30.10.2017 15:17

Jobs für Asylberechtigte: Freiwillige Arbeit beim Roten Kreuz Salzburg

Salzburg – Das Rote Kreuz Salzburg startet am 1. November 2017 mit der Umsetzung des Integrationsjahrgesetzes (IJG). Für Asylberechtigte, die selbst keine Arbeit finden, stellt die Hilfsorganisation bis zu 30 Stellen in acht Jobs auf freiwilliger Basis bereit. Das fördert die Eingliederung in unsere Gesellschaft.

Jobs für Asylberechtigte: Freiwillige Arbeit beim Roten Kreuz Salzburg

"Gesellschaftliche Eingliederung kann nur über Arbeit funktionieren", sagt Sabine Kornberger-Scheuch, Landesgeschäftsführerin des Roten Kreuzes Salzburg, und erklärt: "Menschen, die arbeiten dürfen, nehmen am Leben teil, leisten einen Beitrag, lernen die Sprache schneller und leben eigenständig. Deshalb starten wir die Umsetzung des Integrationsjahrgesetzes rasch und ermöglichen ab November 2017 weiteren Asylberechtigten Arbeit im Roten Kreuz. Wir können im ersten Schritt etwa 25-30 Menschen in acht unterschiedlichen Positionen aufnehmen."

 

Helfer in unterschiedlichen Bereichen

Die Asylberechtigten werden vorwiegend als Helfer eingesetzt, etwa als Logistikhelfer bei "Essen zu Hause", als Hilfsmitarbeiter im Blutspendedienst, als Gastronomie- und Hausmeistergehilfe in Seniorenwohnhäusern, Integrationshäusern und im Landesverband. Außerdem als Garagenmeistergehilfe im Landesverband und in den Bezirksstellen. "Die Arbeit ist freiwillig und ein Angebot an Interessierte", sagt Herbert Wieser, Projektleiter im Roten Kreuz Salzburg. "Wir sehen in unseren Integrationshäusern, in Kursen und im persönlichen Kontakt die große Motivation der Asylberechtigten, zu arbeiten. Ich freue mich, dass wir hier nun Stellen anbieten und diese Menschen weiter unterstützen können."

 

Schlüssel zum Erfolg: Frühzeitige Integrationsmaßnahmen

"Ich bin überzeugt, dass eine gelungen Integration die beste Basis für ein künftiges Miteinander ist. Darum setzte ich mich auch persönlich für diese Projekte ein", sagt Kornberger-Scheuch. Laut OECD stellt die frühzeitige Arbeitsmarktintegration einen wesentlichen Faktor für den langfristigen Integrationserfolg dar. Sie empfiehlt daher, Flüchtlingen und Asylsuchenden mit hoher Bleibeperspektive so rasch wie möglich Zugang zu Aktivierungs- und Integrationsmaßnahmen zu gewähren. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch eine aktuelle österreichische Studie von Joanneum Research, die sich mit den ökonomischen Effekten von Asylberechtigten befasst. Die Studie attestiert grundsätzlich leicht positive volkswirtschaftliche Effekte, die jedoch auch negativ werden könnten, wenn es nicht gelingt, Flüchtlinge möglichst bald in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Eine frühzeitige und umfassende Arbeitsmarktintegration stellt letztlich also den Schlüsselfaktor dar. 

 

Das Integrationsjahrgesetz (IJG)

Das Bundesgesetz zum Integrationsjahr gilt seit 1. September 2017 und muss verpflichtend ab 1. Jänner 2018 umgesetzt werden. Alle Trägereinrichtungen welche Zivildiener im Sinne des Zivildienstgesetzes (ZDG) beschäftigen, schaffen dafür Jobs (anerkannte Träger laut § 4 des Zivildienstgesetzes). Das Angebot gilt für Personen, denen nach dem 31.12.2014 der Status des Asylberechtigten oder subsidiär Schutzberechtigten zuerkannt wurde sowie für Asylwerbende die nach dem 31.3.2017 um internationalen Schutz angesucht und eine hohe Zuerkennungswahrscheinlichkeit haben.

 

Das Rote Kreuz Salzburg im Überblick

Jedes Jahr leisten rund 4.200 Freiwillige im Roten Kreuz Salzburg etwa 1 Million ehrenamtliche Stunden. Mehr als 900 Hauptberufliche und pro Jahr etwa 350 Zivildiener arbeiten für die Organisation. Diese verteilen sich auf 29 Dienststellen, 12 Seniorenwohnhäuser und ein Senioren-Tageszentrum. Mehr als 70.000 Mitglieder vertrauen dem Roten Kreuz und spenden.

Das Rote Kreuz Salzburg engagiert sich stark für die Eingliederung von Flüchtlingen: Mit Bildungsprojekten, Werteschulungen oder durch den Einsatz der Flüchtlinge als Helfer im Katastrophenhilfsdienst. Die Finanzierung dieser Projekte erfolgt ausschließlich über zweckgewidmete Spenden. "Helfen, ohne zu fragen, wem" sagte Rot-Kreuz-Gründer Henry Dunant und nach diesem Grundsatz handeln wir bis heute - aus Liebe zum Menschen.

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