17.09.2020 13:54

Hilfe in Griechenland

Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos

Hilfe in Griechenland

Am 8.9.2020 brachen im griechischen Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos schwere Brände aus, in deren Verlauf das Camp völlig zerstört wurde. Das Camp hatte viermal so viele Bewohner_innern wie ursprünglich konzipiert und war seit mehreren Monaten unter COVID-19 Lockdown. Als Folge der Brände wurden 11.000 Asylwerber_innen (Quelle UNHCR), darunter auch ca. 4.000 Kinder, obdachlos.

Über 400 unbegleitete Minderjährige wurden von Lesbos nach Thessaloniki geflogen; ca. 1.000 der bedürftigsten Menschen wurden auf einer Passagierfähre vor Lesbos untergebracht und letzte Woche wurden zudem 584 Flüchtlinge auf das griechische Festland transferiert.

Das Griechische Rote Kreuz (HRC) und IFRC haben in den letzten Monaten die griechische Regierung dabei unterstützt, die Inseln zu entlasten.

Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) ist zusammen mit dem Griechischen Roten Kreuz in Griechenland tätig. Auf der Insel Lesbos sind wir besonders in den Bereichen Psycho-soziale Unterstützung, Suchdienst und Familienzusammenführung aktiv. Ein besonderes Augenmerk wird hier auch auf unbegleitete Minderjährige und deren Schutz gelegt. Es wird mit Behörden gesprochen um die Mindeststandards und Rechte einzuhalten.

Die Internationale Föderation des Roten Kreuzes / Roten Halbmondes (IFRC) setzen in Kooperation mit dem Griechischen Roten Kreuz regionale Schwerpunkte in der Region Attika und im Norden (inkl. Thessaloniki).

Die dort lebenden Migrant_innen und Geflüchtete erhalten Gesundheitsdienstleistungen durch Mobile Health Units, Psycho-soziale Unterstützung, Hilfsgüter wie Nahrungsmittelpakete, Hygieneartikel, Decken und Bargeldhilfe, Familienzusammenführung und Helpline in 13 Sprachen.

Das Österreichische Rote Kreuz unterstützt diese Leistungen. Die Lage auf den griechischen Inseln ist für viele Menschen auf der Flucht nach wie vor katastrophal. Die Österreicherin Lidwina Dox, 47, wird für das internationale Rote Kreuz für ein Monat nach Lesbos entsandt, um sich ein Bild der Lage zu machen – als Koordinatorin für den Bereich Wasser, Sanitär und Hygiene (WASH).
„Je nach den Bedürfnissen, die die Menschen haben, wird die Hilfe dann weiter hochgefahren“, sagt Dox, die schon sechs Mal in Griechenland im Flüchtlingseinsatz war und bereits 2016 das Camp Moria besucht hat, das jetzt zerstört wurde. „Schon damals war das für 2.000 Personen konzipierte Camp heillos überfüllt“ erinnert sie sich. „Jetzt gilt es die 11.000 Menschen, die bei dem Brand obdachlos wurden, menschenwürdig unterzubringen und sie auf lange Sicht auf das Festland zu bringen. Denn sie auf den Inseln zu belassen ist keine Lösung.“ 


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