19.12.2008 13:42

Familie im Einsatz

Herbert Thaler aus Tirol ist einer der österreichischen Rotkreuz-Delegierten, die in Simbabwe helfen.

Herbert Thaler aus Tirol

Herbert Thaler war bereits mehrfach im Auslandseinsatz - zuletzt in Myanmar und in Pakistan, nach dem schrecklichen Erdbeben. Er verteilte Nahrungsmittel, sorgte für sauberes Trinkwasser und reparierte Wasserleitungen. Außerdem informiere er die Einheimischen über die drohende Seuchengefahr. Denn: Menschen und Tiere leben auf engstem Raum in Notunterkünften zusammen. Ohne Wasser, ohne Latrinen, ohne Kanalisation. Auf den Trümmern ihrer Häuser, unter denen noch viele Verschüttete liegen.

Die schlechten Straßenverhältnisse erschwerten die Arbeit der Rotkreuz-Helfer. In das 300-Seelen-Dorf Kareem Abad auf 1800 Metern Höhe etwa mussten sie das ganze Material mit Trägern 8 Stunden hinaufschleppen – um zumindest die Brunnen und Wasserleitungen reparieren zu können. Auch im Bergdorf Bandigo wurden die Rotkreuz-Helfer gebraucht. Herbert Thaler erzählt: „Einen Monat nach dem Beben bin ich in ein kleines Bergdorf gekommen. Die 3000 Einwohner waren bis dahin von außen, und damit von jeder Hilfe, abgeschnitten. Ich habe bei meinen Einsätzen schon viel erlebt, aber der Anblick des total zerstörten Dorfes und der verzweifelten Menschen war besonders hart.“ Sie hatten kein Dach mehr über dem Kopf, kein sauberes Wasser, nichts zu essen und keine medizinische Versorgung – und das kurz vor Wintereinbruch. Besonders getroffen hat den zweifachen Familienvater der Zustand der Kinder. „Aber im Einsatz schiebt man das weg und arbeitet so viel und so gut man kann. Wir vom Roten Kreuz haben eine Erste-Hilfe-Station aufgebaut und uns um Wasser, Nahrungsmittel und Latrinen gekümmert.“

Der 46-jährige gelernte Maschinenschlosser startete 1984 als Freiwilliger beim Roten Kreuz und ist seit 1992 als hauptberuflicher Notfallsanitäter tätig. Seit Jahren nimmt er an Ausbildungen und Übungen zur Trinkwasseraufbereitung teil. In den vergangenen 14 Jahren war Herbert Thaler in neun Ländern auf vier Kontinenten im Einsatz: im Irak, im Kongo, in Uganda, in Polen, in Honduras, in der Türkei und im Iran. Im Vorjahr half der Trinkwasserspezialist nach dem Tsunami in Thailand und in Indonesien. Und auch vor seinem Einsatz in Pakistan musste er nicht lange überlegen, und flog kurz vor Weihnachten für fünf Wochen ins 5000 Kilometer entfernte Erdbebengebiet.

Was sagt seine Ehefrau Elin dazu, wenn der Familienvater die Vorweihnachtszeit weitab der Familie verbringt? „Ich bin selbst beim Roten Kreuz aktiv. Gemeinsam haben wir zum Beispiel nach dem Hochwasser in Polen Krankenhäuser mit sauberem Trinkwasser versorgt.“ Wenn die Töchter Martina (5 Jahre) und Andrea (6 Jahre) älter sind, möchte die 35 Jährige wieder mit ihrem Mann auf Einsatz gehen. „Wenn unsere Hilfe gebraucht wird, wollen wir sie leisten“, sagt Elin Thaler.

socialshareprivacy info icon