07.05.2008 15:27

Tausende Zyklonopfer in Myanmar: „Die Hilfe wird noch lange dauern“

Martin Janda in Bangkok

„Wir rechnen damit, dass die Operation noch lange dauern wird“, berichtet Martin Janda, Asienexperte des Österreichischen Roten Kreuzes, aus Bangkok.

22.000 Menschen sind laut Regierungsangaben ums Leben gekommen, 41.000 Personen gelten seit dem Eintreffen des Zyklons Nargis als vermisst, Hunderdtausende sind obdachlos. „Doch die tatsächliche Opferzahl liegt vermutlich weit höher“, so Janda, der vor Ort die Koordination der Hilfsmaßnahmen unterstützt.

 

Seit der ersten Stunde nach der Katastrophe helfen 20.000 Mitarbeiter und Freiwillige des Roten Kreuz von Myanmar der betroffenen Bevölkerung. „Am dringendsten brauchen die Menschen jetzt Wasser, Zelte, Decken und Hygieneartikel. Über unser Netzwerk können wir schnell und flächendeckend Hilfe leisten. Die Herausforderungen vor Ort sind aber enorm“, erklärt Martin Janda. Straßen sind blockiert, Wasser- und sanitäre Einrichtungen zerstört, ganze Dörfer komplett verwüstet. Die Kommunikation ins Land ist äußerst schwierig. „Derzeit erreichen wir die Kollegen nur über Satellitentelefone.“

 

„Die Reisfelder sind vernichtet und damit auch das Saatgut für die kommende Saison“

 

Noch ist das volle Ausmaß der Katastrophe nicht erfasst, doch klar ist jetzt schon: die Hilfsmaßnahmen und der Wiederaufbau des Landes wird noch Monate und Jahre dauern.

 

Das Rote Kreuz ist in 186 Ländern der Welt mit 300.000 hauptberuflichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen und 97 Millionen Freiwilligen präsent. Nur durch das weltweite Netzwerk war es möglich, sofort nach der Katastrophe Hilfe zu leisten. Nur durch die Präsenz vor Ort kann eine langfristige Hilfe und der Wiederaufbau gewährleistet werden.

 

Für Soforthilfe und Wiederaufbau bittet das Österreichische Rote Kreuz um finanzielle Unterstützung:
PSK: 2.345.000, BLZ 60.000, Kennwort: Hilfe für Myanmar
Online: https://spende.roteskreuz.at

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