26.06.2018 17:28

GENERALVERSAMMLUNG – 26. JUNI 2018

GENERALVERSAMMLUNG – 26. JUNI 2018

 

Rotes Kreuz Vorarlberg: Tätigkeitsbericht 2017


Bei der heurigen Generalversammlung im Landesverband Feldkirch gab es einen umfassenden Einblick über die vielfältigen Tätigkeiten des Roten Kreuzes. Außerdem wurden die Neuwahlen des Rot-Kreuz-Präsidiums durchgeführt. Dr. Ludwig Summer wurde erneut einstimmig in seinem Amt bestätigt und wird mit seinem Team die Agenden in Vorarlberg vertreten. Unter den Ehrengästen befanden sich Landesrat Christian Gantner, Dr. Gernot Längle vom Amt der Vorarlberger Landesregierung, Ehrenmitglied Obermedizinalrat Dr. Franz-Josef Ganthaler und die Spitzenvertreter der befreundeten Blaulichtorganisationen.    

 

 

Die neuen bzw. bestehenden Vizepräsidenten:
Landtagpräsident Mag. Harald Sonderegger
Alt-Bgm. Helmut Zimmermann
Mag. Michael Goldner
Dr. Gabriele Hartmann
Bgm. Florian Kasseroler folgt Alt-Bgm. Hans-Dieter Grabher

 


Die letzten fünf Jahre in Kürze

Im Sommer 2013 wurde der Behindertenfahrtendienst auf neue organisatorische Füße gestellt. Freiwillige Mitarbeiter, die ausschließlich für diese Fahrten zur Verfügung stehen, wurden akquiriert. So konnte diese wichtige Dienstleistung bestehen bleiben. Das Jahr 2014 stand unter dem Thema Überbelastung im Rettungsdienst. Themen wie Mitarbeiter, Strukturen und Kosten wurden aufgearbeitet und führten zu kurzfristigen Entlastungen. In den Folgejahren kam es zu weiteren Steigerungen in den Einsatzzahlen. Mittlerweile steht der Rettungsdienst erneut vor dem Kollaps. Besonders erfreulich war zu Beginn des Jahres 2015 der Neubau des neuen Rettungsstützpunktes an der Reichsstrasse in Feldkirch. Das in Österreich einzigartige Experiment mit einer Dienststellte für das Rote Kreuz und dem Arbeiter Samariter Bund bewährt sich bestens. Nach dem Durchgangslager im Sommer 2015 in der Messehalle Dornbirn für den Flüchtlingsstrom wurde das Flüchtlingscamp unter der umsichtigen Leitung von Petra Gebhard in Hard in Betrieb genommen. Bis heute werden Asylsuchende untergebracht und betreut. Unter dem Arbeitstitel TEWEB wurde im Jahr 2016 die Gesundheitslinie 1450 aufgebaut. Die Anlaufstelle für alle Bürger für sämtliche medizinische Fragen ist äußerst erfolgreich und wird ab 2019 vom Projekt- in den Regelbetrieb übergehen sowie in weitern sechs Bundesländern implementiert werden.   

 

 

Die Belastung der Freiwilligkeit


Im heurigen Jahr verzeichnet der Rettungsdienst ein Plus von mehr als vier Prozent bei den Einsätzen und mehr als fünf Prozent bei der Kilometerleistung. Dabei ist nicht der Mehraufwand von 4.300 Einsätzen oder die zusätzliche Fahrleistung von rund 150.000 km das Problem. „Das Problem ist der Verlust der notwendigen Ruhezeiten, der diese Entwicklung mit sich bringt. Der freiwillige Mitarbeiter geht am Tag seinem Beruf nach und tritt am Abend seinen unbezahlten Nachtdienst an. Am nächsten Vormittag findet er sich wieder bei seinem Arbeitgeber ein. Bis er zu seiner Ruhezeit kommt, muss er drei Arbeitsschichten durchstehen, fehlerfrei arbeiten und kundenfreundlich sein “, erläutert Dr. Ludwig Summer in seinen Ausführungen. Ruhezeiten im Nachtdienst waren in der Vergangenheit möglich. Durch die seit Jahren kontinuierliche Steigerung sind Erholungsphasen kaum noch vorhanden. Und genau deshalb wollen und können freiwillige Mitarbeiter während der Woche keinen Nachtdienst mehr machen. 70 Freiwillige werden jede Nacht in Vorarlberg benötigt. Im Bereich der Dienstleistung sind es rund 380.000 unbezahlte Stunden pro Jahr. Und dies vorwiegend nur in den teuren Nacht- Sonn- und Feiertagsstunden! Diese Entwicklung bedeutet in naher Zukunft ein deutliches Mehr an Berufspersonal und eine deutliche Kostensteigerung. Eine sinnvolle Investition, die langfristig den Erhalt der freiwilligen Stundenleistung, circa 85 bis 90 Prozent, erhalten lässt.

 


Der Schwund der Zivildiener


Ein weiteres schwieriges Thema ist der kontinuierliche Rückgang der Zivildiener. Speziell im Frühjahr verschärft sich die Situation. Da im ersten Halbjahr keine Schule endet, werden diese Einrückungstermine viel seltener genutzt. In der Folge hat das Rote Kreuz dann in den Monaten Juli bis Oktober deutlich zu wenig ausgebildete Zivildiener zur Verfügung. Deshalb müssen Aushilfen angestellt werden, welche bis zu drei Monate gegen Bezahlung mitarbeiten. Diese Ausgaben müssen durch Spenden finanziert werden. 

 

 

Blick in die Zukunft


Die Entlastung der Freiwilligkeit im Rettungsdienst durch zusätzliche Ressourcen im Nachtdienst ist das wohl wichtigste Ziel der nächsten Jahre. Ein besonderes Augenmerk gilt dem neuen Projekt N-RTW: Dabei wird eine deutlich höhere Kompetenz in der Patientenversorgung durch fachlich hoch qualifizierte Notfallsanitäter gewährleistet. Bestimmte notärztliche Maßnahmen können in Zukunft durch speziell geschultes Rettungsdienstpersonal übernommen werden. Dies führt zu einer Entlastung im Bereich der Notarzteinsätze und garantiert, dass Notärzte für die indizierten Notarzteinsätze zur Verfügung stehen.  

 

 

Dank


„Ich bin stolz auf das Berichtsjahr 2017, weil jeder unserer rund 2.000 Mitarbeiter einen unglaublichen Beitrag zum Gesamtergebnis geliefert hat. Besonders freut es mich, dass es die Rotkreuz-Kommandanten im Land trotz aller Schwierigkeiten in der Dienstbesetzung geschafft haben, den Anteil an freiwilliger Leistung hoch zu halten“, so Präsident Dr. Ludwig Summer. Rund 110.000 Personen waren auf unsere Hilfestellung angewiesen, davon 80.000 Krankentransporte, 10.000 aus dem Bereich Notarztdienst und 20.000 aus dem Bereich Notfallrettung. Dabei wurden rund 500.000 Leistungsstunden von den Ehrenamtlichen unentgeltlich erbracht: vor allem nachts, an Wochenenden und an Feiertagen.
Verabschiedungen
Die Generalversammlung wurde auch als feierlicher Rahmen für Verabschiedungen von langjährigen beruflichen Mitarbeitern genutzt. In die Pension verabschiedet wurde Reinhard Decker vom Landesverband Vorarlberg, Reinhard Biberle von der Rotkreuz-Abteilung Bludenz, Gerhard Boss von der Rotkreuz-Abteilung Bregenz, Alt Kommandant Philipp Schertler und Robert Schuster von der Rotkreuz-Abteilung Lustenau, Alt Ortsstellenleiterin Elfriede Schedler und Hugo Fässler von der Rufhilfe im Landesverband.

 

 

Foto:

v.l.n.r.: Alt-Bgm. Hans-Dieter Grabher, Mag. Michael Goldner, Dr. Gabriele Hartmann, RK-Präsident Dr. Ludwig Summer, Landtagspräsident Mag. Harald Sonderegger, Bgm. Florian Kasseroler

 

 Jahresbericht aus dem Jahr 2017

 

 

 

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