Stadtgemeinde Hainfeld wurde am 8. Dezember ein neuer Rettungswagen der Marke Skoda 1200 in Betrieb genommen.

1955 Ankauf eines zweiten Rettungsfahrzeuges

1. Rettungswagen der Marke VW

Schon nach wenigen Monaten nach der Neugründung zeigte sich, dass der Bedarf für einen zweiten Wagen gegeben war. 1955 bekam die Bezirksstelle Hainfeld das erste Rettungsfahrzeug der Marke VW.

1957 Anschaffung eines dritten Fahrzeuges

Altes FF und Rotkreuz Haus

1957 wurden 860 Patienten transportiert und dabei 50614 km zurückgelegt. Dies machte die Anschaffung eines dritten Fahrzeuges notwendig.

1959 Erste Blutspendeaktion

1959 wurde ein Blutspendedienst für das Krankenhaus Lilienfeld eingerichtet. Innerhalb einer halben Stunde konnte durch einen Spendenaufruf der Blutbedarf gedeckt werden.

1963 Einführung des Sprechfunkes

1963 wurden die ersten Gehversuche mit einem analogen Funksystem durchgeführt. 

1978

Bis zum Jahre 1978 wurden mehr als 30.000 Kranke oder Verunglückte einer ärztlichen versorgung zugeführt. Dabei wurden 1,5 Millionen Kilometer Fahrleistung erbracht. Drei Krankenwagen der Marke VW waren rund um die Uhr einsatzbereit.

3.10.1981 Gründung der Ortsstelle Rohrbach an der Gölsen

Der genaue Gründungstag ist auf Grund der fehlenden Aufzeichnungen nicht genau festlegbar, da die Inbetriebsnahme und die Meldung beim Landesverband nicht übereinstimmen. 

Am 3. Oktober 1981 trafen sich die ersten Mitarbeiter und starteten den Sanitshilfekurs.

Als Ortsstellenleiter wurde Günther Leopold von der Mannschaft gewählt.

1983

1983 wurde eine AM Analog Funkanalge errichtet.

1985

Ankauf des 1. VW mit Allradantrieb (Kostenpunkt: 400.000.- ATS)

1988

Philips M81 Funk-Fixstation Control Unit
Philips MX294 Fahrzeugfunkgerät

Umstellung der Funkanlage auf FM Analog Funk im 4m Band mit Statusmeldungen. Dieses Funksystem und Geräte sind bis zur Umstellung auf das TETRA System (am 18.05.2009) in Verwendung.

Analog Pager Quattro
Analog Pager Quattrino

Ab jetzt war es möglich, über dieses neue Funksystem, die diensthabenden Mannschaften über Personenrufempfänger "Pager" zu alarmieren. Ein Pager empfängt ununterbrochen auf einer bestimmten Frequenz, welche mit einem Quarz festgelegt wird und beim Empfang eines genau definierten Codes aktiviert. Dieser Code wird in analogen Systemen als 5-Ton-Folge übertragen. Wird die einprogrammierte 5-Ton-Folge empfangen, signalisiert dies der Empfänger mittels optischen und akustischen Alarm.

1989 Inbetriebnahme des Katastrophenzuges

1989 spendete die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt einen Neuwagen. Gleichzeitig erhielt die Bezirksstelle Hainfeld einen KAT-Anhänger mit Ausrüstung für Katastropheneinsätze.
Erster Kommandant des neu gegründeten Katastrophenzuges war Willi Kuhn.

1990 Gründung des Notarztwagenstützpunktes Lilienfeld

1. April 1990 der Notarztwagenstützpunkt in Lilienfeld wird gegründet und der NAW seiner Bestimmung übergeben. Sanitäter der ersten Stunden kommen auch aus der Bezirksstelle Hainfeld.

1991 - 1992 Fertigstellung des Neubaues

Eröffnung neues Bezirksstellengebäude Hainfeld
Neues Rotkreuz Gebäude

Eisernes Sparen und Überlassung der Trinkgelder durch die Mitarbeiter machten den Bau eines eigenen Rot Kreuz Hauses am Areal der ehemaligen Landespensionistenheimes möglich.

1990 konnten die Fahrzeuge in die Garage des Neubaues eingestellt werden.

Am 14. Juli 1991 wurde das neue Rotkreuz Haus in Betrieb genommen. Der Telefondienst, der jahrzehntelang freiwillig und unbezahlt von der Familie Durst geleistet wurde, wurde von der neuen Leitstelle übernommen.

Die offizielle Eröffnung und Segnung durch den Stadtpfarre Pater Altmann fand am 3. Mai 1992 statt.

Die Sparkasse der Stadt Hainfeld spendete einen Behelfskrankentransportwagen der Marke VW-Passat.

Besondere Verdienste um das Rote Kreuz in Hainfeld hatte sich Frau Franziska Durst erworben. Sie war im Zweiten Weltkrieg Rot Kreuz Schwester und von 1954 bis 1991 Tag für Tag für das Rote Kreuz und die Feuerwehr am Telefon und später auch am Funk im Einsatz.

1.05.1993 Gründung der Ortsstelle Kleinzell

Am 1. Mai 1993 wurde auf Grund der vielen schweren Motorradunfällen im Bereich der Strecke in die Kalte Kuchl und die lange Anfahrtszeiten eine Ortsstelle in Kleinzell gegründet. Nach heftigen Diskussionen mit der Bezirksstellenleitung konnte der neu gewählte Ortsstellenleiter Franz Knausz erreichen, dass die ersten Frauen den Sanitätshilfekurs besuchen und darauf freiwillig und ehrenamtlich ihren Dienst an der Ortsstelle versehen durften. Die Überstellung und Übergabe des ersten Sanitätsfahrzeuges wurde vom Bezirksstellenleiter Stellvertreter Ernst Lindner filmisch verewigt.

1994 Anstellung des ersten hauptamtlichen Mitarbeiters

Am 8. Dezember 1994 fand die 40 Jahr-Feier zur Neugründung der Bezirksstelle Hainfeld statt. Bilanz des Jahres 1994: Die freiwilligen Mitarbeiter legten 224700 km bei 4095 Einsätzen zurück.

Aufgrund der Installierung der EDV für die Buchhaltung und die immer weiter steigende administrativen Tätigkeiten wurde Michael Marton nach seiner Zivildienstzeit hauptberuflich als Bezirksstellensekretär angestellt.

8.04.1996 Gründung der Ortsstelle Kaumberg

Auf Initative des Kaumberger Bürgermeisters Michael Singraber wurde am Ostermontag, 8. April, im Jahre 1996 eine Ortsstelle in Kaumberg gegründet.

Als Ortsstellenleiter wurde Raimund Ivicic von der Mannschaft einstimmig gewählt.

 

2.12.1999 Katastropheneinsatz bei der Gasexplosion in Wilhelmsburg

Am 02. Dezember 1999 wird Wilhelmsburg von einer verheerenden Explosion erschüttert, das dreistöckige Gebäude des Conrad-Lester-Hofes 4 liegt in Trümmern. Einsatzkräfte und das Katastrophenhilfematerial der Bezirksstelle Hainfeld stehen im Einsatz. Der Rettungstransportwagen 11/409 übernimmt mit Dr. Martin Egger den Notarztdienst für den Bezirk Lilienfeld, da der Notarztwagen selbst in Wilhelmsburg im Einsatz steht. Die Rotkreuz Helfer der Bezirksstelle Hainfeld organisieren den Aufbau der Sammelstelle für Unverletzte in der Sporthalle in Wilhelmsburg.

2001 Erster Bezirkskommandant aus Hainfeld

Der Hainfelder Markus Gassner wird einstimmig von den Bezirksstellenleitern aus Lilienfeld, St. Aegyd und Hainfeld als Bezirkskommandant vorgeschlagen und vom Roten Kreuz NÖ am 7. November 2001 bestätigt. Er folgt dem langjährigen Kommandant Max Vogelleitner aus St. Aegyd.


17.04.2004 Dr. Heidi Urban wird zur Bezirksstellenleiterin gewählt

Die Amtsärztin Hofrat Dr. Heidi Urban wird am 17. April 2004, nach Amtsrücklegung ihres Vorgängers Dir. Franz Wallner, einstimmig von den Mitarbeitern der Bezirksstelle Hainfeld und den Ortsstellen Rohrbach an der Gölsen, Kaumberg und Kleinzell zur neuen Bezirksstellenleiterin gewählt.

30.07.2004 Anschaltung an die überregionale Rettungsleitstelle

Eine für das Rote Kreuz Niederösterreich und des ASBÖ positiv ausgefallene Analyse des Landes Niederösterreich im Oktober 2001 erachtet eine gänzliche Reorganisation der Leitstellen für notwendig, da benachbarte Bezirksstellen oft keine Übersicht haben, ob und wie viele Fahrzeuge in der Nähe verfügbar wären. Im Jänner 2003 ist in den entsprechenden Gremien des Roten Kreuzes Niederösterreich der Beschluss gefasst worden, dass es in Hinkunft in Niederösterreich neun Rettungsleitstellen geben soll. Diese werden je nach Bedarf zusätzlich mit den Aufgaben von Kompetenzzentren betraut. Am 5. März 2003 wurde die LEBIG (Leitstellen-Entwicklungs, -Betriebs- und -Integrations Gesellschaft mbH) offiziell gegründet. Am 30. Juli 2004 um 15.00 Uhr erfolgte die Anschaltung der Bezirksstelle Hainfeld an die überregionale Rettungsleitstelle und die Stilllegung der Leitstelle und des Journaldienstes im Rotkreuz Haus Hainfeld. Im Jahr 2008 wurde die LEBIG in 144 Notruf NÖ umbenannt.

05.09.2005 Umstellung auf Digitale Alarmierung

Digitaler Pager DE 900

Am 5. September 2005 wurde das Analoge Alamierungssystem eingestellt und auf die neue Digitale Alarmierung (POCSAG-Code) umgestellt. Die Alarmierung erfolgt Sekundenschnell direkt auf den Alarmempfänger "Pager". Eine Alarmierung wird optisch und akustisch signalisiert. Alle wichtigen Einsatzdaten erscheinen zusätzlich am Display des Pagers. Die digitale Alarmierung ist von anderen Kommunikationswegen (Sprechfunk, GSM, ...) getrennt und erfolgt über ein unabhängiges Netz.

18.05.2009 Inbetriebnahme des Digitalen Behördenfunkes

Digitalfunk TETRA

Am 18. Mai 2009 stellt die Bezirksstelle Hainfeld als erste Rettungsdienststelle im Bezirk Lilienfeld auf das neue digitale Behörden-Funksystem TETRA um. 

14.06.2009 Eröffnung des Obergeschosses der Ortsstelle Rohrbach

Eröffnung Dachgeschoß Ortsstelle Rohrbach

Der Ortsstelle Rohrbach an der Gölsen bekommt ihren lange geplanten Ausbau des Dachgeschosses, der als Mannschafts- und Jugendraum genützt wird.

Am 13. Juni 2009 wird der Ausbau vom Präsidenten des Roten Kreuzes NÖ Willibald Sauer, BGM Landtagsabgeordneten Karl Bader und Ortsstellenleiter Christian Engleitner feierlich eröffnet und von Pfarrer Pater Pirmin gesegnet.

 

18.03.2011 Roman Bauer wird zum Bezirksstellenleiter gewählt

Bezirksstellenwahl 2011 RK Hainfeld

Roman Bauer wird am 18. März 2011 einstimmig von den Mitarbeitern der Bezirksstelle Hainfeld und den Ortsstellen Rohrbach an der Gölsen, Kaumberg und Kleinzell zum neuen Bezirksstellenleiter gewählt.

15.05.2012 Rotes Kreuz Hainfeld stellt gesamten Fuhrpark auf automatische Einsatzort GPS Übertragung um

Automatische GPS Übertragung, Rotes Kreuz Hainfeld, TETRA

Die Leitstelle 144 Notruf NÖ übermittelt uns via TETRA Funk die genauen Einsatzdaten direkt an das Navigationsgerät. Dafür war es notwendig eine sogenannte „Blackbox“ zwischen TETRA Funkgerät und Navigationsgerät zu verbauen. Für die Anrufer ist sehr wichtig den Notfallort genau zu beschreiben (Hausnummer, Hausnamen, Straßenkilometer, ….) somit kann eine genaue Verortung des Einsatzortes durchgeführt werden, welcher dann direkt an das Rettungsfahrzeug übermittelt werden kann. Durch dieses System wird wichtige Zeit für die noch schnellere Versorgung unsere Bevölkerung gewonnen.

05.02.2016 Maria-Anna Wahringer wird zur Bezirksstellenleiterin gewählt

Maria-Anna Wahringer wird am 5. Februar 2016 einstimmig von den Mitarbeitern der Bezirksstelle Hainfeld und den Ortsstellen Rohrbach an der Gölsen, Kaumberg und Kleinzell zur neuen Bezirksstellenleiterin gewählt.

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