27.08.2020 16:13

Konflikt, Katastrophen und Corona in der Ukraine

Für den langjährigen Konflikt im Osten ist kein Ende in Sicht, nun verschärfen auch Naturkatastrophen und die Corona-Pandemie die Situation. Das Österreichische Rote Kreuz hilft sowohl akut als auch langfristig.

Konflikt, Katastrophen und Corona in der Ukraine

In der Ukraine, dem zweitärmsten Land Europas, folgt eine Krise auf die nächste. Seit 2014 tobt der Krieg im Donbass, was zur Binnenflucht Hunderttausender, aber auch Armut, Arbeitslosigkeit und fehlenden Perspektiven der verbliebenen Bevölkerung führte.

 

Im März schwappte dann auch die Covid19-Pandemie auf die Ukraine über. Anfänglich waren die offiziellen Infektionszahlen noch relativ niedrig, doch seitdem verstärkt getestet wird, gehen auch die bestätigten Infektionen in die Höhe. Mittlerweile gibt es mehr als 115.000 bestätigte Fälle, Tendenz weiterhin stark steigend.

 

Im Juni kam es außerdem zu den schwersten Fluten seit Jahren im Südwesten des Landes. Tausende Häuser, Straßen und Äcker standen unter Wasser, dutzende Brücken wurden zerstört und hunderte Menschen mussten evakuiert werden. Die Aufräumarbeiten dauern bis heute an, da viele betroffene Dörfer in den Karpaten zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten waren.

 

Zusätzlich gab es verheerende Waldbrände in mehreren Teilen des Landes, die sich weitläufig ausbreiteten und teils über Wochen nicht gelöscht werden konnten. Auch die direkte Umgebung des 1986 explodierten Kernkraftwerks Chernobyl war betroffen. Auch wenn laut Regierung keine Gefahr durch Radioaktivität ausging, zogen die Rauchschwaden des Feuers bis ins mehr als 100 Kilometer entfernte Kiev. Mittlerweile sind die Brände unter Kontrolle, doch viele Dörfer sind komplett ausgebrannt, die Bewohner mussten evakuiert werden.

 

Das Österreichische Rote Kreuz ist seit Jahren in der Ukraine aktiv. In Kooperation mit der Austrian Development Agency (ADA), der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, betreibt das Österreichische Rote Kreuz mobile Kliniken, weil es zu wenig stationäre Anlaufstellen für Kranke und Verletzte gibt. Da es auch an medizinischem Personal fehlt, erhalten mehr als 500 chronisch erkrankte Menschen im Monat Medikamente und ärztliche Unterstützung.

 

Ebenfalls mit Mitteln der ADA hilft das Österreichische Rote Kreuz beim Aufbau neuer Existenzen, etwa durch Zuschüsse für kleine Geschäfte, einen Friseursalon oder eine Landwirtschaft. Das ist wichtig, denn der Krieg führte zu verbreiteter Arbeitslosigkeit und finanziellen Schwierigkeiten für die meisten. Auch Sanitär- und Hygieneeinrichtungen sowie Vergabestellen von Essen und Hygieneprodukten helfen, die Not im Kriegsgebiet zu lindern.

 

Im Kampf gegen das Coronavirus hilft das Rote Kreuz mit Informationskampagnen, medizinischer Ausrüstung und Unterstützung für Risikogruppen, besonders Ältere und Obdachlose. Eine vom Roten Kreuz betriebene Hotline bietet psychosoziale Betreuung, auch für Kinder und Jugendliche. Mobile Einsatzteams in den Städten messen die Temperatur, weisen auf Vorsichtsmaßnahmen hin und verteilen Essen- und Hygieneprojekte für Obdachlose und Arme. Auch bei der Beschaffung von medizinischer Ausrüstung wie Schutzmasken und Beatmungsgeräten hilft das Rote Kreuz.

 

Bei den Aufräumarbeiten und dem Wiederaufbau nach den Überflutungen ist das Österreichische Rote Kreuz, mit Unterstützung des Landesverbands Niederösterreich, ebenfalls beteiligt. Finanzielle Unterstützungen helfen vielen Betroffenen, die alles verloren haben, sich wieder eine Existenz aufzubauen. „Es gibt noch viel zu tun, doch die Hilfe kommt an. Das sehen wir in unserer tagtäglichen Arbeit“, sagt Irina Boicheva vom Ukrainischen Roten Kreuz. Das Österreichische Rote Kreuz hilft auch weiterhin mit allen Kräften.

 

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