07.03.2018 13:48

Das Rote Kreuz Niederösterreich zieht Resümee: Starkes Wachstum in den Gesundheits- und Sozialen Diensten, Einsätze im Rettungsdienst steigen auf 2.250 pro Tag

Das Rote Kreuz Niederösterreich blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2017 zurück: im Rettungs- und Sanitätsdienst rückten die Rotkreuz-Mitarbeiter/innen durchschnittlich 2.250 Mal pro Tag zu Einsätzen aus (im Vergleich zu 2.200 Einsätzen/Tag im Jahr 2016), in den Gesundheits- und Sozialen Diensten wurde die Palette beispielsweise im Rahmen der HenryLäden, der Spontanhilfe und der Seniorenbetreuungs-Angebote deutlich erweitert. Knapp 2,9 Millionen Stunden wurden dabei in allen Bereichen durch Freiwillige geleistet.

Das Rote Kreuz Niederösterreich zieht Resümee: Starkes Wachstum in den Gesundheits- und Sozialen Diensten, Einsätze im Rettungsdienst steigen auf 2.250 pro Tag
v.l.n.r. Landeshauptfrau-Stellvertreterin Karin Renner, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Präsident Josef Schmoll, Rotes Kreuz Niederösterreich präsentieren die Leistungsbilanz des Roten Kreuzes Niederösterreich

Fotocredit: RK NÖ / H. Kellner


„Jede Rotkreuz-Uniform und jedes Rotkreuz-Fahrzeug sind ein sichtbares Signal für das Mit-einander in Niederösterreich. Und dieses Miteinander unterstützen wir seitens des Landes NÖ finanziell und auch ideell. Finanziell etwa bei der Errichtung von Logistikzentren für Großun-fälle und Katastrophenhilfe in Tulln und Münchendorf mit 1,6 Millionen Euro. Ideell geben wir Unterstützung mit unserer Forderung, dass es bei den bereits bestehenden Strafbestimmun-gen bei tätlichen Angriffen auf Beamte und Widerstand gegen die Staatsgewalt zu einer Aus-weitung bzw. Klarstellung kommt, damit unsere Rettungskräfte einen besseren Schutz bei Einsätzen bekommen. Denn ein Angriff auf Rettungskräfte ist ein Angriff auf die öffentliche Sicherheit. Das muss gesetzlich verankert werden“, betont Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

„Das Rote Kreuz ist ein verlässlicher Partner für das Land NÖ. Rund 1,1 Mio. Rettungsfahr-ten haben unsere Rettungsdienste im vergangenen Jahr in Niederösterreich zuverlässig ab-gewickelt. Sie sind somit eine zentrale Säule unseres guten Gesundheitssystems und uner-lässlich für die Versorgungssicherheit der Bevölkerung“, erklärt Landeshauptfrau-Stellvertreterin Karin Renner. 

Insgesamt leisteten die 17.826 Rotkreuz-Freiwilligen im vergangenen Jahr 2.892.032 Stunden im Dienste am Nächsten. Dabei ist bei den Freiwilligen selbst ein leichter Anstieg von 17.319 (2016) auf 17.826 (2017) zu verbuchen, wobei die Einsatzstunden allerdings leicht rückläufig sind (2.920.587 im Jahr 2016 gegenüber 2.892.032 im Jahr 2017). Zurückzuführen ist das auf die Tatsache, dass die Stundenleistung pro Person leicht rückläufig ist. „Das ist eine Entwick-lung, die sich im Freiwilligenwesen bereits in den vergangenen Jahren hinweg abzeichnet“, erklärt Präsident Josef Schmoll, Rotes Kreuz Niederösterreich. „Wir haben zwar nach wie vor steigende Freiwilligenzahlen, die zur Verfügung stehende Zeit ist aber rückläufig. Ein deutli-ches Zeichen, dass sich das Freiwilligenwesen dauerhaft verändert.“ 

Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung im Rettungsdienst. Während die Zahl der Einsätze weiter steigt – waren es 2016 noch 2.200 Einsätze / Tag im Durchschnitt, so beläuft sich die Zahl 2017 bereits auf 2.250. Im Gegensatz dazu steht ein Rückgang der Leistungs-stunden durch Freiwillige um immerhin 91.759 Stunden. „Dementsprechend mussten wir zu-sätzlich hauptberufliches Personal vor allem auch im Rettungsdienst aufnehmen, dazu kommt, dass glücklicherweise sich auch das Freiwillige Sozialjahr sehr positiv entwickelt“, erläutert Schmoll.

Das Angebot des Freiwilligen Sozialjahres gibt es im Roten Kreuz seit Ende 2015. Waren es im Jahr 2016 noch 97 Personen, die diese Möglichkeit des Engagements nutzen, so stieg die Zahl der Teilnehmer/innen 2017 auf 142 Personen. 

Die Wichtigkeit der Aufwuchsfähigkeit zeigte sich einmal mehr im Jahr 2017 bei den außer-gewöhnlichen Einsätzen wie dem Schnee-Einsatz bei Alland, der Gasexplosion in Baumgar-ten oder dem Zugsunglück in Kritzendorf. „Es ist wichtig, dass wir auch bei größeren Ereig-nissen schnell vor Ort sind – und parallel dazu der Regelrettungsdienst ganz normal weiterlau-fen kann. Gerade im vergangenen Jahr haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Roten Kreuzes gezeigt, wie schnell und kompetent auch bei Großereignissen geholfen wird“, meint Schmoll. 

Im Sommer des vergangenen Jahres wurde zudem sowohl die Umstellung auf das Notfal-leinsatzfahrzeug (NEF) sowie die Implementierung des neuen Notarzt-Systems erfolgreich umgesetzt. „Beide Umstellungen – auf das Notarztwesen neu sowie der Tausch von NAW auf NEF – wurde entsprechend unserem Zeitplan mit 30. Juni 2017 erfolgreich abgeschlos-sen“, erklärt Schmoll. „Damit haben wir einen wichtigen Schritt in die Zukunft gemacht. Das für uns aber wichtigste Thema ist und bleibt: die Versorgungssicherheit für die Niederösterrei-cherinnen und Niederösterreicher. Was für uns zählt ist der Mensch.“ Seit 1. Juli hat das Rote Kreuz Niederösterreich rund 250 Notärzte, die an den vom Roten Kreuz zu planenden 17 Notarztstandorten gebraucht werden, im Einsatz. Diese Ärzte sind zum Teil freiberufliche Ärz-te, Wahlärzte oder arbeiten bei der Landesklinikenholding und sind im Rahmen des Not-arztwesens freiberuflich für das Rote Kreuz Niederösterreich tätig. Die Ärzte für die weiteren 15 Notarztstandorte werden durch die Landesklinikenholding besetzt.

Netzwerk der Sicherheit in allen Bereichen

Die 54 Bezirks- und 92 Orts- bzw. Dienststellen des Roten Kreuzes Niederösterreich bilden ein umfangreiches Netz an Service und Hilfestellungen für die Bevölkerung. Die Mitarbeite-rinnen und Mitarbeiter waren 2017 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr für Menschen in Not im Einsatz – in vollem Umfang und bewährter Qualität. Zusätzlich zu den mehr als 17.826 Freiwilligen waren 2017 in Niederösterreich 1.119 Hauptberufliche, 847 Zivildienstleistende und 142 junge Menschen, die das Freiwillige Sozialjahr absolviert ha-ben, quer durch alle Leistungsbereiche des Roten Kreuzes im Einsatz. Außerdem nicht zu vergessen die große Gruppe der Team Österreich Mitglieder, die im Katastrophenfall bereits mehrfach gezeigt haben, wie schnell sie helfen können. Hier zählt das Rote Kreuz Niederös-terreich bereits 10.080 Mitglieder.

„Besonders wichtig ist uns auch die Jugendarbeit“, sagt Präsident Schmoll. „Unsere Jugend-gruppen-Betreuerinnen und Betreuer haben im Vorjahr 23.548 Stunden für unsere Jugend investiert – das sind 48,73 Prozent mehr als noch 2016 (15.833). Aber auch unsere Jugend selbst ist äußerst aktiv: Jugendstunden, Kurse, aber auch soziale Projekte schlagen sich mit 45.931 Stunden zubuche, 2016 waren es noch 35.971. Unsere Jugend zeigt, wie´s geht.“

Gesundheits- und Soziale Dienste

Besonders deutlich zeigt sich der steigende Bedarf an Rotkreuz-Dienstleistungen in den Ge-sundheits- und Sozialen Diensten. „Wir haben im vergangenen Jahr 30 Jahre Gesundheits- und Soziale Dienste gefeiert – in diesen 30 Jahren hat sich dieser Bereich zu einem umfang-reichen Portfolio an Leistungen entwickelt: von Seniorenbetreuung, über Armutsbekämpfung, Lernhäusern und Kinderkrippen bis hin zu Migration und Familienzusammenführung, um nur einige aus den 60 Angeboten zu nennen“, erzählt Schmoll. „Bemerkenswert ist beispielweise, dass allein im vergangenen Jahr fünf neue HenryLäden eröffnet wurden, insgesamt gibt es jetzt zwölf dieser Second Hand Boutiquen des Roten Kreuzes in Niederösterreich.“ Ganz neu im Angebot des Roten Kreuzes Niederösterreich wurde im Vorjahr auch die Ausbildung der Therapiebegleithunde ins Leben gerufen.

Insgesamt haben die Mitarbeiter/innen der Gesundheits- und Sozialen Dienste im Jahr 2017 144.390 Klient/innen betreut – das entspricht einem Anstieg um 11,29 Prozent zu den 129.743 Personen im Jahr 2016. Davon wurden allein 19.033 Personen (18.167 im Jahr 2016) im großen Bereich der Seniorenbetreuung begleitet – von Ausflügen, über Seniorentreffs und BleibAktiv-Angebote bis hin zu Besuchs- und Begleitdienste reicht hier die Palette. 

Auch im Bereich der Krisenintervention ist ein leichter Anstieg von 2016 auf 2017 zu ver-zeichnen. Die Kriseninterventions-Teams haben im vergangenen Jahr 2.073 Personen im Rahmen von 899 Einsätzen betreut – im Jahr 2016 waren es noch 1.903 Menschen und 862 Einsätze. Diese ‚Erste Hilfe für die Seele‘ gibt es bereits seit nunmehr 17 Jahren im Roten Kreuz Niederösterreich und sie bietet eine wichtige Stütze für Menschen, die mit besonders belastenden Ereignissen umgehen müssen.

Aus- und Weiterbildung

Um die hohe Qualität in allen Bereichen aufrechterhalten und weiter verbessern zu können, setzt das Rote Kreuz Niederösterreich jedes Jahr stark auf die Aus- und Weiterbildung – so-wohl der Bevölkerung als auch der eigenen Mitarbeiter/innen. Das Angebot zur Breitenausbil-dung etwa reicht von Erste-Hilfe-Kursen für Fahrschüler/innen bis zu Fachkursen, beispiels-weise bei Kindernotfällen, und wird von der Bevölkerung in Niederösterreich sehr positiv auf-genommen. 

Das Rote Kreuz Niederösterreich führte im Jahr 2017 insgesamt 2.905 Kurse für Erste Hilfe durch, die von 29.519 Niederösterreicherinnen und Niederösterreich absolviert wurden, das entspricht einem stabilen Wert im Vergleich zum Vorjahr (29.631 Teilnehmer/innen 2016). Rotkreuz-Intern wurden zahlreiche zusätzliche Schulungen durchgeführt, um die Pflichtfort-bildung neue Lehrmeinung für alle Sanitäter/innen, Notfallsanitäter/innen, Lehrsanitäter/innen und Erste-Hilfe-Trainer/innen abzuwickeln.


Zahlen im Detail

 

Personalzahlen

 

2016

2017

Freiwillige

17.319

17.826

   männlich

11.047

11.287

   weiblich

6.272

6.539

Hauptberufliche Mitarbeiter/innen

1.044

1.119

Zivildienstleistende

864

847

Freiwilliges Sozialjahr

97

142

Team Österreich Mitglieder

9.663

10.800

 

FW geleistete Stunden

 

2016

2017

FW geleistete Stunden

davon

2.920.587

2.892.032

    Rettungs- und Sanitätsdienst

2.669.683

2.577.924

    Gesundheits- und Soziale Dienste

235.071

290.560

    Betreuer unserer Jugendgruppen

15.833

23.548

 

Rettungs- und Sanitätsdienst:

 

2016

2017

Einsätze pro Tag

2.200

2.250

 

Gesundheits- und Soziale Dienste

 

2016

2017

Betreute Menschen (gesamt)

129.743

144.390

… Klient/innen in der Seniorenbetreuung

18.167

19.033

… betreute Asylwerber/innen

1.533

752

… Klient/innen Krisenintervention

1.903

2.073

… Teilnehmer/innen Deutschkurse

416

1.148

Deutschkurse

36

95

Spontanhilfe Anträge

260

371

Krisenintervention Einsätze

862

899

Team Österreich Tafel

31

32

HenryLäden

7

12

Rufhilfe-Anschlüsse

5.204

5.740

 

 

Ausbildung

 

2016

2017

Erste-Hilfe-Kurse

2.620

2.905

Teilnehmer/innen Erste-Hilfe-Kurse

29.631

29.519

Kurse Rotkreuz-Mitarbeiter/innen

3.072

4.199

Teilnehmer/innen

37.270

51.794

… davon Rettungssanitäter/innen

1.579

1.883

socialshareprivacy info icon