06.11.2013 09:27

First Responder: Im Notfall rasch zur Stelle

Wenn bei Unfällen dringend Hilfe benötigt wird, sind sie noch vor dem Rettungswagen vor Ort: die First Responder des Roten Kreuzes.

First Responder: Im Notfall rasch zur Stelle
Harald Hafenscher u. Maruks Sinabell (rechts) mit dem von ihnen geretteten Patienten und dessen Frau.

Donnerstagabend um 21.07 Uhr: Harald Hafenscher hat es sich gerade auf seiner Couch gemütlich gemacht, da bekommt er eine SMS von der Leitstelle: „RD 9E1 Kreislaufstillstand, Atemstillstand, Patient männlich, 50 Jahre.“

 

Der freiwillige Notfallsanitäter der Rotkreuz- Ortsstelle Wiesmath in Niederösterreich weiß sofort, dass es sich bei dieser Meldung um einen dringenden Einsatz handelt. Bei einem Kreislaufstillstand hat man nur etwa drei bis fünf Minuten Zeit, um mit der Wiederbelebung zu beginnen. Danach drohen dauerhafte Schäden, vor allem im Gehirn.

 

Der First Responder schnappt sich seinen Notfallrucksack und macht sich sofort auf den Weg. First Responder („Erstversorger“) des Roten Kreuzes gibt es in allen Bundesländern. Es sind Mitarbeiter aus dem Rettungsdienst, die ehrenamtlich und außerhalb ihrer Dienstzeit parallel zum Rettungsdienst alarmiert werden, wenn sie gegenüber diesem einen Zeitvorsprung haben.

 

Zeit überbrücken

 

Denn im ländlichen  Raum kann es schon einmal bis zu 15 Minuten dauern, bis das erste Einsatzfahrzeug am Unfallort eintrifft. Der First Responder ersetzt  aber weder den Arzt noch die Rettung. Ziel ist es, die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungswagens bzw. des Notarztes durch professionelle, überlebenswichtige Erste-Hilfe-Maßnahmen zu überbrücken.

 

Optimal ausgerüstet

 

Nur vier Minuten nach dem Erhalt  der Notruf-SMS kommen Harald Hafenscher und sein ebenfalls alarmierter Kollege Markus Sinabell beim Patienten an. Die geschockten Angehörigen sind heilfroh, dass so schnell jemand zur Stelle ist, der weiß, was zu tun ist.

 

Um dem Patienten die optimale Versorgung zukommen zu lassen, sind First Responder mit medizinischen  Geräten wie einer Sauerstoffflasche, einem Blutzuckermessgerät, Material zur Venenpunktion und teilweise – wie Herr Hafenscher – sogar miteinem Defibrillator ausgestattet, den er in diesem Fall auch einsetzt.

 

Perfekte Rettungskette

 

„Wir haben sofort mit der Herz- Lungen-Wiederbelebung begonnen. Bereits um 21.14 Uhr hat das Herz des Patienten wieder selbstständig geschlagen. Wir haben ihn weiter versorgt und der Leitstelle eine exakte Rückmeldung über die medizinische Lage am  Notfallort gegeben.“ Um 21.18 Uhr trifft dann der Rettungswagen aus Wiesmath und um 21.33 Uhr der Notarzt aus Aspang ein.

 

Bei Bedarf können die ortskundigen First Responder die anrückenden Einsatzkräfte auch  einweisen. „Die Zusammenarbeit mit dem Notarztteam lief perfekt“, berichtet Hafenscher, der  im Hauptberuf Intensivpfleger im LKH Wiener Neustadt ist.

 

Hilfe für Angehörige 

 

Als der Patient bereits ins Krankenhaus unterwegs ist, ist für die First Responder die Arbeit allerdings  noch nicht getan. Denn auch Hilfestellung für Angehörige nach dem Abtransport eines  Verletzten oder Erkrankten gehört zur Tätigkeit eines Ersthelfers.  Mittlerweile ist der Gerettete wieder wohlauf und zu Hause. Nur durch den raschen Einsatz der First Responder, dieser hoch motivierten Rotkreuz-Mitarbeiter, die bereit sind, rund um die Uhr für Menschen in Not da zu sein, hat er seinen schweren Herzinfarkt überlebt.

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