Was passiert beim Blutspenden?

Bei der Blutspende werden dem Spender ca. 450 Milliliter Blut aus der Armvene entnommen. Man sollte unmittelbar vor dieser in guter körperlicher Verfassung sein, sich wohl fühlen und außerdem nicht mit leerem Magen zum Spenden kommen. Der gesamte Vorgang inklusive der kurzen Ruhepause nach dem Spenden mit kleinem Imbiss dauert etwa eine dreiviertel Stunde. Das abgenommene Vollblut wird unmittelbar darauf in den Laboratorien des Blutspendedienstes Sicherheitstests unterzogen, in verschiedene Komponenten getrennt und zu verschiedenen Blutprodukten verarbeitet.

 

 

Wer darf Blut spenden - und wie oft?

Blut spenden können alle gesunden Frauen und Männer ab 18 Jahren. Frauen und Männer können alle acht Wochen, Frauen vier- bis fünfmal jährlich, Männer sechsmal jährlich Blut spenden. Thrombozyten zu spenden ist alle drei Wochen möglich, jedoch gelten dreimaliges Vollblutspenden und eine Eignungsuntersuchung, die in der Blutspendezentrale von Ärzten durchgeführt wird, als Voraussetzung. Die Thrombozyten-Spende bedeutet für den Spender einen Zeitaufwand von ungefähr zwei Stunden.

 

 

Was bringt Blutspenden einem selbst?

Beim Blutspenden werden dem Blutspender ca. 450 Milliliter Blut aus der Armvene entnommen. Wer Angst vor dem kleinen Stich hat, dem empfiehlt TV-Moderatorin und Blutspenderin Barbara Stöckl: "Einfach wegschauen. Außerdem gibt´s Schokolade als Belohnung".

 

Der Blutspender bekommt aber noch mehr:

  • die Bestimmung seiner Blutgruppe sowie seines Rhesus Faktors
  • die Bestimmung seines Hämoglobinwerts
  • die Bestimmung, ob er vielleicht eine unentdeckte Gelbsucht (Hepatitis B oder C) durchgemacht hat
  • den Nachweis eventueller Blutfaktoren-Antikörper (diese zu kennen ist für den Fall lebenswichtig, dass man selbst einmal Blutkonserven benötigt)
  • einen Blutspendeausweis
  • die Benachrichtigung bei Verdacht auf Erkrankungen

Und schließlich erhält jeder Blutspender die gute Gewissheit: Ein anderer wird durch meine Spende weiterleben.

 

 

Welche Folgen haben wissentlich falsche Angaben?

Eine falsche Angabe des Blutspenders bei der Überprüfung der Spendetauglichkeit kann zu schwer wiegenden Folgen für den Blutempfänger - bis hin zum Tod - führen. Wer wissentlich unwahre Angaben macht, muss für immer von der Blutspende ausgeschlossen werden, da das Vertrauensverhältnis zerstört ist. Er muss in manchen Fällen außerdem mit einem Strafverfahren rechnen.

 

 

Was ist die "Polymerase-Kettenreaktion" (PCR)

PCR = Polymerase Chain Reaction. Dringen Krankheitserreger in den Körper ein, bilden die weißen Blutkörperchen Antikörper, um den Eindringling unschädlich zu machen. Diese Antikörper können durch Tests nachgewiesen werden. Die Dauer bis zur Bildung von Antikörpern heißt "diagnostisches Fenster". In diesem Zeitraum besteht zwar schon eine Infektion, es gibt aber noch keine Antikörper, die durch einen Test feststellbar wären. Der PCR-Test funktioniert auf molekularbiologischer Grundlage. Jede DNA, Träger der Erbeigenschaften, ist typisch für ihren "Besitzer"  oder "Träger", man kann ihn anhand seiner "DNA" erkennen". Auch Viren und Bakterien besitzen eine solche DNA (Viren auch eine andere Form, die sogenannte RNS). Im Falle der medizinischen Forschung ist das ihr "Pech", denn mit dem PCR-Test kann man sie anhand ihrer DNA oder Teilen davon erkennen. Ein PCR-Bluttest kann also nicht nur die Antikörper gegen einen Krankheitserreger feststellen, sondern bereits den Erreger selbst. Durch den PCR-Test werden Blutkonserven daher noch einmal ein großes Stück sicherer.

 

 

Was ist eine Inline-Filtration

Der erste Schritt bei der Zerlegung des Vollblutes in seine Komponenten besteht in einem speziellen Filterverfahren, der so genannten "Inline-Filtration": Das Vollblut fließt durch einen besonderen Filter, weiße Blutkörperchen und Blutplättchen, zusammen der "buffy coat" genannt, bleiben darin hängen. Übrig bleiben das flüssige Blutplasma und die roten Blutkörperchen. Die Entfernung von weißen Blutkörperchen und Blutplättchen führt zu einer verbesserten Qualität der späteren Blutkonserve: Mögliche Krankheitserreger, die an weiße Blutkörperchen oder Blutplättchen gebunden sind, fangen sich schon vor den zahlreichen Tests im Labor im Filter.

Außerdem sind Blutkonserven, die einer Inline-Filtration unterzogen wurden, verträglicher für Patienten.

 

 

Was ist eine Blutkonserve

Konserve ist der umgangsprachliche Ausdruck für Blutprodukte oder Zellkonzentrate und stammt aus der Zeit (bis Ende der 80er), als primär Vollblut verarbreicht wurde. Heute wird jede Blutspende nach umfangreichen Bestimmungs- und Sicherheitstests in möglichst reine Zellkonzentrate bzw. Plasma aufgespalten. Dem Patienten stehen somit genau jene Stoffe in reiner Form zur Verfügung, die er aufgrund seiner Krankheit bzw. Verletzung benötigt.

 

 

Welche Aufgaben hat der Blutspendedienst

Der Blutspendedienst des OÖ Roten Kreuz ist verpflichtet, alle Krankenhäuser in Oberösterreich mit Blut- und Blutprodukten an 365 Tagen im Jahr und 24 Stunden am Tag zu beliefern. Jede Blutkonserve wird vor Ausgabe zahlreichen Tests unterzogen. Dies dient zur Sicherheit der Empfänger, sowie als Gesundheitscheck für Blutspender.

 

 

Wer bekommt Blutkonserven?

Im Gegensatz zu früher werden heute nur noch die einzelnen Blutkomponenten je nach Mangel/Bedarf eingesetzt. Zum Beispiel: Thrombozytenkonzentrat im Rahmen der Knochenmarkstransplantation (z.B. zur Behandlung von Leukämie); oder Erythrozytenkonzentrat bei großem Blutverlust als Folge eines Unfalls (z.B. bei Verletzung von großen Gefäßen). Ob "nur" zwei oder über 150 Konzentrate im Rahmen einer Behandlung verabreicht werden, ist abhängig von der Art und Schwere der Erkrankung/Verletzung.

 

 

Wieviele Blutspenden müssen pro Jahr aufgebracht werden?

Rund eine halbe Million. Damit kann dank Ihrer Blutspende in der Regel der Bedarf der Krankenhäuser im Einzugsgebiet der Blutspendezentrale gedeckt werden. Nur im äußersten Notfall ergeht ein spezieller Aufruf zum Blutspenden an die Bevölkerung.

 

 

Wie groß ist das Risiko einer Ansteckung durch eine Bluttransfusion?

  • HIV: 1:2 Millionen
  • HBV: 1:500.000
  • HCV: 1:700.000

 

Risiko eines Narkose Zwischenfalls 1:10.000.

Die Chance einen Blutverlust von mehr als drei Litern (z.B. in Folge eines Auto- oder Sportunfalls) ohne Bluttransfusion zu überleben, ist minimal.

 

 

Wann und wo gab es die erste Bluttransfusion?

Der Legende nach 1492 in Rom. Die damalige Idee: Warum sollte nicht mittels des Blutes das Leben, die Jugend von einem zum anderen übertragen werden können? Man transfundierte also das Blut von drei zehnjährigen gesunden Knaben dem greisen Papst Innozenz VIII in die welken Venen. Das Ergebnis dieser ersten blutigen "Frischzellen-Verjüngungskur": Zuerst starben drei Knaben und unmittelbar darauf der Papst.

Die Blutspende, bei der dem Spender ca. 450 Milliliter Blut aus der Armvene entnommen werden, wird am häufigsten durchgeführt (=Vollblutspende). Bei der Multikomponenten-Spende werden dem Spender nur Blutbestandteile (z.B. Thrombozyten) entnommen, der Rest des Blutes wird wieder zurückgeführt. Solche Blutpräperate werden von speziell ausgesuchten Spendern gewonnen.

 

 

Warum gibt es beim Roten Kreuz kein Geld fürs Blutspenden?

Zunächst stellt die freiwillige und unentgeltliche Blutspende einen hohen ethischen Wert dar: Menschen geben Blut, ohne einander zu kennen und drücken damit ihre Solidarität zu Schwächeren - kranken und verletzten Mitmenschen - aus.

Würde eine Vergütung in Aussicht gestellt, könnte ein Spender der Versuchung erliegen, wichtige Angaben für die Beurteilung seiner Spendetauglichkeit zurückzuhalten. Unter schlechten ökonomischen Bedingungen wäre es schwer, dieser Verlockung zu widerstehen. Hier führt das Argument der Sicherheit von Blutprodukten wieder zur ethischen Bedeutung der Freiwilligkeit zurück:

Würde das Blutspenden bezahlt, könnte es für wirtschaftlich schwächere Bevölkerungsgruppen das Kennzeichen der Freiwilligkeit verlieren. Dass es sich dabei um eine reale Gefahr handelt, beweist die in manchen Ländern praktizierte bezahlte Blut- und Organspende. Zahlreiche Untersuchungen belegen überdies, dass Transfusionen von Blut aus bezahlten Quellen mit einem erhöhten Risiko einer anschließenden Infektion verbunden sind.

 

 

Kann ich mich beim Blutspenden z.B. mit Aids infizieren?

Nein. Für Blutspenden wird ausschließlich steriles Einweggerät verwendet. Zudem wird die Blutverarbeitung von der Abnahme bis zur fertigen Konserve im "geschlossenen System" vorgenommen. Am Spendebeutel, der bei der Blutabnahme gefüllt wird, hängt nicht nur die Einwegnadel (wird nach der Abnahme vernichtet), sondern auch drei weitere Beutel. Diese vier "Kammern" sind mittels Schläuchen verbunden. In diesem geschlossenen System bewegt sich das Blut von der Abnahme bis ins Spital. Nichts kann von außen in dieses System dringen und umgekehrt. Eine Verunreinigung ist ausgeschlossen.

 

 

Was ist die Eigenblutspende und wann ist sie sinnvoll?

Vor geplanten Operationen mit Blutbedarf kann es sinnvoll sein, ein Eigenblutdepot anzulegen - eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt klärt diese Frage.

 

Voraussetzungen für ein Eigenblutdepot: Es darf weder eine schwere Herz-Lungen-Erkrankung, eine Blutarmut noch ein Infektionsrisiko durch Viren auszuschließen, nicht zu immunisieren und mögliche allergische Reaktionen, wie sie nach Fremdblutgabe gelegentlich auftreten können, zu vermeiden. Der Patient fühlt sich nach der Operation frischer und wohler. Durch die Verdünnung des Blutes verbessern sich außerdem seine Fließeigenschaften und die Sauerstoffabgabe. Aufgrund der Haltbarkeit des Blutes von 42 Tagen können maximal fünf Eigenblutkonserven abgenommen werden.

Welche Tests müssen Spenderblut und Spender bestehen? Nicht nur Spenderblut muss Sicherheitstests durchlaufen, auch die Spendetauglichkeit von Blutspendern wird überprüft.

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