Geschichte

Die Ortsstelle des Roten Kreuzes Seewalchen am Attersee gibt es schon seit den 1950er Jahren. Die Aufgaben waren jahrelang das Sammeln von Spenden sowie die Durchführung von Ambulanzdiensten bei größeren Veranstaltungen.

Im Jahre 1985 übernahm Rudolf Plöderl nach einer knappen Wahl (Ergebnis 3:2) die Ortsstellenleitung und machte sich daran, die Aufgaben des Roten Kreuzes Seewalchen neu zu definieren.

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Von Anfang an dabei: Schieber Gerd (1990)

Plöderl, der seinen Dienst im Rettungs- u. Krankentransport bereits 1980 als Zivildiener in Vöcklabruck begann, bemühte sich um neue freiwillige Mitarbeiter/innen und konnte 1985 bereits einen regelmäßigen Wochenend-Rettungsdienst auf die Beine stellen. Die Dienststelle war zu diesem Zeitpunkt ein 20m² großes Zimmer im Gemeindeamt, das Rettungsauto eine regelmäßige Wochenend-Leihgabe der Ortsstelle Vöcklabruck. 1986 fand der erste Rotkreuz-Ball in Seewalchen statt – eine Institution im kulturellen Leben von Seewalchen, die bis heute besteht und den besten Ruf genießt.

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Erstes "eigenes" Rettungsauto 4.1321 (1996)

Als erstes „eigenes“ Rettungsauto diente ein beim Roten Kreuz Vöcklabruck ausrangierter VW T3, nachdem er vom örtlichen VW-Betrieb wieder in Schuss gebracht worden war. Zusätzlich zum Wochenenddienst (von Freitag abends bis Montag morgens) wurden die Seewalchener Sanitäter/innen immer wieder während der Woche, vor allem in der Nacht, von der Leitstelle zuhause angerufen, um akut den Rettungswagen zu besetzen und Menschen in Not zu helfen.

Seit Jänner 1995 besteht beim Roten Kreuz Seewalchen ein durchgehender 24h-Dienst. In der Nacht sowie am Wochenende stehen Freiwillige im Dienst, für die Tagdienste während der Woche werden uns seither Zivildiener zugewiesen. Seit 1997 ist unser Hauptberuflicher Mitarbeiter Günther Schatzl mit der Dienstführung und -aufrechterhaltung betraut.

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Neubau der Ortsstelle (1997)

Das Jahr 1997 bleibt uns aber vor allem auch durch den Beginn des Baus der neuen Ortsstelle in Erinnerung. Erleichtert durch eine Grundstücksspende konnte in kürzester Zeit ein Fertigteilhaus mit Garage im Seewalchener Ortsteil Rosenau errichtet und schon im Mai 1998 durch den damaligen Rotkreuz-Präsidenten von Oberösterreich, Herrn Starzer, eingeweiht werden.

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VW T4 4.1381/I

Zeitgleich nahmen wir unser erstes T4-Hochdach-Rettungsauto in Betrieb: nach Jahren im kleinen Dienstraum in der Gemeinde, nach 6 Monaten in einem Baucontainer als Übergangsquartier und unterwegs mit einem alten T3-Rettungswagen wahrlich ein epochales Ereignis.

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Neues Essen auf Rädern Auto (1986)

Das Rote Kreuz Seewalchen war schon seit jeher nicht nur im Rettungsdienst aktiv. Seit dem Jahre 1986 gibt es in Seewalchen die Aktion Essen auf Rädern, eine Zusammenarbeit zwischen dem Roten Kreuz und der Marktgemeinde Seewalchen, die gemeinsam mit dem damaligen Bürgermeister Limberger gestartet werden konnte. Die Aufgabe für das Rote Kreuz Seewalchen ist es dabei, Freiwillige zu stellen, die sich am Wochenende um die Auslieferung des Mittagessens kümmern.

 

 

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Verladen der Hilfsgüter für Rumänien (1990)

Als 1989 der rumänische Diktator Ceausescu gestürzt wurde und revolutionäre Bewegungen viele östliche Nachbarländer erfassten, kam Bewegung in die Länder Europas. Viele Hilfsorganisationen und Non-Profit-Organisationen (NPO’s) erkannten die Zeichen der Zeit und die Notwendigkeit rascher Unterstützung. Auch - oder vor allem - das Rote Kreuz war gefordert. In Seewalchen bestand durch die Siebenbürger/innen, die im Ortsteil Rosenau eine neue Heimat gefunden hatten, eine besondere Beziehung zu Rumänien und so wurden zwei einzigartige Hilfsaktionen gestartet: die Rumänien-Hilfstransporte 1991 und 1992.

 

Als 2005 Rudolf Plöderl nach 20 Jahren von der Spitze der Ortsstelle zurücktrat, übergab er einem Ortsstellenleiter-Dreierteam unter der Leitung von Gerald Schuster eine funktionierende Rotkreuz-Ortsstelle, deren Aufgaben stets zugenommen hatten und weiterhin zunahmen. Im Bereich des Gesundheits- u. Soziale Dienste wurde ein Besuchsdienst ins Leben gerufen, das Jugendrotkreuz führt in mehreren Gruppen für Kinder von 5-15 Jahren den Nachwuchs an die Rotkreuz-Idee heran.

Großschadensereignisse wie die Massenkarambolagen 2002, 2005 und 2008 sowie der große Busunfall 2004 fordern oft die Katastrophenhilfsdienst-Mannschaft und setzen perfekte Planung und Organisation voraus.

Ortsstellenleiterteam
v.l.: Reinhard Mayrhofer, Gerd Schieber, Sebastian Spalt

Als Gerald Schuster Ende 2008 als Bezirksgeschäftsleiter von Vöcklabruck zu arbeiten begann, übernahm Reinhard Mayrhofer Anfang 2009 die Ortsstellenleitung und führt diese - in der Seewalchener Art, wie wir sie seit 2005 pflegen - gemeinsam im Dreierteam mit seinen zwei Ortsstellenleiter-Kollegen Christian Roither und Peter Loy.

 

Bei der Ortsstellenleiter Neuwahl im März 2015, wurde Reinhard Mayrhofer in seinem Amt als Ortsstellenleiter bestätigt. Ihm stehen nun mit Gerd Schieber und Paul Weidinger zwei neue Stellvertreter zur Seite.

Aus beruflichen Gründen verließ Paul Weidinger 2017 das Leiterteam und Sebastian Spalt kam an seiner Stelle (Foto © Mag. pharm. Dr. Wolfgang Kühn | www.phototheker.at).

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