Damals ...

Fuhrpark 09_2012

Wie bei vielen Rotkreuz Bezirksstellen, wurde auch in St. Peter/Au mit der sanitätsdienstlichen Betreuung der Bevölkerung im Rahmen der freiwilligen Feuerwehr begonnen. Im Protokollbuch der FF St. Peter/Au wurde im Rahmen der Gerneralversammlung vom 11. Februar 1928 festgehalten:

 "Die Sanitätsabteilung ist dem Landesverein vom Roten Kreuz beigetreten"

Somit scheint 1928 erstmals die Bezeichnung "Rotes Kreuz" in St. Peter/Au auf.

... und Heute

So sehr die alte Bezirksstelle den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch ans Herz gewachsen und zeitweise eine zweite Heimat war – ein Neubau oder ein größerer Umbau erschien Mitte der 2010er-Jahre unausweichlich. Die in den Jahren 1984 bis 1987 errichtete Rotkreuz-Bezirksstelle in der Burgholzstraße 26 in St.Peter/Au bedurfte dringend notwendiger Sanierungsarbeiten, ebenso entsprachen auch die Räumlichkeiten nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Das Jugendrotkreuz war beispielsweise im dunklen Keller situiert, die Fenster waren teilwiese undicht, die Garagen- und Lagersituation sehr beengt. Auch die Aufenthalts- und Schlafräume, sowie der Verwaltungstrakt entsprachen nicht mehr den heutigen Standards.

Die stetig steigende Zahl an Sanitäts- und Rettungseinsätzen – immerhin rund 9.000 pro Jahr – machte eine Erweiterung des Fuhrparks in den vergangenen Jahren dringend erforderlich. Auch ein Sonderfahrzeug für die verschiedenen Dienstleistungen wie die Team Österreich Tafel, der Verleih von Pflegebehelfen oder für den Katastrophenhilfsdienst wurde im Jahr 2017 angeschafft.

Von der Idee ...

Entwurf Bezirksstelle Neu 2018

Erste Initiativen und Ideen gab es bereits ab dem Jahr 2015 unter Bezirksstellenleiterin Katharina Latschenberger. Im Jahr 2016 begann sich unter der Bezirksstellenleitung ein Bauausschuss aus hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterin zu formieren, welcher sich hauptsächlich mit den Erhebungen von Planungsgrundlagen beschäftigte. Gemeinsam wurden viele umliegende Rotkreuz-Dienststellen besichtigt, um sich vor Ort Anregungen und Ideen für den geplanten Neubau zu holen.

Durch das große Engagement der Bezirksstellenleitung sowie den Mitgliedern des Bauausschusses konnten auch bald die offiziellen Stellen des Roten Kreuzes sowie die politischen Entscheidungsträger von der grundsätzlichen Notwendigkeit eines Neubaus überzeugt werden.

Nachdem eine Erweiterung nicht möglich war, wurde nach einem passenden Grundstück gesucht. Nach mehreren hoffnungsvollen Momenten, aber mindestens genau so vielen Rückschlägen konnte schließlich eine für alle passende Lösung gefunden werden. Nach eingehender Prüfung hat sich einsatztaktisch der bestehende Standort aber als der beste herausgestellt. Das angrenzende Burgholz war eine Option. Bürgermeister von St.Peter/Au, MMag. Johannes Heuras stellte deshalb Kontakte mit der Agrargemeinschaft (AG), alias „Commune“, her, die im Besitz des Burgholz-Waldes ist. Die Gespräche und Verhandlungen stellten sich als sehr positiv heraus und die „Commune“ beschloss mit großer Mehrheit, eine 5.500 Quadratmeter große Waldfläche an das Rote Kreuz zu verkaufen. Die erforderliche Waldfläche hatte für die Kommune ökologisch kaum Nutzen, da sie gleich neben der B122 lag.. Auf Geheiß der Bezirksforstabteilung erfolgte eine Ersatzaufforstung im Nahgebiet.

Neben der „Commune“ wurde noch ein Partner mit ins Boot geholt. Denn es brauchte eine gemeinsame Zufahrtslösung mit der Firma SPAR, da in unmittelbarer Nähe zu einem bereits bestehenden Linksabbieger eine zweite Zufahrt verkehrstechnisch nicht möglich war. Spar-Kaufmann Ralph Krondorfer sprach sich für die Expansionspläne des Roten Kreuzes aus. – Die ehemalige Rotkreuz-Bezirksstelle wurde nach dem Umzug in die neue Bezirksstelle an die Firma SPAR verkauft.

Dann nahm alles relativ schnell seinen Lauf. Nach einem Architektenwettbewerb lieferte das Architekturbüro Girkinger +  Partner aus St. Peter/Au den besten Entwurf und wurde schließlich mit der Projekterstellung beauftragt. Nach intensiven Planungsarbeiten wurde schließlich ein Entwurf erstellt, welcher im Wesentlichen allen Mitarbeitern im Bauausschuss zusagte – die Begeisterung und die Euphorie stiegen, das erste Mal war unsere neue Bezirksstelle zum Greifen nahe!

Im Juli 2017 war es endlich offiziell: Das Rote Kreuz St. Peter/Au bekommt eine neue Bezirksstelle, die am geplanten Standort im Burgholz errichtet wird. Alle sieben Gemeinden des Einsatzgebietes, St.Peter/Au, Weistrach, Seitenstetten, Ertl, Wolfsbach, Biberbach und Aschbach gaben mit einstimmigen Beschlüssen grünes Licht und auch von der Landesverbandszentrale des Roten Kreuzes wurden die Pläne abgesegnet.

Im Laufe des Jahres 2017 fanden noch etliche Abstimmungsrunden mit den Planern statt. Der letzte Feinschliff am Entwurf wurde erarbeitet. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bekamen die Gelegenheit, Einsicht in die Pläne zu nehmen und ihre Anregungen in den Planungsprozess einzubringen. Die Bauverhandlung konnte im Herbst 2017 positiv abgeschlossen werden, auch die endgültige Finanzierungszusage vom Land Niederösterreich wurde erteilt.

Nach intensiven Vorbereitungen und Planungsarbeiten gemeinsam mit dem Planungsbüro Girkinger + Partner aus St. Peter/Au erfolgte am Freitag, dem 16. Februar 2018 der Spatenstich für den Neubau der Rotkreuz-Bezirksstelle mit dem "Hausbürgermeister" aus St. Peter/Au, MMag. Johannes Heuras und den Bürgermeistern und Gemeindevertretern aller sieben Betreuungsgemeinden sowie Vertreter der Agrargemeinschaft Aufgrund der passender Wetterlage konnte bereits am 20. Februar 2018 die ersten Arbeiten durch die Firma Mayr Bau am neuen Grundstück beginnen.

... bis zur Aufnhame des Dienstbetriebes

Im Frühjahr 2019 erfolgte durch die tatkräftige Unterstützung aller hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern sowie den Zivildienstleistenden und Teilnehmern am freiwilligen Sozialjahr die Übersiedelung von der alten auf die neue Bezirksstelle. Nach und nach wurde es leer in den Räumlichkeiten der alten Bezirksstelle. 

Nach einer Bauzeit von nur vierzehn Monaten konnte das neue Gebäude am Mittwoch, dem 13. Februar unter dem Beisein von Vertretern aus der regionalen Politik und Wirtschaft bezogen und der Dienstbetrieb aufgenommen werden.

Die neue Bezirksstelle bringt nicht nur für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einiges an Verbesserung. Durch die verbesserte Lage direkt an der B122 können die meisten Ziele im Einsatzgebiet nun schneller erreicht werden. Das Gebäude ist durch seine frischen Farben und den hellen Räumen besonders einladend und erfüllt dabei nun alle Anforderungen an einen modernen Dienstbetrieb. 

Das Erdgeschoß unterteilt sich in den Verwaltungstrakt mit Büros für die hauptberuflichen Mitarbeiter sowie einen Besprechungsraum sowie großzügig gestaltete Aufenthaltsräume samt Küche und Wohnzimmer. Zusätzlich steht ein Ambulanzraum für die Erstversorgung von Patienten zur Verfügung. Die sogenannte „Kommunikationszone“ verbindet den Garagen- mit dem Verwaltungs- und Aufenthaltsbereich. Die großzügig gestaltete Garage mit separater Waschbox sowie die Lagerräume bieten nun ausreichend Platz.   

Über zwei Stiegenhäuser sowie einen Aufzug gelangt man ins Obergeschoß, wo der große Schulungsraum die Durchführung von größeren Veranstaltungen wie z.B. Erste-Hilfe-Kursen oder interner Weiterbildungen ermöglicht.  Der Raum kann dabei durch die Entfernung von Schiebeelementen noch erweitert werden. Neben dem Jugendrotkreuzraum befinden sich im Obergeschoß noch drei Zimmer als Schlafgelegenheiten für die Nachtdienstmannschaften sowie Spindräume für die Mitarbeiter.

Nach 3 Monaten Dienstbetrieb kann betont werden, dass unser neues Gebäude allen Anforderungen entspricht und es keine Verbesserungswünsche gibt.

Danke für die großartige Unterstützung, besonders bei den Bürgermeistern unserer Einzugsgemeinden, den am Bau beteiligten Firmen, sowie allen Sponsoren.

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