03.01.2008 17:29

Katastrophen diskriminieren nicht

Von einer Katastrophe sind alle Menschen gleichermaßen betroffen. Für Kinder, Frauen, Alte, ethnische Minderheiten und Behinderte ist die Situation während und nach einer Katastrophe besonders kritisch. Das geht aus dem diesjährigen Weltkatastrophenbericht des Roten Kreuzes hervor. Aber es sind nicht die Katastrophen, die diskriminieren - es sind die Menschen.

Titelblatt des Weltkatastrophenberichts 2007

 

Katastrophen diskriminieren nicht!

Im Jahr 2006 waren 142 Millionen Menschen von Naturkatastrophen betroffen, rund 24.000 Menschen sind durch die Auswirkungen ums Leben gekommen. Die Katastrophen haben Schäden von 34,5 Milliarden US-Dollar verursacht.

Das geht aus dem Weltkatastrophenbericht der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) (Download, PDF engl.; Zusammenfassung in Deutsch, PDF; Einige Fallstudien, PDF) hervor, der dieses Jahr das Thema Diskriminierung in Katastrophen behandelt. Demnach ist die Situation während und nach einer Katastrophe für Kinder, Frauen, Alte, Angehörige einer ethnischen Minderheit und Behinderte besonders kritisch.

 

Diskriminierung kann tödlich sein

"Katastrophen diskriminieren nicht, von einer Katastrophe sind alle betroffen", sagt Rotkreuz-Generalsekretär Wolfgang Kopetzky. "Menschen sind für Diskriminierung verantwortlich und diese kann in einer Notlage für die Schwachen einer Gesellschaft tödlich sein."

Diskriminierung müsse schon vor Eintreten des Katastrophenfalls identifiziert und bekämpft werden. "Aus diesem Grund ist neben der Katastrophenhilfe vor allem die langfristige Entwicklungszusammenarbeit ein wichtiges Anliegen des Roten Kreuzes", so Kopetzky.

Langfristige Hilfe in Bangladesch

Wie erfolgreich langfristige Katastrophen-Vorsorge sein kann, zeigt das Beispiel Bangladesch. Zyklon Sidr hat in Bangladesch rund 3000 Menschenleben gekostet, 1971 starben bei einem Zyklon der gleichen Stärke 141.000 Menschen. Das Rote Kreuz unterstützt den Bangladeschischen Roten Halbmond in der Vorbereitung auf zyklische Wirbelstürme seit 1996.

Der Ausbau eines Frühwarnsystems ist ebenso Teil der Rotkreuz-Arbeit wie das Ausarbeiten und die Durchführung von Evakuierungs-Plänen. Dabei wurden speziell Frauen einbezogen, was aufgrund der sozialen Strukturen in Bangladesch nicht ohne Schwierigkeiten möglich war.

Rotkreuz-Generalsekretär Kopetzky sieht die Katastrophen-Vorsorge in Bangladesch als besonders positives Beispiel langfristiger Rot-Kreuz-Arbeit. "Die Schwachen einer Gesellschaft müssen grundsätzlich in die Katastrophenvorsorge integriert werden, denn nur sie kennen die eigenen Bedürfnisse."

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