06.10.2008 11:33

Afghanistan: Hilfe für über 200 000 Menschen

Afghanistan: Hilfe für über 200 000 Menschen


 
Genf/Kabul (IKRK) – Wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) heute sagte, könnten sich diesen Winter im Norden Afghanistans Hunderttausende aufgrund von Dürre, Unsicherheit und steigenden Nahrungsmittelpreisen gezwungen sehen, ihre Dörfer zu verlassen. Die Organisation kündigte an, sie werde sich gemeinsam mit dem Afghanischen Roten Halbmond bemühen, die Bedürfnisse von 210 000 Menschen (30 000 Familien) in acht Distrikten in den Provinzen Kunduz, Balkh, Faryab und Badghis im Norden und Nordwesten des Landes zu decken. Hierzu sollen 3 720 Tonnen (372 Lastwagenladungen) Nahrungsmittel abgegeben werden.


Laut Aussagen eines Dorfbewohners aus dem Distrikt Dashte Archi in der Provinz Kunduz ist die Dürre so gravierend, „dass wir von den 100 Ser, die wir ausgesät haben, nicht einmal   25 Ser einbringen konnten (ein Ser entspricht sieben Kilogramm). Manche Dorfbewohner brachten die Ernte nur deshalb ein, weil sie Futter für das Vieh benötigen.


"Wenn wir diese Menschen nicht rasch mit Nahrungsmitteln versorgen, könnten sie mitten im Winter gezwungen sein, ihre Dörfer zu verlassen", sagte Franz Rauchenstein, Leiter der IKRK-Delegation in Afghanistan.
Freiwillige des Afghanischen Roten Halbmonds werden in den am stärksten betroffenen Gebieten zwei Verteilungen von Nahrungsmittelpaketen vornehmen. Jedes Paket enthält Reis, Bohnen, Ghee, Salz, weissen Zucker und Tee. Die Empfänger wurden aufgrund ihres Bedarfs von den Ermittlungsteams der Gesellschaft ausgewählt. Die erste Verteilung wird vor Winterbeginn und die zweite Anfang 2009 durchgeführt. "Unsere Freiwilligen leisten hervorragende Arbeit. Sie empfinden es als sehr befriedigend, diesen Menschen helfen und ihnen zumindest einen Teil ihrer Angst vor dem nahenden Winter nehmen zu können", meinte die Präsidentin des Afghanischen Roten Halbmonds, Fatima Gailani.


Das IKRK ist eine unparteiische, neutrale und unabhängige Organisation. Es hilft seit 1987 Kriegsverletzten und den durch bewaffneten Konflikt oder Naturkatastrophen Vertriebenen. Es leistet seine humanitäre Hilfe im Lande in Zusammenarbeit mit dem Afghanischen Roten Halbmond. Dieser verfügt über ein Basisnetzwerk von über 20'000 Freiwilligen.


Im Jahre 2007 leistete der Afghanische Rote Halbmond mehr als 500'000 Familien Nahrungsmittel- und sonstige Hilfe sowie Gesundheitsdienste für rund eine Million Menschen. Die Gesellschaft betreibt ihre humanitäre Arbeit in allen Provinzen des Landes.
 
Weitere Auskunft erteilen
Graziella Leite Piccolo, IKRK Kabul, Tel. +93 700 282 719
Carla Haddad Mardini, IKRK Genf, Tel.  +41 22 730 24 05 oder +41 79 217 32 26
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