08.02.2008 10:16

Jugendrotkreuz fordert Kinder- und Jugendgipfel

Politik muss in Kinder- und Jugendfragen in die Pflicht genommen werden

Wien (Jugendrotkreuz) – „Kinder- und Jugendthemen immer nur in der Tagespolitik abzuhandeln ist nicht Ziel führend. Wir fordern von der österreichischen Politik einen Kinder- und Jugendgipfel, der die Möglichkeit für eine breite Wertediskussion bietet“, so Karl Zarhuber, Generalsekretär des Österreichischen Jugendrotkreuzes, bei der gestrigen Enquete in der Wiener Urania. Eine im Herbst veröffentlichte Studie des Jugendrotkreuzes brachte erschreckende Ergebnisse zutage, wonach mehr als 70 Prozent der Kinder und Jugendlichen durch Schule und hohe Erwartungshaltung der Eltern massiv unter Druck stehen. Die Enquete zum Thema „Kinder und Jugendliche unter Druck“ eröffnete eine lebhafte Diskussion unter ExpertInnen aus verschiedenen Fachbereichen und Jugendlichen zu dieser Problematik.

„Politik, Gesellschaft und Wirtschaft sind gefragt, einen Paradigmenwechsel herbeizuführen. In der Schule wird oft zuerst nach Fehlern gesucht. Der Fokus muss auf den Interessen und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler liegen“, ist Gerald Netzl, Vorsitzender des österreichischen Dachverbands der Elternvereine an öffentlichen Pflichtschulen, überzeugt.
Alle anwesenden Experten und Jugendlichen sind sich darin einig, dass Druck in der richtigen Form und Dosierung notwendig ist. Unterstützung ist gefragt, denn „die Gesellschaft sperrt diejenigen weg, an denen sie etwas verbrochen hat, das kann einfach nicht der richtige Weg sein“, so Monika Pinterits von der Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien.
Unterstützung gab es auch von der jüngsten Abgeordneten zum Nationalrat, Laura Rudas. „Kinder und Jugendliche haben ein Recht darauf ihre Kindheit und Jugend zu leben und Fehler zu machen“, ist die engagierte Parlamentarierin überzeugt.

Das Österreichische Jugendrotkreuz setzt sich für die Anliegen Heranwachsender auch in der aktuellen Kampagne „Deine Stärken. Deine Zukunft. Ohne Druck.“ ein. „An den internationalen Aktionstagen am 30. und 31. Mai unter dem Titel „Jugend gehört gehört“ werden Erwachsene in Österreich, Deutschland, der Schweiz und Luxemburg durch Aktionen im öffentlichen Raum dazu aufgefordert, sich die Sorgen, Wünsche, Hoffnungen und Ängste der Jungen anzuhören“, so Zarhuber abschließend.

Rückfragehinweis:
Mag. Petra Griessner
ÖJRK-Pressestelle
Tel.: 01/58900-357
Mobil: 0664 / 823 4887
E-Mail: petra.griessner@roteskreuz.at
www.jugendrotkreuz.at

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