Sie möchten Knochenmark- oder Stammzellspender werden?
In Österreich sind rund 66.000 Spender in verschiedenen Spenderzentren registriert. Weltweit stehen rund 28 Millionen Spender von Stammzellen bzw. Nabelschnurbluteinheiten zur Verfügung.
Um auch zukünftige Patienten mit einer Stammzelltherapie versorgen zu können ist ein ständiger Ersatz der aus Altersgründen aus dem Register ausscheidenden Spender erforderlich.
Wer sich ins Stammzellspenderregister meldet, steht für alle Patienten weltweit, die eine solche Therapie dringend brauchen, zur Verfügung. Eine Meldung für bestimmte Personen ist nicht möglich.
Die Suche über das Stammzellregister bietet einer Patientin/einem Patienten eine große Chance auf einen geeigneten Spender (bis zu 90%). Eine individuelle Suche auf lokaler oder selbst auf nationaler Ebene durch private Spendenaufrufe verbessert diese Chance angesichts der enormen Variabilität der Gewebsmerkmale nicht mehr messbar. Die Suche nach nicht verwandten Stammzellspenderinnen /Stammzellspendern dauert durchschnittlich 30 Tage.


Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen?
Die vollständige Gesundheit des Spenders ist natürlich eine Voraussetzung für die Spende. Das bedeutet, dass keine chronische, körperliche oder psychische Erkrankung bestehen darf, eine dauerhafte, medikamentöse Therapie ist abgesehen von wenigen Ausnahmen nicht zulässig.
Die derzeitigen Altersgrenzen für die Anmeldung ins Knochenmark- bez. Stammzellspenderregister betragen 18-45 Jahre.
Bei potentiellen Spendern besteht eine Beschränkung des Körpergewichtes von 55-100 kg bei Damen und 60-110 kg bei Herren.

 

Wie erfolgt die Anmeldung
Als Spender können Sie sich unter  0732 777 000 410 oder per E-Mail melden. Sie können auch gerne während der Öffnungszeiten der Blutzentrale Linz (Mo.-Fr. 7:00-15:00) zu uns kommen. Größere Spendergruppen (mehr als 2-3 interessierte Personen) und Abnahmeaktionen können aufgrund des personellen und materiellen Aufwandes nur nach Absprache mit uns organisiert werden. Wenn Sie nähere Auskünfte dazu benötigen, bitten wir Sie uns per E-Mail zu kontaktieren.
Im Zuge der Anmeldung wird eine Anamnese durchgeführt, in der Ihre gesundheitliche Voraussetzung überprüft wird. Sollten Sie als Spender registriert werden wollen, müssen Sie eine Einverständniserklärungen (Spender, Datenschutz) unterzeichnen. Zur Bestimmung der Gewebsmerkmale erfolgt eine Blutabnahme. Für die Blutabnahme ist es nicht notwendig nüchtern zu sein.

 

Typisierung der Gewebemerkmale (HLA)
Die Gewebemerkmale (HLA-Merkmale) entscheiden über die Auswahl des Spenders. Nach erfolgter HLA Typisierung (aus Blut) werden Sie in das Österreichische Stammzellregister gemeldet. Dieses nationale Register ist mit einem internationalen Netzwerk (Zusammenschluss von vielen lokalen Registern) verbunden und führt nationale sowie internationale Fremdspendersuchen durch. Freiwillige Spender, die übereinstimmende HLA-Merkmale mit einem Patienten aufweisen, kommen als potenzielle Spender in Frage und werden über das Österreichische Stammzellregister angefordert.

 

Was passiert, wenn man ausgewählt wird?
Wenn eine internationale Suche ergibt, dass Sie möglicherweise als Spender zu einem Patienten passen, werden wir Sie kontaktieren. Ab diesem Zeitpunkt ist noch nicht sicher, dass Sie mit dem Patienten gewebeverträglich sind. Wir benötigen von Ihnen eine weitere Blutprobe. Aus dieser soll eine genaue DNA-Analyse Ihrer Gewebemerkmale (HLA-Merkmale) durchgeführt werden, bei der Ihre HLA-Merkmale nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft bestimmt werden. Das Ergebnis dieser Analyse zeigt, ob Sie mit dem Patienten im Detail gewebeverträglich sind und daher als Spender herangezogen werden können. Werden Sie als Spender ausgewählt, folgt ein ausführlichen Informationsgespräch zu allen Aspekten der Spende. Das Transplantationszentrum legt fest, welche Form der Spende für den Patienten die besseren Chancen verspricht.

 

Rücktrittsrecht
Sie haben jederzeit das Recht, von der einmal gegebenen Spendereinverständniserklärung zurückzutreten. Sie müssen sich jedoch dessen bewusst sein, dass Ihr Rücktritt zu dem Zeitpunkt, an dem Sie bereits für einen bestimmten Patienten ausgewählt worden sind, für diesen Patienten einen lebensbedrohlichen Nachteil bedeuten kann.


Wie gewinnt man Stammzellen
Es gibt zwei Arten der Spende: Die Knochenmarkspende und die Spende von Blut-Vorläuferzellen (=Blutstammzellspende)


Die Spende von Blut-Vorläuferzellen (=Blutstammzellspende):
Die Spende von Blut-Vorläuferzellen wird in 90% der Fälle angewendet. Dazu bekommt man ein Medikament (G-CSF) das bewirkt, dass die im Knochenmark beheimateten Stammzellen sich dort stark vermehren, den Knochen verlassen und in das Blut auswandern. Mit Hilfe eines Spendeverfahrens (Apherese) werden die Spender an eine Maschine (Zellseparator) angeschlossen, die speziell Blutstammzellen sammelt.

 

Die Knochenmarkspende:
Blutstammzellen befindet sich in größerer Reserve in den platten Beckenknochen, von wo sie unter Vollnarkose mithilfe einer Nadel entnommen werden. Der Verlust der entnommenen Knochenmarkmasse wird in kurzer Zeit wieder ausgleichen.
Im Anschluss an die Entnahme verbleibt der Spender aus Kontrollgründen bis zum nächsten Tag in der Klinik. Neben Schmerzen an den Einstichstellen kann es in den Tagen nach der Spende als Folge des Blutverlustes zu Müdigkeit und Abgeschlagenheit kommen.

 

Kosten, Anonymität
Die Stammzellspende ist, wie auch die Blutspende, mit keinen Kosten verbunden.
Ihre Spende erfolgt anonym. Sie erfahren nichts über die Person des Patienten, der Patient erfährt nichts über Sie.

 

 

 

 

 

 

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