Frontalansicht der Rot Kreuz Bezirksstelle Mistelbach

Die Bezirksstelle Mistelbach wurde im Jahre 1883 als Zweigverein des "Frauen-Hilfsvereines vom Rothen Kreuze" gegründet. Wie aus dem Rechenschaftsbericht für das 11. Vereinsjahr 1894 hervorgeht, hatte der Verein 100 ordentliche Mitglieder.

 

Nach dem Anschluß Österreichs im März 1938 wurde die Bezirksstelle dem Deutschen Roten Kreuz eingegliedert und mit neuen Aufgaben betraut. Mit 1. April 1938 übernahm das Rote Kreuz die Kranken- und Rettungstransporte. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden diese Transporte vom Bezirkskrankenhaus Mistelbach selbst durchgeführt.

 

Bevor im Frühjahr 1945 die Russen in Mistelbach einmarschierten, wurden alle Rettungswafen nach Westen verschoben und kamen nicht mehr zurück. Noch einige Jahre danach lag der Rettungsdienst arg darnieder. Nur ein einziger, von einem Rettungsfahrer notdürftig zusammengebauter Rettungswagen der Type Steyr 220 versah den Dienst, fiel aber immer wieder aus.

 

Der damalige Bezirkshauptmann, wirkl. Hofrat Dr. Mattes, nahm sich des Rettungsdienstes sehr an. Mistelbach war in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg die schwächste Bezirksstelle des Landesverbandes Niederösterreich. Darum erhielt sie auch im Jahre 1948 den ersten neuen Krankenwagen, einen französischen CHENARD, zugeteilt.

 

Im Mai 1948 kamen Hr. Direktor Neumayer als geschäftsführender Bezirksstellenleiter und mit 1. August 1948 Hr. Karl Kleedorfer als Bezirkssekretär zur Bezirksstelle. Von diesem Zeitpunkt an wurde mit dem hauptamtlichen Fahrer Otto Schöfbeck verstärkt am Aufbau des Rettungsdienstes gearbeitet. Englische Sanitätsfahrzeuge der Type Humber wurden angekauft und den österreichischen Bedürfnissen entsprechend von der Firma Polke umgebaut. Mistelbach war 1955/56 auch die erste niederösterreichische Bezirksstelle, bei der VW-Krankenwagen in den Dienst gestellt wurden. Wegen ihrer Zuverlässigkeit ist man diesem Fahrzeugtyp bis heute treu geblieben.

 

Die Bezirksstelle Mistelbach betreut die Gerichtsbezirke Mistelbach, Wolkersdorf und Poysdorf sowie die Großgemeinde Gerasdorf. Wegen der großen räumlichen Ausdehnung des Einsatzbereiches war eine Dezentralisierung notwendig. Deshalb wurden in weiter entfernt liegenden Gemeinden eigene Rettungsstellen errichtet: 1949 Wolkersdorf, 1953 Ernstbrunn, 1955 Drasenhofen, 1958 Bernhardsthal und 1966 Poysdorf.

 

Mit 1.1.1973 erfolgte die Eingliederung von Ernstbrunn in den Verwaltungsbezirk Korneuburg, was mit 1.8.1973 auch den Verlust der Rettungsstelle Ernstbrunn brachte. Die beim Bezirk Mistelbach verbliebenen Gemeinden ihres Einsatzbereiches werden ab 16.2.1975 von der neu errichteten Ortsstelle Niederleis betreut.

 

Am 16.3.1975 wurde auch eine Rettungsstelle in Gerasdorf errichtet, denn die Betreuung des Gerichtsbezirkes Wolkersdorf und der Großgemeinde Gerasdorf war für die Rettungsstelle Wolkersdorf -- trotz der zwei dort eingestellten Rettungswagen -- zu schwierig geworden.

 

Weitere Rettungsstellen wurden am 20.11.1977 in Großkrut und am 2.5.1982 in Kreuzstetten eröffnet.

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