09.07.2020 15:49

Covid-19 in Bosnien-Herzegowina: Rotes Kreuz hilft mit Schutzausrüstung und Suppenküchen

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen geht in Bosnien-Herzegowina wie auch am gesamten Westbalkan wieder nach oben. Auch verheerende wirtschaftliche Folgen zeichnen sich ab. Das Österreichische Rote Kreuz hilft u.a. mit dem Betrieb von Suppenküchen.

Covid-19 in Bosnien-Herzegowina: Rotes Kreuz hilft mit Schutzausrüstung und Suppenküchen

Nur wenige Autostunden von Österreich liegt Bosnien-Herzegowina, es ist aber ungleich härter von den Auswirkungen des Corona-Virus betroffen. Dank eines frühen und sehr weitreichenden Lockdowns gibt es "nur" rund 4.800 bestätigte Fälle, die wirtschaftlichen Folgen sind dennoch verheerend. Auch steigen die Neuinfektionen in Bosnien wie auch in seinen Nachbarländern seit kurzem wieder stark an. Manche Expert_innen sprechen bereits von einer zweiten Welle.

 

Zwar hat das Land schnell und weitreichend reagiert: Nicht nur wurden alle Lokale geschlossen und Veranstaltungen abgesagt, auch durften alle unter 18 oder über 65 Jahren das Haus wochenlang nicht verlassen. Betroffen waren und sind auch tausende Bosnier_innen in Österreich und ihre Familien: Durch die wirtschaftlichen Folgen, aber auch die erschwerte Einreise. Ankommende in Bosnien-Herzegowina mussten erst für zwei Wochen in staatliche Quarantäne-Einrichtungen nahe der Grenze gehen, bevor eine Weiterfahrt möglich war.

 

Mittlerweile sind die meisten Maßnahmen zwar wieder gelockert oder ganz aufgehoben, doch seit wenigen Tagen steigen die Fallzahlen am gesamten Westbalkan wieder stark an. Auch in Bosnien-Herzegowina kommen täglich rund hundert Neuinfektionen dazu. Zusätzlich zeichnen sich mittlerweile auch die wirtschaftlichen Folgen ab, und sie sind katastrophal: Das Bruttoinlandsprodukt könnte laut einer aktuellen Untersuchung um bis zu zehn Prozent fallen, die Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vorjahr um 100.000 steigen.

 

In der ersten Phase der Akuthilfe hat das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) knapp 10.000 Euro zur Verfügung gestellt. Damit wurde unter anderem Schutzausrüstung und Masken sowie Fieberthermometer besorgt, und Lebensmittel- sowie Hygienepakete wurden verteilt. Auch kann dank der österreichischen Unterstützung eine psychosoziale Unterstützungshotline betrieben werden.

 

Ein Fokus des Roten Kreuz liegt außerdem auf insgesamt neun Suppenküchen, die in mehreren Städten im ganzen Land aufgebaut wurden. Damit können pro Tag rund 6.500 Mahlzeiten ausgegeben werden. 10.000 Bosnier_innen werden zusätzlich über monatlich ausgegebene Lebensmittelpakete erreicht. "Viele standen auf festen Beinen, haben nun aber ihren Arbeitsplatz verloren und sind auf Hilfe angewiesen", sagt Katarina Banicevic vom ÖRK, die die verschiedenen Hilfsprojekte koordiniert.

 

Das ist angesichts der katastrophalen Lage aber noch nicht genug - Schätzungen zufolge wären rund 30.000 Familien auf die Gabe von Lebensmitteln angewiesen. Deshalb will das Österreichische Rote Kreuz sein Angebot weiter ausbauen und ersucht um Spenden. Gemeinsam mit dem lokalen Roten Kreuz und den internationalen Partnern baut das ÖRK die Suppenküchen weiter aus, um möglichst viele Menschen versorgen zu können.

 

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