27.12.2018 16:28

Rotes Kreuz: Erste-Hilfe-Tipps für Silvester

Brandgefährliche Feuerwerkskörper und Raketen, die ins Auge gehen – so reagieren Sie richtig.

Rotes Kreuz: Erste-Hilfe-Tipps für Silvester
Foto: ÖRK/Markus Hechenberger

Wien (Rotes Kreuz) – Feiern bis der Arzt kommt. Für viele Österreicher endet die
Silvesternacht im Krankenhaus. „Zu den häufigsten Verletzungen zählen Verbrennungen und
Hörschäden“, sagt Rotkreuz-Chefarzt Dr. Wolfgang Schreiber.


Verbrennung
Raketen und Knaller können bei falscher Handhabung brandgefährlich werden. „Kühlen Sie
die betroffene Stelle für zehn Minuten mit Wasser, das lindert die Schmerzen“, sagt Dr.
Schreiber. Das Wasser sollte dabei nicht zu kalt, sondern handwarm sein. Danach die
Verbrennung mit einer sterilen Wundauflage abdecken und diese mit Mullbinden locker
fixieren. Bei großflächigen Verbrennungen die Rettung unter 144 rufen. In diesem Fall nicht
kühlen – sonst besteht Unterkühlungsgefahr.


Augenverletzungen
Feuerwerke können schnell ins Auge gehen. „Entfernen Sie größere Fremdkörper auf keinen
Fall selbst. Rufen Sie sofort den Notruf“, sagt Dr. Schreiber. Kleinere Partikel vorsichtig mit
einem sauberen Taschentuch oder Wattestäbchen entfernen.


Abgetrennte Finger
Ein Fall für die Rettung sind abgetrennte Finger. Bis zum Eintreffen der Sanitäter die Wunde
versorgen und die Blutung mit einem Druckverband stoppen. „Wickeln Sie den abgetrennten
Finger in einen möglichst keimfreien Stoff und geben Sie ihn in ein Plastiksackerl“, sagt Dr.
Schreiber. Gut geeignet sind das Dreiecktuch oder die Rettungsdecke aus dem
Verbandskasten – im Notfall geht auch ein frisch gewaschenes Stofftaschentuch. Hände weg
von Eis und Wasser – mit beidem sollten abgetrennte Gliedmaßen nicht in Berührung
kommen.


Knalltrauma
Jedes Jahr erleiden rund 1000 Menschen Hörschäden durch Böller. „Hört man plötzlich
schlechter und hat Schmerzen im Ohr, können das Anzeichen für ein Knalltrauma sein“, sagt
Dr. Schreiber. In diesem Fall ins Ruhige gehen und einen Arzt aufsuchen.


Alkoholnotfall
Zu einer Gefahr kann auch zu viel Alkohol werden. „Ist der Betroffene bewusstlos, bringen
Sie ihn sofort in die stabile Seitenlage, machen Sie die Atemwege frei. Sonst besteht Gefahr,
dass er am Erbrochenen erstickt. Rufen Sie den Notruf!“, sagt Dr. Schreiber. Dann
regelmäßig die Atmung kontrollieren.


Tipps für Vierbeiner
Nicht nur für Zwei-, auch für Vierbeiner ist Silvester eine Ausnahmesituation. „Wenn Silvester
vor der Tür steht, ist es besonders wichtig, sich um seinen Hund zu kümmern“, sagt Jochen
Hirschegger, stellvertretender Bundeskoordinator der Suchhunde beim Roten Kreuz. „Hunde
fürchten sich wenn es draußen kracht und blitzt. Was hilft sind Rückzugsmöglichkeiten,
abgedunkelte Fenster, und Musik, die den Lärm von draußen dämpft“, sagt Hirschegger. Er
rät dazu, Hunde rund um den Jahreswechsel beim Gassigehen anzuleinen. „Wenn plötzlich
etwas explodiert, können Hunde in Panik davonlaufen und nicht mehr zurückkommen. Daher
ist eine Leine unbedingt notwendig.“


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Termine in Ihrer Nähe unter www.erstehilfe.at.

Rückfragehinweis:
Vera Mair, M.A.I.S.
Österreichisches Rotes Kreuz
Presse- und Medienservice
Tel.: +43/1/589 00-153
Mobil: +43/664 544 46 19
mailto: vera.mair@roteskreuz.at

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