05.12.2018 07:30

Ein großer Dank gebührt allen ehrenamtlichen Rotkreuz-Helfern im Land

Der 5. Dezember ist auch als Internationaler Tag der Freiwilligen bekannt. Beim Roten Kreuz engagieren sich derzeit rund 1.500 Vorarlberger ehrenamtlich. Zwei davon sind Verena Heidenhofer (24) und Adrian Jäger (24) von der Rotkreuz-Abteilung Dornbirn, die sich durch ihr größtes Hobby kennen und lieben gelernt haben. Beide sind sehr engagierte Mitarbeiter des Roten Kreuzes. Wir haben die beiden zum Interview getroffen.

Ein großer Dank gebührt allen ehrenamtlichen Rotkreuz-Helfern im Land
Rotkreuz-Familie: Verena und Adrian mit Lorena (Fotocredit: Ellensohn Fotografie)

Wie seid ihr zum Roten Kreuz gekommen und warum habt ihr euch dafür entschieden, als Ehrenamtliche tätig zu sein?

Adrian: Ich bin über den Zivildienst zum Roten Kreuz gekommen. Danach ist für mich die Arbeit als Rettungssanitäter zu meinem Hobby geworden.

Verena: Ich wollte schon immer anderen Menschen helfen und nach einem Schnupperdienst habe ich mich entschlossen, die Ausbildung zur Rettungssanitäterin zu machen.

 

Ihr habt euch also beim Roten Kreuz kennengelernt. Könnt ihr uns ein wenig an eurer gemeinsamen Geschichte teilhaben lassen?

Verena: Durch meine Schwester kam ich zur Rotkreuz-Abteilung Dornbirn. Adrian fiel mir gleich auf einem Foto an der Wand auf. Im Instagram likte ich eines seiner Bilder. Schon kurz danach kam eine süße Nachricht von ihm. Wir lernten uns kennen und ich merkte sofort, dass er mein Mr. Right ist. Inzwischen haben wir unseren fünf Monate alten Sonnenschein Lorena. Aus unserem Hobby wurde Liebe und daraus entstand Leben. Was gibt es Schöneres.

 

In welchem Bereich beim Roten Kreuz Vorarlberg seid ihr tätig?

Welche Ausbildung habt ihr absolviert?

Adrian: Wir beide sind ehrenamtliche Rettungssanitäter. Ich bin in der Rotkreuz-Abteilung Dornbirn tätig. Verena arbeitet primär bei der Rotkreuz-Abteilung für Katastrophenhilfe in Rankweil und sekundär auch in Dornbirn. Zu meiner Ausbildung als Rettungssanitäter habe ich zusätzlich die Ausbildung zum sicheren Einsatzfahrer gemacht und fahre ehrenamtlich Notfalleinsätze.

 

Auf wie viele ehrenamtliche Stunden kommt ihr pro Monat?

Adrian und Verena: Wir beide leisten ungefähr 30 - 40 Stunden pro Monat kostenlos im Rettungs- und Ambulanzdienst, je nach Bedarf auch mehr. 

 

Was motiviert euch zu helfen?

Adrian und Verena: Wir arbeiten gemeinsam mit anderen Menschen für andere Menschen. Es ist ein sinnvolles Hobby. Die Wertschätzung der Patienten ist sehr hoch.

 

Welches Thema liegt euch beim Roten Kreuz besonders am Herzen?

Adrian und Verena: Hilfe leisten zu können sowie Freude und Dankbarkeit in den Augen der Patienten zu sehen.

 

Wie vermittelt ihr diese Werte eurer Lorena?

Verena: Lorena ist erst fünf Monate alt und versteht noch nichts vom Rettungsdienst. Wir möchten ihr zukünftig eine weltoffene Ansicht beibringen: Ihr lehren, dass es keinen Unterschied zwischen Menschen gibt, und dass ein Zusammenhalt wichtig ist, egal, woher man kommt. Vielleicht wird sie ja irgendwann auch Sanitäterin.

 

Was war euer schönster Rotkreuz-Moment?

Adrian: Mein Rotkreuz-Moment geschah während meines Zivildiensts: Wir hatten gerade eine Notfallverlegung von Hohenems nach Feldkirch. Die Patientin erwartete eine komplizierte OP an der Wirbelsäule. Dadurch, dass die Diagnose sehr rasch gestellt wurde, wollte sie ihre Kinder darüber informieren. Doch leider war niemand erreichbar. Somit wusste ich, ich könnte eine der letzten Personen sein, die mit ihr sprach. Deshalb hörte ich ihr aufmerksam zu. Sie erzählte mir, während sie weinte, eine Kurzfassung ihres Lebens. Wichtig war für mich, der Patientin in dieser schweren Zeit Kraft zu schenken. Wir redeten sehr viel. Als wir sie im Landeskrankenhaus Feldkirch dem Krankenhauspersonal übergaben, fragte sie mich, ob ich sie nach der OP besuchen könnte, wenn diese gut verläuft. Ungefähr drei Wochen später besuchte ich sie. Die Freude in ihren Augen, mich wiederzusehen, werde ich nie vergessen. 

Verena: Mein Rotkreuz-Moment geschah während der Ausbildung: Wir hatten den ersten Einsatz früh morgens in einer Bäckerei mit dem Stichwort "laufende Reanimation - Notarzt vor Ort". Die dramatische Reanimation nahm glücklicherweise einen positiven Verlauf und sobald der Patient stabil war, konnten wir ihn ins Krankenhaus bringen. Ich bin froh, solch eine Erfahrung gemacht haben zu dürfen, denn es hat mir gezeigt, dass es sich immer lohnt, zu kämpfen. Es ist wichtig und wundervoll, anderen Menschen zu helfen und an Wunder zu glauben. Das ist der Grund, warum ich es liebe, Rettungssanitäterin zu sein. Ich werde diesen Einsatz nie vergessen.

 

Vielen Dank für euer tolles, ehrenamtliches Engagement und weiterhin alles Gute für euren gemeinsamen Lebensweg – beim Roten Kreuz, sowie privat!

 

 

 

socialshareprivacy info icon