04.09.2007 21:12

Family News Nr. 03/07, September 2007

Ein Informations-Service des Suchdienstes des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK)

Family News Nr. 03/07, September 2007

Family News Nr. 03/07, September 2007

Österreichisches Rotes Kreuz (ÖRK)
Ein Informations-Service des Suchdienstes
suchdienst.roteskreuz.at


I. Suchdienst Österreich
Ausstellung anlässlich des „Internationalen Tag der Verschwundenen“

Auch heuer gedachten wir am 30. August, dem „Internationalen Tag der Verschwundenen“, aller Vermissten und deren Angehörigen – in Österreich und weltweit. Mit einer Ausstellung im Foyer des Generalsekretariates wollten wir Besucher und Mitarbeiter auf diese globale Problematik hinweisen und ein Stück weiter in deren Bewusstsein rücken. Gezeigt wurden Materialien und Filme im Zusammenhang mit aktuellen Konflikten, den Balkankriegen und dem zweiten Weltkrieg.
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Gourmet Catering Service bringt getrennte Familien wieder an einen Tisch

 
Am heurigen Weltrotkreuztag, dem 8. Mai, konnten im Rahmen einer Spendenaktion in den 73 Betriebsrestaurants der Gourmet Catering Service € 1.520,-- gesammelt werden.

Die Summe wurde vom Geschäftsführer der Gourmet Catering Service (Bildmitte) an den stellvertretenden Generalsekretär Dr. Werner Kerschbaum (im Bild links) und Mag. Johannes Guger, Leiter der Abteilung "Internationale Beziehungen und Suchdienst", übergeben. Das Geld kommt zur Gänze dem Projekt zur Unterstützung von Familienzusammenführungen zu Gute.

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II. Suchdienst International

Vereinigte Staaten: Übergabe von Holocaust Dokumenten durch den Internationalen Suchdienst

Der Internationale Suchdienst (ISD) übergab Ende August die Kopien von Millionen Dokumenten, die mit dem Holocaust in Verbindung stehen, dem US Holocaust Memorial-Museum (HMM), welches diese im Namen der Regierung der Vereinigten Staaten entgegen nahm. Die Dokumente von mehr als 50 Konzentrationslagern und Gefängnissen beinhalten Totenbücher, Transportlisten und medizinische Befunde. „Diese Dokumente reflektieren die schlimmsten Gräueltaten der Nazi-Ära und stellen einen wesentlichen Teil unseres Archivs dar,“ sagte ISD-Direktor Reto Meister während der Übergabe im Holocaust Memorial-Museum. Auch Israel hat Kopien der Dokumente erhalten.
 (aus: IKRK-Pressemitteilung Nr. 07/94 vom 21. August 2007)

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Sri Lanka: Kein Ende der Kämpfe in Sicht

Die Kämpfe zwischen den Sicherheitskräften Sri Lankas und den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) gehen weiter, wobei das IKRK bemüht ist, zumindest ein Minimum an Mobilität von Zivilisten und Gütern zwischen den von der Regierung und den von den LTTEs kontrollierten Gebieten zu gewährleisten. Es ist auch das IKRK, das es ermöglicht, sterbliche Überreste von Soldaten aus den kontrollierten Gebieten herauszutransportieren.  In den vergangenen Monaten konnten so 39 Soldaten bestattet werden.

Weiters setzt das IKRK seine Gefangenenbesuche fort. In den letzten Monaten besuchten und registrierten Delegierte an 29 verschiedenen Orten 466 Gefangene.

Daneben ist die Rückkehr intern Vertriebener voll im Gange, die vom IKRK überwacht wird. Etwa 75.000 Menschen konnten wieder nach Hause zurückkehren. Bis zu 64.000 Vertriebene leben aber immer noch bei Gastfamilien oder in Flüchtlingslagern. Die Kommunikation zwischen ihnen und ihren Familien findet oft über Rotkreuz-Nachrichten statt. Seit Ende Mai hat das IKRK mehr als 1000 Rotkreuz-Nachrichten erhalten und zugestellt.

Familien im ganzen Land berichten auch immer wieder von Entführungen Verwandter durch Unbekannte. Auch Rotkreuz-Mitarbeiter bleiben davon nicht verschont. Im Juni waren zwei Mitarbeiter des örtlichen Roten Kreuzes nach einer Fortbildungsveranstaltung entführt und einige Tage später tot aufgefunden worden. Die internationale Rotkreuz-Rothalbmondbewegung war schwer geschockt von diesem Vorfall.
(aus: Sri Lanka – ICRC Bulletin No. 14 / 2007)


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III. Diverses

Slowenien: Das größte Massengrab Europas

Es war Frühsommer 1945 in Slowenien, das Nazi-Regime brach zusammen, die Jugoslawen unter dem Kommando von Marschall Josip Broz Tito rückten immer weiter nach Norden vor, die deutschen Truppen zogen sich zurück.
Anfang Mai setzte ein gewaltiger Flüchtlingsstrom Richtung Steiermark ein: Zivilisten wollten den kommunistischen Paramilitärs und Soldaten ebenso entkommen wie Angehörige faschistischer Milizen und fast die gesamte reguläre kroatische Armee. Vielen von ihnen gelang diese Flucht aber nicht.

Stefan Karner, Professor an der Uni Graz und Leiter des Boltzmann-Instituts für Kriegsfolgenforschung, vermutet, dass im ersten Jahr nach dem Kriegsende über 10.000 Slowenen und an die 100.000 Nichtslowenen getötet wurden: königstreue serbische Tschetniks, Ustaschi aus Kroatien, die mit Hitler im Bunde standen, Deutsche, die seit Jahrhunderten hier lebten.

Über Jahrzehnte wurde dieser Teil der Geschichte nicht aufgearbeitet, erst jetzt beginnt sich das zaghaft zu ändern. Die Gründung einer Bürgerinitiative in Maribor sorgte dafür, dass in den vergangenen Jahren mehr als ein Dutzend Massengräber entdeckt wurden. Eine „Regierungskommission für verheimlichte Massengräber“ kümmert sich nun um die Aufarbeitung der Hinrichtungen und hat inzwischen nicht weniger als 540 Tatorte ausfindig gemacht – darunter einen ehemaligen Panzergraben, in dem bis zu 15.000 Tote vermutet werden. „Damit wäre dieses Grab das größte in Europa“, sagt der Historiker Mitja Ferenc, Mitglied der Kommission.

Die Aushebung der Massengräber wird es hoffentlich auch möglich machen, Vermisstenschicksale in diesem Zusammenhang klären zu können.
(Quelle: profil 39/07; z.T. wörtlich übernommen)



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Detailinformationen zu unserer Arbeit finden Sie unter: suchdienst.roteskreuz.at







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