Evelyn, Freiwillige beim ÖRK

Menschlichkeit ist für mich:

  • Zuhören
  • die Person annehmen
  • ihre Bedürfnisse erkennen
  • die andere Person nicht wertend wahrnehmen
  • offen sein für Begegnungen
  • beim Namen nennen


Sichtbar wurde das für mich besonders im Rahmen meiner Tätigkeit bei der Flüchtlingsbetreuung 2015. Ich war an der Grenze, privat wie in Uniform, um mit zu helfen. Habe auch ein Transitquartier betreut. Und ich konnte mit den Menschen sprechen. Fragte nach ihren Namen, spielte mit den Kindern, spendete Trost so gut ich konnte, versorgte die Wunden. Da wurde für mich Menschlichkeit sichtbar. Sie waren so dankbar, dass sie angenommen wurden. Dass jemand da war, der zuhörte. Dass jemand sie beim Namen nannte. Gestern habe ich am Freiwilligen Symposium teilgenommen und durfte einem jungen Mann aus Syrien zuhören, als er mit uns seine Geschichte teilte. Er erzählte, warum es zum Krieg kam, seine persönlichen Gründe, warum er geflüchtet ist und wie sein Weg ihn nach Österreich geführt hat. Und auch ab wann er sich wieder als Mensch gefühlt hat. Es hat mich tief beeindruckt, dass er jetzt für das Rote Kreuz FREIWILLIG tätig ist, um zurückgeben zu können, was ihm gegeben wurde. Um helfen zu können. Um Erfahrungen zu sammeln und sich menschlich und nützlich zu fühlen.

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