22.03.2018 10:49

Sehe meine Zukunft im Rettungsdienst

In Pionierrolle | Julia Vyhnalek absolviert Kombi-Studium in St. Pölten. Krankenpflegerin wird in sechs Semestern auch zur Notfallsanitäterin.

Sehe meine Zukunft im Rettungsdienst
Foto: NÖN / Martin Kalchhauser

HORN - ST. PÖLTEN | Julia Vyhnalek aus Horn ist die erste Studentin aus Horn, die durch ein neues Kombi-Studium die Ausbildungen im Bereich Pflege und Sanitäter verbindet. "Ich sehe meine Zukunft im Rettungsdienst", meinte die Absolventin der HLW Horn, die seit 2017 die Fachhochschule St. Pölten besucht.

 

Seit 2016 ist die junge Frau als Ehrenamtliche beim Roten Kreuz Horn im Dienst. "Es war mir wichtig, als Sanitäterin mehr Hintergrundwissen zu haben", begründet sie ihren Entschluss, sich der Ausbildung zur Pflegeexpertin zu unterziehen. Wenn sie die FH nach sechs Semestern verlassen wird, ist sie "Akademische Expertin für präklinische Versorgung und Pflege".

 

Die Hornerin, die im Sommer 2017 bereits zwei Monate lang als Urlaubsvertreterin hauptberuflich im Dienst des Roten Kreuzes Horn gestanden ist, freut sich auf Praktika, bei denen sie die Berufsrettung Wien oder eine Stelle in Deutschland als Wunschziele angibt. Generell hat sie großes Interesse an Anästhesie- und Intensivpflege.

 

- von Martin KALCHHAUSER -

 

"Alle Maßnahmen, die die Qualität erhöhen, halten wir für positiv", freut sich Reinhard Waldhör vom Landesklinikum Horn als oberster Gesundheitsgewerkschafter. "Das Kombinationsangebot für den gehobenen Pflegedienst und die Ausbildung zum NOtfallsanitäter halte ich für eine gute Geschichte."

 

Waldhör, der sich bei seinen Urteilen kein Blatt vor den Mund nimmt ("Die neue Pflegefachassistenz-Ausbildung war ein Rohrkrepierer!"), warnt allerdings davor, dass das FH-Studium für manche zum "Plan-B" für den Fall werden könnte, wenn man es nicht zum Medizinstudium schaffe.

 

Diese Befürchtung teilt der Initiator des von Land NÖ und NÖGUS (Gesundheits- und Sozialfonds) unterstützten Lehrgangs, Christoph  Redelsteiner von der FH St. Pölten, nicht. Er verweist auf strenge Auswahlkriterien. "Ziel ist es, die Stärken beider Berufsgruppen zusammenzuführen." Das funktioniere in einer guten Zusammenarbeit mit den Rettungsorganisationen, Kliniken und Hauskrankenpflege-Anbietern. "Rettungspfleger" seien in vielen Staaten (Skandinavien, Niederlande, Spanien,...) auf Einsatzfahrzeugen längst gängige Praxis. "Sie stellen die Grundversorgung der Bevölkerung sicher - für den NOtfall, aber auch in pflegerischen Bereichen, etwa beim Katheterwechsel." Es sei eine große Leistung der Studierenden wie Julia Vyhnalek, "als erste Generation die Berufe "Pflege" und "Sanitäter" zu verbinden".

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