27.06.2014 09:27

Erster Notfallsanitäter mit der besonderen Notfallkompetenz zum Intubieren bei der Betriebsrettung

Erster Notfallsanitäter mit der besonderen Notfallkompetenz zum Intubieren bei der Betriebsrettung

Das Sanitätergesetz sieht in Österreich mehrere Stufen in der Ausbildung des rettungsdienstlichen Personals vor. Dabei geht das Spektrum von Rettungssanitäter (RS) über Notfallsanitäter (NFS), Notfallsanitäter mit allgemeinen Notfallkompetenzen Arzneimittellehre (NFS NKA) und Venenzugang (NFS NKV) und schlussendlich bis zur besonderen Notfallkompetenz Beatmung und Intubation (NFS NKI). Die letzte, insgesamt 1640 Stunden umfassende Stufe des NFS NKI, erreichen nur sehr wenige Sanitäter.

 

Der Notfallsanitäter NKI ist speziell im gesamten Atemwegsmanagement ausgebildet und trainiert. Dies beinhaltet neben einer perfekten Beherrschung der standardmäßigen Techniken (Atemwegshilfen, Masken-Beutel-Beatung, Larynxtubus etc.) auch invasivere, wie das endotracheale Intubieren – einer Tätigkeit die normalerweise nur Ärzten vorbehalten ist. So ist es dem Notfallsanitäter NKI gestattet, in der Zeit bis ein Notarzt eintrifft beispielsweise bei der Wiederbelebung sämtliche erweiterten Maßnahmen zu setzen: von der standardmäßigen Wiederbelebung, bis zur Intubation, Defibrillation, Einsatz des EKG-Monitors samt Kapnographie, Legen eines peripher-venösen Zugangs, Anhängen einer Infusion und Verabreichung von kreislaufunterstützenden Medikamenten bzw. zum Unterbrechen eines Kammerflimmerns, sowie die künstliche Beatmung mittels Beatmungsgerät.

Auch kann der NFS NKI beispielsweise bei einem durch Fremdkörper verlegten Atemweg diesen mittels Laryngoskop und Magill-Zange entfernen um somit die Beatmung erst überhaupt möglich zu machen und sofort lebensrettende Maßnahmen zu setzen.

 

Armin Reisinger – seit 2001 freiwillig im Rettungsdienst und seit 2009 bei der Betriebsrettung – absolvierte die Ausbildung an der Rettungsakademie der Berufsrettung Wien, da diese Ausbildung in den meisten Bundesländern nicht mehr angeboten wird. Durch Drill- und Szenario-basierte Trainings wird hier ein sehr hohes Niveau angeboten. In einem zweiwöchigen Krankenhauspraktikum im OP musste dann die notwendige Praxis gesammelt werden. Dies erfolgte im AKH Linz, wo durch die besonderen Bemühungen der Ärzteschaft und Pflege enorm viel mitgenommen werden konnte.

 

Nach dem letzten Teil, welcher wieder in Wien zu absolvieren war, konnte Reisinger bei der kommissionellen Abschlussprüfung sowohl bei der Theorie und den Praxisstationen mit einem ausgezeichneten Erfolg die Ausbildung abschließen. Doch auch nach dieser Ausbildung ist weiteres ständiges Training sowie ein wiederkehrendes OP-Praktikum vorgesehen um das Qualitätsniveau zu halten.

 

Fotos: Ärztlicher Leiter der Betriebsrettung voestalpine, Prim. Dr. Andreas Hager bei der Übergabe der für diese Notfallkompetenz notwendigen Einzelermächtigung an den ersten Notfallsanitäter NKI  der voestalpine Armin Reisinger, MBA.

 

Impressionen von der Ausbildung bei der Wiener Berufsrettung wo auch Dienste absolviert wurden.

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