23.05.2013 10:11

Syrien: Hilfe für traumatisierte Kinder

Psychosoziale Beratungsstellen und ein eigenes Kinderschutz-Zentrum helfen die seelischen Wunden des Krieges zu heilen. Gemeinsam mit dem UN-Flüchtlingshochkommissariat unterstützt das Rotkreuz-Netzwerk Flüchtlingsfamilien in Syrien.

Syrien: Hilfe für traumatisierte Kinder
Bild: IFRC/SARC

Die Bevölkerung in Syrien leidet nicht nur körperlich unter dem Konflikt. Der Krieg fügt Frauen, Männern und Kindern auch seelische Wunden zu, die Aufmerksamkeit und Behandlung erfordern. Die Geschichte der 37-jährigen Sumaia ist ein trauriges Beispiel dafür.

 

Die junge Mutter ist mit ihren fünf Kindern aus Damaskus geflohen, weil sie sexueller Gewalt ausgesetzt war. Ihre 14-jährige Tochter Ahlam leidet seither unter schweren Depressionen und Selbstmordgedanken. Einfühlsame und professionelle Hilfe bekommt Ahlam nun seit ein paar Wochen von den Expertinnen im Zentrum für psychosoziale Unterstützung, das der Syrisch Arabische Rote Halbomond eingerichtet hat. Ihre Mutter Sumaia wird im Zentrum für die Opfer von sexueller Gewalt des UN-Flüchtlingswerks (UNHCR) betreut.  

 

"Viele Menschen haben fürchterliche und katastrophale Probleme, sind ohne Unterkunft und Einkommen und wissen nicht, wie sie ohne Hilfe ihre Kinder ernähren können", sagt Sumaia. Ihre Geschichte ist kein Einzelfall - ähnliche Vorfälle ereignen sich im ganzen Land.

 

Um den leidenden Menschen zusätzlich zur Verteilung von Hilfsgütern auch psychosoziale Unterstützung zu geben, bieten das Rotkreuz-Netzwerk und UNHCR betroffenen Familien in Syrien in einem gemeinsamen "Flüchtlings-Projekt" eine Bandbreite an Programmen an.

 

Eine eigene Abteilung für Kinderschutz kümmert sich um Kinder, die von ihren Familien getrennt wurden oder unbegleitet auf der Flucht sind. Die Rotkreuz-Mitarbeiter schützen die Kinder vor Missbrauch und geben psychosoziale Untersützung. Malen, Basteln, Spielen oder Reden gehören zu den Aktivitäten, die traumatisierten Kindern wieder ein Stück Normalität zurück geben sollen.

 

"In unserer Arbeit mit den Kindern haben wir in kurzer Zeit schon viel erreicht. Wir haben das Vertrauen der Kinder gewonnen, das ist sehr wichtig", sagt Programm-Direktor Kamal Kneider vom Syrisch Arabischen Roten Halbmond. "Unser Ziel ist es, alle Bedürfnisse der Kinder zu erfüllen, die durch die momentanen Umstände sehr leiden."

 

Ein weiteres Hilfsprogramm rüstet die Flüchtlinge bereits für die Zukunft. Seit Jahresbeginn hilft ein Trainingsprogramm Flüchtlingen dabei, ihre Qualifikationen zu verbessern und kleine Einkommensprojekte zu starten, damit sie ihren Lebensunterhalt verdienen können.

 

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