11.10.2018 08:26

Ehrende Abschiedsworte für Mag. Manfred Hagen

Mit einem weinenden Auge verabschiedeten wir uns am 10.10.2018 im Rahmen der ersten Jugendrotkreuz-Jahrestagung (ehemalig JRK-Bundeskonferenz) von einem Jugendrotkreuz-„Urgestein“.

Ehrende Abschiedsworte für Mag. Manfred Hagen

Mag. Manfred Hagen, seit 40 Jahren Schulreferent,  Landesreferent für BMHS und dazwischen auch Bundesreferent für die BMHS, wird den wohlverdienten Referenten-Ruhestand antreten. Wir danken ihm von ganzem Herzen für seinen Einsatz.

 

Meilensteine seines Referentenlebens:


Als Schulreferent führte er Jahrzehnte in stiller Selbstverständlichkeit alle Standartaktionen (Kartenverkäufe, Spendensammlungen, Kurse usw. durch) an der HAK/HASCH Lustenau durch. Diese, oft als selbstverständlich hingenommenen Tätigkeiten, erfordern kontinuierliche Kraftanstrengung, hartnäckiges Durchhaltevermögen und motivierendes Geschick. 

 

In seiner Rolle als Landesreferent engagierte sich Manfred in den 1980er Jahren ganz besonders für die Förderung ökologischer Wertehaltungen bei Schülern und Lehrern. Die Einführung und auch praktische Durchführung der Mülltrennung an den Schulen in Vorarlberg ist überwiegend auf sein Engagement zurückzuführen. Die großen Umweltthemen wie Waldsterben, saurer Regen, Ozonloch, Radioaktivität aus Tschernobyl bewegten die Menschen in dieser Dekade und fanden Niederschlag in den JRK-Programmen und Projekten.

 

Mit Beginn der 1990er Jahre stand das Jugendrotkreuz vor einer Reihe neuer  Herausforderungen. Das Ende des West-Ost-Konflikts erforderte das volle Engagement des Jugendrotkreuzes. Zur Linderung des Elends der gequälten Menschen koordinierte Manfred große Geld- und Sachspendenaktionen für die ehemalige Volksrepublik Jugoslawien. Aber nicht nur die Spenden waren wichtig. Besonders die Themen Solidarität und Völkerverständigung waren pädagogisch enorm wichtig.

 

Sein Engagement galt auch der Rumänienhilfe speziell in der Region Hermannstadt (rum. Sibiu) und Klausenburg (rum. Cluj) in dem das Österreichische Jugendrotkreuz tätig war. Nicht nur die Ferienaktionen für rumänische Kinder in Vorarlberg erforderten überdurchschnittlichen Einsatz. Viele Schulaktionen wurden im Ländle für Rumänien ins Leben gerufen und mussten koordiniert werden und konzertiert ablaufen - zum Teil mit Hilfstransporten direkt vor Ort.  Manfred war stets mit Hand und Herz dabei. 

 

Mit dem Team engagierter Pädagogen führte er die jährlichen JRK-Referententagungen und Landesschulsprechertagung durch, die er größtenteils auch selbst moderierte. Zu diesen Tagungen lud er, dank seiner vielen guten Kontakte, immer auch national und international bekannte Referenten ein, zu brennenden gesellschaftlichen, humanitären und pädagogischen Themen Stellung zu beziehen z.B. Prim. Dr. Reinhard Haller, Gewaltforscher Dr. Alan Guggenbühl, Pastoraltheologe Paul Zulehner.

 

Aber auch wichtige Personen aus der Internationalen Rotkreuzbewegung waren regelmäßig eingeladen. So sprachen Thomas Rudin und Jürgen Weyand vom IKRK (Internationales Komitee vom Roten Kreuz) zu Themen wie „Die Rolle des Roten Kreuzes im Golfkrieg“ oder „Flüchtlingsprobleme weltweit“. Wer hätte damals je gedacht, wie hautnah das Thema „Flucht“ uns heute in Österreich und Europa betrifft und berührt. 

 

Wir danken Manfred für die vielen Jahre des leidenschaftlich vorgelebten JRK-Gedankens,  geprägt vom Menschenbild des Humanismus. Aber auch für die Förderung der Selbst- und Sozialkompetenzen junger Menschen mit dem Ziel die Toleranz, die Hilfsbereitschaft und die Offenheit des Zusammenlebens in unserer Gesellschaft nachhaltig zu fördern.  

 

Wir wünschen Manfred für den weiteren Lebensweg alles erdenklich Gute und verliehen ihm für die außerordentlichen Verdienste um das Österreichische Jugendrotkreuz die Henry-Dunant 5-fach Gedenkmünze in Gold.

 

 

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