28.11.2019 15:15

Rotes Kreuz Tirol für Patientensicherheit ausgezeichnet

Der Österreichische Preis für Patientensicherheit 2019 (Austrian Patient Safety Award) geht zum zweiten Mal in Folge an das Rote Kreuz Tirol. Mit dem Projekt „Intubationsassistenz mit Geräteunterlage IN-GE“ werden Sanitäter/innen bei der Vorbereitung und Assistenz einer Atemwegssicherung von Notfallpatienten unterstützt. Risiken für Patienten werden dadurch minimiert.

Rotes Kreuz Tirol für Patientensicherheit ausgezeichnet
Armin Laiminger vom Roten Kreuz Tirol hat die Intubationsgeräteunterlage IN-GE entwickelt. Dieser Tage nahm er für die bereits patentierte Entwicklung von Dr. Brigitte Ettl, Präsidentin des Vereins Plattform Patientensicherheit, den Austrian Patient Safety Award in Wien entgegen. Foto: Ettl

Das Team des Rettungsdienstes muss bei Notfalleinsätzen schnell, konzentriert und korrekt arbeiten, damit die Überlebenschance des Patienten gewahrt bleibt. Die Assistenz zur Intubation (Atemwegssicherung) eines Notfallpatienten erfordert durch die Sanitäter/innen sorgfältiges Vorbereiten von bis zu vierzehn Geräten. Dieses Equipment muss meist unter schwierigsten Einsatzbedingungen in richtiger Reihenfolge am richtigen Platz bereitgestellt werden. Fehlende oder falsch vorbereitete Geräte können zu Komplikationen und kritischen Zwischenfällen führen!

 

An alles denken - auch in Stresssituationen

Die Notfallmedizin gehört zu einem der anspruchsvollsten und risikoreichsten Arbeitsbereiche überhaupt. Schichtdienst, Leistungsdruck sowie akute Stresssituationen stellen eine enorme Arbeitsbelastung für RettungsdienstmitarbeiterInnen dar. Dabei können Fehler passieren. Um eine möglichst vollständige Vorbereitung von Geräten bei der Intubation zu gewährleisten, wurde vom Tiroler Notfallsanitäter Armin Laiminger eine Geräteunterlage entwickelt: „IN-GE ist eine visuelle Checkliste, dargestellt auf beschichtetem Vlies, welches zu Beginn der Vorbereitungen aufgebreitet wird. Darauf sind Zonen für jedes benötigte Instrument abgebildet. Zusätzlich finden sich noch Hinweise zur Assistenz. Das Motto lautet: sind alle Felder befüllt, ist das Material vollständig.“ In einer Versuchsreihe konnte Laiminger belegen, dass durch die Anwendung der Geräteunterlage die Vorbereitungen deutlich effizienter ablaufen und dadurch die Sicherheit des Notfallpatienten gesteigert wird. Ein Umstand, der dem Projekt bereits zu europaweiter Aufmerksamkeit, nationalen sowie internationalen Auszeichnungen und Publikationen verhalf.

 

Geräteunterlage IN-GE - bereits tirolweit "im Dienst"

Der Austrian Patient Safety Award wird alle zwei Jahre von der Plattform Patientensicherheit in Wien vergeben. Das Projekt des Rettungsdienst Tirol konnte sich heuer gegen 25 eingereichte Projekte in der Kategorie „Notfall“ durchsetzen. Die fachkundig besetze Jury aus dem Gesundheits- und Patientensicherheitsbereich würdigt vor allem den beachtlichen Beitrag, den die Geräteunterlage zur Förderung der Patientensicherheit leistet, aber auch die hohe Praxisrelevanz und den Implementierungsgrad. „Denn immerhin“, so Entwickler Armin Laiminger von der Rotkreuz-Akademie Tirol, „fährt die Unterlage mittlerweile in allen Einsatzfahrzeugen des Rettungsdienstes Tirol als visuelle Unterstützung der Notfallteams mit. Ebenso findet sie sich bereits bei vielen anderen Notfallhelfern in Österreich, Deutschland und der Schweiz.“

 

Homepage IN-GE für weiterführende Informationen: http://www.in-ge.at

 

 

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