16.04.2018 12:04

"Es war einer dieser Momente, die einem das ganze Leben in Erinnerung bleiben!"

Über die Hausgeburt des kleinen Jakob haben wir bereits auf unserer Facebook-Seite berichtet. Die Rettungsmannschaft, die bei der Geburt anwesend war, schildert eindrucksvoll, wie sie diesen Einsatz erlebten!

"Es war einer dieser Momente, die einem das ganze Leben in Erinnerung bleiben!"
Foto: ⓒ Werner Luttenberger

Michael (im Bild links), du warst nun zum ersten Mal selbst bei einer Geburt dabei, erzähl uns doch bitte von deinen Eindrücken!
Ich bin seit über zwölf Jahren beim Roten Kreuz Bezirksstelle Graz-Stadt  aktiv und um ehrlich zu sein, ich habe lange auf meine erste Geburt gewartet. Im Rettungsdienst habe ich schon viele Ausnahmesituationen erlebt und da waren auch mehrere Reanimationen dabei, ein so freudiges Ereignis wie eine Geburt hat aber bisher gefehlt. Eine Geburt ist genau das Gegenteil von vielen Situationen, die man im Laufe einer Rot-Kreuz-Karriere erlebt: der wunderschöne Startschuss eines hoffentlich erfüllten Lebens. Ein Moment, den wir alle wohl nicht vergessen werden. „

 

Andrea (Bildmitte), du bist Leiterin des Schulungsteams der Donnerstag-Nachtdienstgruppe, eine Woche vor dieser Hausgeburt fand ein Auffrischungskurs zum Thema Geburten statt, offensichtlich gutes Timing, oder?
„Unser Einsatz bei der Geburt war ein gutes Beispiel dafür, dass reale Einsätze oft anders und vor allem schneller ablaufen können als in der Theorie. Aber genau deswegen finde ich Schulungen und Fortbildungen so wichtig: nur, wenn das Basiswissen gefestigt ist, schafft man es auch, in ungewöhnlichen Situationen schnell und sicher zu handeln, die Ruhe zu bewahren und diese auch auszustrahlen. Denn das ist aus Sicht des Rettungsteams das Wichtigste. Das klingt jetzt vielleicht banal, aber je schneller der Puls ist, desto schwieriger fällt es zuvor Erlerntes abzurufen. „

 

Dorian (im Bild rechts):  Bis vor kurzem warst du noch Zivildiener beim Roten Kreuz Bezirksstelle Graz-Stadt. In der Nacht, als Jakob geboren wurde, hast du deinen ersten Dienst als freiwilliger Rettungssanitäter absolviert , hättest du dir deinen Einstieg so vorgestellt?
Mir war es wichtig, den Kontakt zum Roten Kreuz nicht zu verlieren. Deswegen habe ich mich entschlossen, als Freiwilliger weiterzumachen. Ich hätte mir aber niemals gedacht, dass ich schon in der ersten Nachtschicht das schönste  Ereignis für Rettungskräfte – eine Geburt – miterleben darf. Es war aufregend, das pure Leben und ganz anders als man es sich im kontrollierten Umfeld eines Lehrbuches vorstellt. Es war einer dieser Momente, die einem das ganze Leben in Erinnerung bleiben. „

socialshareprivacy info icon