26.09.2008 16:23

Somalia: IKRK ruft alle Seiten dringend zur Achtung des humanitären Völkerrechts auf

Somalia: IKRK ruft alle Seiten dringend zur Achtung des humanitären Völkerrechts auf

Nairobi/Genf (IKRK) – Im Zuge der jüngsten Intensivierung der Kämpfe in der somalischen Hauptstadt Mogadischu gab es viele Tote und Verwundete. Die Krankenhäuser und sonstigen medizinischen Einrichtungen waren angesichts des Zustroms von Verletzten völlig überlastet. Infolge der heftigen Kämpfe hatten jedoch viele Verwundete keinen Zugang zu dringend benötigter medizinischer Versorgung.
 
"Die vom IKRK unterstützten Krankenhäuser Keysaney und Medina in Mogadischu nahmen über 140 Personen auf, die bei den Zusammenstössen dieser Woche verwundet wurden", sagte Pascal Mauchle, Leiter der Delegation des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) für Somalia. "Die Menschen verlassen in panischer Angst ihre Häuser und versuchen, in sichereren Gebieten Zuflucht zu finden. Dabei laufen sie jedoch Gefahr, in die Gefechte zu geraten."
 
Das IKRK bedauert die hohe Zahl von zivilen Opfern. Es ruft alle Konfliktparteien dringend auf, die Bestimmungen des humanitären Völkerrechts einzuhalten. Es erinnert sie daran, dass es verboten ist, Angriffe gegen Zivilisten zu richten, die nicht unmittelbar an den Feindseligkeiten beteiligt sind. Ferner ist es verboten, Angriffe durchzuführen, die militärische Ziele und Zivilisten oder zivile Objekte unterschiedslos treffen können. Es sind alle praktisch möglichen Vorkehrungen zu treffen, um die Zivilbevölkerung und ziviles Eigentum vor den Folgen der Feindseligkeiten zu verschonen. Medizinisches Personal und humanitäre Helfer sowie Krankenhäuser und Ambulatorien müssen geachtet und geschützt werden.
 
Das IKRK versorgt die Krankenhäuser Keysaney und Medina mit medizinischen Hilfsgütern. Die beiden Spitäler haben seit Januar insgesamt über 2 200 Verwundete behandelt. Seit kurzem unterstützt das IKRK in den Aussenbezirken Mogadischus fünf weitere temporäre Basisgesundheitsstationen des Somalischen Roten Halbmonds. Ihre Dienste kommen mehr als 200 000 Vertriebenen zugute, die in den letzten Monaten aus der Hauptstadt geflüchtet sind.
 
Das IKRK leistet seit 1977 humanitäre Hilfe für die Bevölkerung Somalias. Es arbeitet eng mit dem Somalischen Roten Halbmond zusammen.
 
Weitere Auskunft erteilen
Pedram Yazdi, IKRK Somalia, Tel. +254 20 272 39 63; +254 722 51 81 42
Anna Schaaf, IKRK Genf, Tel. +41 22 730 22 71; +41 79 217 32 17
Website: www.icrc.org
 

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