Chronik der Bezirksstelle

1882 - Gründung der Bezirksstelle

Auf Anregung des Herrn Bezirkshauptmannes von Zwettl Alexander Sauer Czaky von Nordendorf konstituierte sich im Jänner 1882 ein vorbereitendes Komitee zum Zwecke der Bildung eines "Zweigvereines des patriotischen Landeshilfsvereins für Niederösterreich" welcher den politischen Bezirk Zwettl, bestehend aus den Gerichtsbezirken Zwettl, Allentsteig, Gerungs und Weitra umfassen sollte. Der Statutenentwurf wurde am 12. März 1882 durch die k.k. Statthalterei für Niederösterreich genehmigt (Zl.: 11132). Die konstituierte Sitzung fand am 1. Mai 1882, im Schießstattgebäude statt.

 

Als eine der ersten Aktivitäten werden aus dem Vereinsvermögen 250 Meter Wollstoff angekauft, woraus weibliche Vereinsmitglieder 61 Unterhosen und 61 Leibchen für das in Süddalmatien stehende 3. Bataillon des heimischen Regiments unentgeltlich anfertigen und dem Regimentskommando übergeben.

Mit Erlaß vom 24. Oktober 1883 der Statthalterei, Zl.: 48528 wird das Tragen des Abzeichens "Ehrenabzeichen des Roten Kreuzes" geregelt. Es wird all jenen Personen der freiwilligen Sanitätspflege, welche hiezu berechtigt sind, auf Vereinskleidungsstücken gestattet.

 

1907 - Erster Krankentransportwagen
Um den Transport kranker Personen schonender durchführen zu können, wird im Jahre 1907 ein praktischer Krankentransportwagen angeschafft. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 1.800 Kronen. Am 1. Mai 1908 werden zwei geschulte Krankenwärterinnen angestellt.

 
Am 2. Juni 1910 wird in der außerordentlichen Generalversammlung des österr.-patriot. Hilfvereines Herr Graf Rudolf von Abensberg - Traun zum Präsidenten gewählt. Das erfüllt den Zweigverein Zwettl mit Befriedigung, weil an der Spitze ein Mann steht, den wir unseren näheren Landsmann nennen können.

 

Erster Weltkrieg
In der Zeit des I. Weltkrieges 1914-1918 werden Labstellen an den Bahnhöfen Zwettl und Schwarzenau eingerichtet. In Stift Zwettl wird ein Rekonvalszentenheim für 30 Soldaten eingerichtet. Der Bauverein stellt unentgeltlich die Doppelvilla in der Gerungserstraße zur Errichtung eines Rekonvalszentenheimes zur Verfügung. Im Jahre 1916 wird der Präsident des Zweigvereines Zwettl Abt Stephan Rößler mit dem Offizierskreuz des Roten Kreuzes ausgezeichnet. Mit Wirkung vom 20. Dezember 1918 wird die Auflösung des Rekonvalszentenhauses beschlossen. Das Inventar wird um den Schätzwert den Krankenhäusern Zwettl und Allentsteig und dem Bezirksarmenrat überlassen.

1930 - Erster motorisierter Krankentransportwagen

Am 4. Juli 1930 wird der erste motorisierte Krankenwagen angekauft, der Rettungswagen mit Pferdebespannung verbleibt zu Infektionstransporte in der Zweigstelle.

1936 - Zusammenlegung der Rettungsstellen

Im Jahre 1936 erfolgt die Zusammenlegung der Zweigvereine Allentsteig und Groß Gerungs mit Zwettl. Der erste berufliche Lenker (Hans Todt) wird 1937 eingestellt. Am 3. Oktober 1937 wird das neue Rettungshaus eingeweiht.


Zweiter Weltkrieg
Am 12. März 1938 wird das Österreichische Rote Kreuz dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) eingegliedert und der Zweigverein Zwettl wird Kreisstelle Zwettl. Die Kreisstelle umfaßt die vier Gerichtsbezirke Allentsteig, Groß Gerungs, Ottenschlag und Zwettl.

Das Jahr 1945 bringt auch im Roten Kreuz den totalen Zusammenbruch. Wien und Niederösterreich sind besonders davon betroffen. Auch Zwettl bleibt davon nicht verschont. So werden in der Nacht vom 9. Mai 1945 alle Vorräte und die drei Einsatzfahrzeuge gestohlen.

 

Im Jahr 1946 kann die Rettungsstelle wieder 3 zusammengebaute Rettungswagen ihr Eigen nennen.

 

Am 1. Juli 1948 muß ein weiterer beruflicher Fahrer (Wagner Josef) aufgenommen werden.

 

Am 29. Juni 1951 setzt beim Landesverband volle Verbandstätigkeit ein, neue Satzungen werden beschlossen, die für die Bezirksstellen bindend sind.


1956 - Stauseebrücke stürzt ein
Am 24. Oktober 1956 stürzt die im Bau befindliche Stauseebrücke ein. Ein Rettungszug, bestehend aus 3 Sanitätswagen und 2 privaten Fahrzeugen mit 11 Helfern wird 4 Tage ein Sanitätsdienst vor Ort aufrecht gehalten. Der Einsturz fordert 10 Todesopfer.

 

Am 27. September 1957 findet das 75 jährige Bestandsfest der Bezirksstelle Zwettl verbunden mit der Weihe der neuen Rettungsgarage und zweier neuer Rettungswagen statt.

 

1958 - Dr.Haberzettl wird Präsident

Bezirksstellenleiter Dr. Haberzettl wird bei der Landesversammlung am 12. Dezember 1958 zum Präsidenten des Landesverbandes für Wien und Niederösterreich gewählt.

 

Der Vermißtensuchdienst des Landesverbandes vom Roten Kreuz für NÖ legt vom 14. bis 16. Oktober 1961 die 150 Bände, in denen die vermißten Soldaten des Zweiten Weltkrieges verzeichnet sind, zu Einsichtnahme für ehemalige Kriegsteilnehmer auf.

 

Im Juni 1967 wird ein Drahtfunk in die Einsatzfahrzeuge eingebaut und eine Sendeantenne auf dem Dach des Propsteigebäudes aufgestellt.

 

Die ersten Zivildiener
Am 1. Oktober 1978 werden die ersten zwei Zivildiener (Hans Bauer und Reinhold Huber) der Bezirksstelle Zwettl zugeteilt.

 

1979 - Zweites Bezirsstellengebäude geht in Betrieb

Am 7. April 1979 wird nach einer feierlichen Eröffnung das neue Rot Kreuz Haus seiner Bestimmung übergeben werden.

 

1980 - Gründung der Ortsstelle Martinsberg

Am 1. März 1980 wird eine motorisierte Ortsstelle in Martinsberg gegründet.

 

1981 - Notarztwagen Zwettl

Am 18. März 1981 wird offiziell der Notarztwagen in Zwettl in Betrieb genommen. Die Segnung des Zubaues kann am 1. Mai 1982 im Rahmen einer großen Feier stattfinden.

 

1986 - Gründung der Ortsstelle Langschlag

Im Jahre 1986 wird eine weitere motorisierte Ortsstelle in Langschlag.

 

1989 - Gründung der Ortsstelle Arbesbach

Im Jahre 1989 wird in Arbesbach ebenfalls eine Ortsstelle installiert.

 

Im August 1989 wurde für die Geschäftsführung und Dienstaufsicht ein Bezirksstellensekretär (Karl Binder) eingestellt.

 

1995 - Renovierung des Dienststellengebäudes

Zahlreiche Umbauarbeiten müssen laufend durchgeführt werden, um den wachsenden Ansprüchen gerecht zu werden. 1995 wird das Rettungsgebäude mit einem Schrägdach ausgestattet, damit die Probleme mit dem Flachdach beendet sind.

 

1995 - Landesübung in Zwettl

Die Landesübung und der Landesrettungstag werden im Mai 1995 in Zwettl durchgeführt.

 

1999 - Ortsstelle Zwettl wird gegründet

Am 5. März 1999 wird auch am Sitz der Bezirksstelle Zwettl eine Ortsstelle – Zwettl - gegründet.

 

2000 - Neubau der Bezirksstelle Zwettl

Da trotz laufenden Umbauarbeiten das alte Bezirksstellengebäude an seine möglichen Grenzen gestoßen war und eine ordnungsgemäße Abwicklung eines Dienstbetriebes nicht mehr gewährleistet werden konnte, wurde im September 2000 der Spatenstich zum Neubau eines Bezirksstellengebäudes feierlich durchgeführt. In einer knappen Bauzeit von nur 13 Monaten konnte das Gebäude seiner Bestimmung übergeben werden. Damit ist nun der permanente Platzmangel beseitigt und den Mitarbeitern stehen damit der heutigen Zeit angepasste Umgebungsmöglichkeiten zur Erfüllung ihrer Aufgaben im Rot Kreuz Dienst zur Verfügung.

 

2011 - Ernennung zum Bezirksstellenstützpunkt für Gesundheits und Soziale Dienste

Das Angebot von Rufhilfe, Pflegebetten, Betreutes Reisen, Krisenintervention, Besuchsdienst, Bewegung zum Wohlfühlen, Seniorentreff und Spontanhilfe ermöglicht es dass die Bezirksstelle Zwettl vom Landesverband Niederösterreich zum Bezirksstellenstützpunkt ernannt werden kann.

 

2015 - ARCANUS Landes- und Bundesrettungsübung

Die Landesrettungsübung ARCANUS wird von 14. bis 17. Mai 2015 im Waldviertel organisiert und durchgeführt. Unterkunft und Hauptgebiet ist im Truppenübungsplatz in Allentsteig.

 

2016 - 50 Jahre Blutspenden in Zwettl

Im Februar 2016 wurde ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert. Seit 50 Jahren werden die Blutspendeaktionen vom Roten Kreuz Zwettl organisiert und betreut.

 

 

Heute sind über 300 ehrenamtliche und 16 berufliche MitarbeiterInnen in 4 motorisierten Ortsstellen mit 18 Einsatzfahrzeugen und 1 Klein LKW, 1 Großschadenanhänger rund um die Uhr für unsere Bevölkerung im Einsatz.

 

 

Die Bezirksstelle wird geleitet:

  • Präsident Abt Stephan Rössler 1882 - 1923
  • Präsident Abt Dr. Leopold Schmidt 1923 - 1929
  • Präsident Bezirkshauptmann Hofrat Dr. Karl Bruckner 1929 - 1930
  • Vizepräsident Bezirkshauptmann Hofrat Dr. Karl Berger 1930 - 1932
  • Präsident Volksschuldirektor Karl Brandstetter 1932 - 1935
  • Präsident P. Prior Edmund Hammerschmid 1935 - 1938
  • Kreisstellenleiter Landrat Dr. Josef Kerndl 1938 - 1945
  • BR a.D. Obermedizinalrat Dr. Oswald Haberzettl 1945 - 1978
  • Bezirkshauptmann Hofrat Dr. Friedrich Gärber 1978 - 1992
  • Bezirkshauptmann Hofrat Dr. Werner Nikisch 1992 - 2003
  • Bezirkshauptmann Hofrat Dr. Michael Widermann 2003 - 2015
  • Stadträtin Andrea Wiesmüller seit 2015
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