04.07.2019 14:05

ROTES KREUZ TIROL FORDERT GESETZESÄNDERUNG BEI DER BLUTSPENDE

In Tirol werden dieser Tag die Blutkonserven knapp. Ein Grund dafür liegt auch in der Gesetzeslage, die bei jeder Blutspende die verpflichtende Anwesenheit eines Arztes vorsieht.

ROTES KREUZ TIROL FORDERT GESETZESÄNDERUNG BEI DER BLUTSPENDE
Foto: ORK / Mitter

Während der Sommerzeit, vor allem dann, wenn es sehr heiß ist, geht die Blutspendebereitschaft der TirolerInnen zurück. Heuer sind die Auswirkungen der Hitze und die beginnende Urlaubszeit besonders spürbar und führen dazu, dass die Blutkonserven auch in Tirol sehr knapp werden. Verschärft wird die Situation durch ein Gesetz, welches vorgibt, dass bei jeder Blutspendeaktion verpflichtend ein Arzt anwesend sein muss. „Zunehmend wird es für uns schwieriger, Ärzte zu finden, die unser mobiles Blutspendeteam begleitet“, sagt Mag. Manfred Gaber, Leiter des Blutspendedienstes im Roten Kreuz Tirol. „Das kann sogar so weit gehen, dass wir Blutspendetermine aufgrund des fehlenden Arztes absagen müssen“. Somit würde sich die ohnedies schon prekäre Lage im Sommer zusätzlich verschärfen.  

 

Rahmenbedingungen dringend ändern


Seit über zwei Jahren bemüht sich das Rote Kreuz, eine entsprechende Änderung der Gesetzeslage zu erwirken, um die 1000 in Österreich täglich benötigten Blutkonserven zur Verfügung stellen zu können. „Die Blutspende ist ein sicherer, standardisierter Vorgang. Es reicht völlig, wenn bei der Blutspende diplomiertes Pflegepersonal anwesend ist, ein Arzt vor Ort ist nicht erforderlich“, sagt Prim. Univ.-Doz. Dr. Harald Schennach, Leiter der Blutbank. In vielen europäischen Ländern ist schon seit Jahren kein Arzt mehr bei der Blutspende anwesend. Österreich bildet hier eine Ausnahme, die jedoch für das Rote Kreuz nicht mehr tragbar ist. „Wir benötigen diese Gesetzesänderung dringend, damit wir den Blutengpässen, speziell in der Urlaubszeit, gegensteuern können“, appelliert Schennach an die politischen Entscheidungsträger.

 

 

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