Psychosoziale Betreuung im Roten Kreuz

Im Österreichischen Roten Kreuz trat im Rahmen des Rettungsdienstes die Frage auf, wie man neben der medizinischen Versorgung noch besser auf die weiteren Bedürfnisse der Menschen eingehen kann. Aus diesen Überlegungen wurde eine Unterteilung in drei Gruppen (Ellipsen) vorgenommen. Im Rechteck sind jeweils die Helfer und deren Möglichkeiten dargestellt.

 

 

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Stressverarbeitung nach belastenden Einsätzen - SVE

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Wer kennt die Situation nicht: Verkehrsunfall – beschädigte und zerstörte Sachgüter, verletzte Kinder und Erwachsene, Tote, verstörte unverletzte Menschen, Angehörige, hilflose Zuschauer .... Alle beteiligten Einsatzkräfte wie Rettung, Feuerwehr, Exekutive, ... haben während des Einsatzes ihr Bestes gegeben!

Nach dem Einsatz kann Betroffenheit zurückbleiben – diese Betroffenheit ist eine Stressreaktion, dh. eine „normale“ Reaktion des gesunden Menschen auf außergewöhnliche Ereignisse.

Sie kann von kurzer Dauer sein, aber auch länger andauern und beim Betroffenen nachhaltig negative Auswirkungen zeigen, im Extremfall sogar eine Beeinträchtigung der Gesundheit bewirken.

 

Ein tragendes Element von SVE (Stressverarbeitung nach belastenden Einsätzen) für Mitarbeiter ist das Peer-System: Peers sind speziell in SVE ausgebildete Mitarbeiter, die aus der eigenen Einsatzorganisation kommen und als Mensch und Fachmann weitestgehende Anerkennung genießen. Selbstverständlich sind all die Informationen, die ein Peer im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit erhält, strengstens vertraulich zu behandeln.

SVE möchte die in jedem Menschen innewohnende körpereigene Regenerationsfähigkeit unterstützen, damit man sich seiner Gedanken klar werden kann.

 

Eines der wesentlichen Ziele von SVE ist es, die beschriebenen Auswirkungen nach belastenden Ereignissen zu minimieren und wenn notwendig – psychosoziale Fachkräfte unterstützend anzufordern.

Krisenintervention im Roten Kreuz – KI

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KI übernimmt die Betreuung von Menschen nach traumatischen Ereignissen. Das Ziel der Be- treuung liegt in der Wieder- gewinnung der Handlungs- fähigkeit und in der Einleitung des Trauerprozesses. Bei der Krisenintervention durch RK – Mitarbeiter handelt es sich um eine einmalige Intervention, die unmittelbar nach einem traumatischen Ereignis stattfindet, also noch mitten im Einsatzgeschehen. KI versteht sich als psychische Erste Hilfe, also als Brücke zu weiteren Hilfsangeboten und dauert in der Regel ca. 2-3 Stunden.

KI kann nur von Einsatzorganisationen (nicht von Privatpersonen) angefordert werden; die Alarmierung der Mitarbeiter erfolgt über die Leitstelle.

Psychologischer Dienst an der Ortsstelle Thomasroith

Auch wir im Rettungsdienst sind vor außergewöhnlichen Einsätzen oder der Betroffenheit - wie oben beschrieben - nicht gefeit. Genau aus diesem Grund gibt es an der Ortsstelle Thomasroith für die Mitarbeiter im Rettungs- und Krankentransport auch die Möglichkeit, SVE zu nutzen. Einige Mitarbeiter stehen für solche Einsätze zur Verfügung.

Weiters wird auch immer wieder darauf Wert gelegt, dass „psychologische Themen“ bei den Weiterbildungen und Schulungen präventiv vorgetragen werden. (z.B. Borderline Störungen, Suizid,..)

 

Die Mitarbeit im KI - Team ist eine gute und wichtige Aufgabe für die Betreuung von Angehörigen im Krisenfall, bei dem man an unserer Ortsstelle mitwirken kann.

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