11.05.2020 12:50

INTERVIEW - DIE INLANDSARBEIT DES ÖRK STABS IN DER CORONA-KRISE

MIT MARKUS GLANZER, STV. BUNDESRETTUNGSKOMMANDANT IM ÖRK

INTERVIEW - DIE INLANDSARBEIT DES ÖRK STABS IN DER CORONA-KRISE

Redaktion: Der ÖRK-Stab wurde angesichts der Gefahr durch COVID-19 hochgefahren – was war die Intention? Wozu ist der Stab gut und was macht er?

 

Markus: Im Roten Kreuz gibt es im Grunde mehr Stäbe – nämlich in jedem Bundesland einen, und im ÖRK Generalsekretariat den ÖRK-Bundesstab, der wurde Anfang März hochgefahren. Warum? Immer, wenn im österreichischen System des Katastrophenschutzes eine Katastrophe passiert oder eine Krise, deren Ausmaß nicht abschätzbar ist – dann versetzt man das österreichische System in den Stabsbetrieb. Das Staatliche Krisen- und Katastrophenmanagement in Österreich, das SKKM, hat sich darauf geeinigt, dass wir in Österreich zur Krisen- und Katastrophenbewältigung das Stabs-Führungsverfahren anwenden. Aus diesem Grund ist – noch bevor wir den ÖRK-Bundesstab hochgefahren haben – im staatlichen Krisen- und Katastrophenmanagement der SKKM-Koordinierungsstab eingerichtet worden. Mehr oder weniger zeitgleich dazu haben wir dann den obersten Koordinierungsstab im Österreichischen Roten Kreuz – den ÖRK-Bundesstab – hochgefahren. Das bedarf auch einer formellen Inkraftsetzung durch den ÖRK Präsidenten oder den ÖRK Bundesrettungskommandanten. Grundsätzlich ist der Bundesstab einberufen worden zur Bewältigung des Corona-Einsatzes, zur Hilfe für die betroffenen Menschen in Österreich. Sonst, z. B. bei einem Hochwasser, ist die Aufgabe des Bundesstabes die Koordinierung des Rot-Kreuz-Einsatzes. Im Zusammenhang mit COVID-19 haben wir jedoch gesehen, das wird eine sehr komplexe Krise, da waren viele Unbekannte zu diesem Zeitpunkt (Anfang März). Daher ist der ÖRK-Bundesstab in diesem konkreten Fall gleich mit zwei Aufgaben eingerichtet worden. Denn zeitgleich mit dem ÖRK Bundesstab ist im Gesundheitsministerium der Krisenstab des Gesundheitsministers hochgefahren worden. Das war für das Gesundheitsministerium erstmalig, so einen Krisenstab in diesem Umfang hochzufahren, und es hat dort auch das geeignete System gefehlt. Das war unsere zweite Aufgabe: das Gesundheitsministerium beim Aufstellen und Einrichten ihres Krisenstabes, der Abläufe bzw. bei der Durchführung der Arbeit des Krisenstabes zu unterstützen aufgrund unserer Erfahrung beim Vorgehen in Katastrophen.

 

Redaktion: Das zweite wichtige Ministerium, das hier eine Rolle spielt, ist das Innenministerium. Soweit ich verstanden habe, gibt es ja dort auch einen Stab, einen Ministeriumsstab, hat unser Stab da ebenfalls eine Funktion oder ist der ÖRK-Stab eher mehr mit dem Gesundheitsministerium in Zusammenarbeit?

 

Markus: Personell mehr mit dem Gesundheitsministerium, weil ja unser Bundesstab physisch im Amtsgebäude des Gesundheitsministeriums etabliert ist, aber wir haben auch einen ständigen Verbindungsoffizier in dem Stab im Innenministerium. Das ist der zuerst angesprochene SKKM-Koordinierungsstab, der vom Innenministerium einberufen worden ist, weil in Zeiten außerhalb von Krisen und Katastrophen die Geschäftsführung des SKKM beim Innenministerium liegt.

 

Redaktion: Und was sind Deine Aufgaben im Stab als Stv. Bundesrettungskommandant und die besonders interessanten Aspekte daran?

 

Markus: Meine Rolle ist zunächst die des Leiters der Stabsarbeit, also „Chef des Stabes“ heißt das im Fachjargon, der wiederum mehr oder weniger die Führungsgrundgebiete (die „S-Funktionen“) koordiniert. Das Große ist wirklich einfach, diesen Überblick zu haben, das Bild zu behalten, auch die Draufsicht auf die einzelnen Führungsgrundgebiete (die „S-Funktionen“), auf den gesamten Stab aber auch auf die Lage und vor allem hinsichtlich wie könnte sich die Lage entwickeln – wo sehen wir uns in einer Woche, einem Monat usw., weil Corona oder das Ende dieser Krise nicht absehbar ist. Das ist so die Kerntätigkeit vom Leiter der Stabsarbeit. Dazu gehören viele Details wie eingehende Anfragen bzw. Aufgaben den richtigen Führungsgrundgebieten zuteilen, schauen, dass der Stabsablauf läuft, Besprechungen planen, schauen, dass der Dienstplan besetzt ist und, und, und – es sind auch viele, kleine Aufgaben.

 

Redaktion: Wie kann man sich einen Tagesablauf in der Stabsarbeit vorstellen?

 

Markus: Im Gegensatz zu anderen Katastrophen und Krisen haben wir diesmal keine 24-Stunden-Besetzung. 2015, bei „Menschen auf der Flucht“, hatten wir zu Beginn ja 24 Stunden durchgehenden Stabsbetrieb. Das ist aufgrund einer nicht so dynamischen Lage bei Corona einfach nicht notwendig. Zu Beginn war der Stab eben von Montag bis Sonntag tagsüber besetzt. Wie sieht so ein typischer Tag aus? Also, die Führungsgrundgebiete schauen morgens, dass sie die über Nacht eingelangten Informationen aufarbeiten. Dann gibt es, ca. eine Stunde nach Arbeitsbeginn, eine erste Lagebesprechung mit allen Führungsgrundgebieten für ein gemeinsames Update, und der Leiter der Stabsarbeit vergibt Aufträge für den Tag: wer besucht welches Meeting, welche Telefonkonferenzen gibt es, an welchen Themen arbeiten wir gerade, welche Schriftsätze müssen erstellt werden, was muss an wen versendet werden usw.. Man arbeitet dann auch so die To-Do-Listen ab. Ja, dann geht’s eben damit weiter, dass die Führungsgrundgebiete die zugeordneten Aufgaben über den Tag zu bearbeiten, und man stimmt sich natürlich immer wieder ab. Um 16 Uhr haben wir typischerweise die Telefonkonferenz mit den Bundesländern, mit unseren Landesverbänden, mit den Landesstäben und Landesgeschäftsführern gehabt, wo wir uns in der größeren Runde zu aktuellen Aufgaben ausgetauscht haben. Wann immer es notwendig war und Spezialaufgaben gekommen sind, so wie zum Beispiel die Planung der ersten Prävalenzstudien, haben wir zusätzlich geschaut, dass wir eine Planungszelle oder Projektteam dahinter aufsetzen, die sich speziell um dieses Thema kümmern. Nach Telefonkonferenz gibt es dann die abschließende Tageslagebesprechung – als Update, was getan wurde bzw. neu dazu gekommen ist. Dann wird das Telefon umgeschaltet auf den dienstführenden Chef des Stabes, der dann auch mehr oder weniger über Nacht die Telefonbereitschaft übernimmt. Das war so – wenn man so will – im Zeitraffer ein Tag im Stab in den ersten Wochen. Seit Ende April sind wir in einen reduzierten Stabsbetrieb übergegangen – ich bin jetzt Montag bis Freitag anwesend zu Dienstzeiten. Das Inhaltliche und der Ablauf sind im Wesentlichen gleichgeblieben, nur dass wir eben jetzt nur mehr Montag bis Freitag physisch anwesend sind – Samstag und Sonntag läuft auf telefonische Bereitschaft und auf Anwesenheit im Anlassfall. Es kommen jetzt auch mehr projektartige Aufgaben auf uns zu z. B. die zweite Prävalenzstudie mit der Statistik Austria.

 

Redaktion: Mir ist jetzt – während du geredet hast – noch eine Frage eingefallen, bezüglich der letzte große Stabseinsatz, das war ja 2015.

 

Markus: 2015/2016 – genau, ja.

 

Redaktion: Wo würdest du sagen, liegen – verglichen mit diesem letzten großen Einsatz des Stabes – die großen Unterschiede? Früher hat man ja auch mit den Behörden zusammengearbeitet. Ist das diesmal wesentlich anders als bei früheren Einsätzen?

 

Markus: Ja, also das ist ein ganz großer Unterschied, nämlich einfach aufgrund der Situation und der Zuständigkeiten. 2015/2016 hat es sehr viele Kompetenzkonflikte gegeben, weil irgendwie keiner wirklich zuständig war. Dennoch hat es eine Zusammenarbeit gegeben, aber die war eben sehr fokussiert auf das staatliche Krisen- und Katastrophenmanagement, denn dort haben wir die größte Zuständigkeit geortet. Und auch viel mit den Landesverbänden und den Bundesländern. Und die Lage als solches war 2015/2016 viel dynamischer: wir haben in Traiskirchen das Feldspital aufgestellt, in der Nacht sind 3.000 Menschen in Nickelsdorf an der Grenze gestanden. Tage später haben wir Quartiere aufgesperrt, haben in ganz Österreich versucht, die Leute gut durchzubringen mit einer Nacht und sie nach dem Übernachten nach Deutschland weiterzuführen; dann hat sich das Ganze in die Steiermark verlagert etc. – also es war wesentlich dynamischer, und deswegen hatten wir im Stab 24-Stunden-Betrieb. Auch gab es nicht das Problem mit der physischen Zusammenarbeit. Was ja jetzt bei dieser Krise ein großes Problem ist, weil wir im Stab nicht physisch in einem Raum zu sitzen, sondern z. B. über Videokonferenzen arbeiten. Das ist im normalen Stabseinsatz in dem Ausmaß nicht der Fall.

 

Redaktion: Die Stabsmitarbeiter_innen waren also diesmal nicht in einem Raum, waren sie auch teilweise zuhause?

 

Markus: Genau, der Stab war zwar voll besetzt, aber wir haben natürlich auch geschaut, dass wir das Physical Distancing einhalten, und sind auch nicht mit dem Stab des Gesundheitsministeriums in einem Raum gewesen. Man muss viel mehr aufpassen, dass der Kommunikationsfluss aufrechterhalten wird; man merkt plötzlich: Hoppala, mit meinem S1, der zuständig für Personal ist, hatte ich jetzt 6 Stunden keinen Kontakt - das kann sonst nicht passieren, denn da ist man physisch gemeinsam anwesend, da hat sieht man die Person und kann fragen: gibt’s was Neues? Wir waren zwar auch nicht permanent zugeschalten, aber man muss z.B. mit Problemen rechnen: obwohl wir 3-4 Leitungen hatten … wenn viele Leute zuhause sind und das Internet nutzen, desto geringer wird auch für uns die Bandbreite. Und für Videokonferenzen braucht man eine hohe Bandbreite. Ein großer Unterschied zu früheren Einsätzen war, dass wir die gesamte Stabsinfrastruktur vom Stabsraum in Inzersdorf in das Gesundheitsministerium dislozieren mussten, und das auch noch unter dem Aspekt einer Pandemie, einer hochinfektiösen Krankheit, vor der wir uns natürlich auch selbst schützen müssen. Wir mussten Schutz aufbauen, Sicherheitsvorkehrungen treffen. Deswegen ist das mit bisherigen Stabseinsätzen – sei es „Menschen auf der Flucht“ 2015/2016 oder das Hochwasser 2013 – einfach nicht zu vergleichen. Und, weil Du die Ministeriumzusammenarbeit erwähnt hast: Unsere Zusammenarbeit im Stab während den Katastrophen war bis dato immer mit den zuständigen Ministerien für den Katastrophenschutz. Es ist auch erstmalig, dass dieses Mal wirklich in so einem großen Ausmaß ein anderes Ministerium hinzugekommen ist – das Gesundheitsministerium. Also, es sind wirklich einige Dinge, die für uns auch völlig neu waren und sind, und das hat es für uns, ich will jetzt nicht sagen anstrengender, aber aufwendiger gemacht, in so einem Setting zu arbeiten.

 

Redaktion: Habt Ihr diese Lessons Learned irgendwie in der Stabsarbeit integriert?

 

Markus: Ja, natürlich. Man hat in jedem Einsatz Lessons Learned, die man dann so gut wie möglich nächsten Einsatz verwendet. Im Endeffekt ist Stabsarbeit ein kontinuierliches Plan-Do-Check-Act, das PDCA aus dem Qualitätsmanagement, dieser Kreislauf. Die Verbesserungs-Loops laufen permanent und natürlich wird dann auch der ganze Einsatz evaluiert. Man versucht, so viel wie möglich gleich mitzuschreiben, gleich umzusetzen oder zu dokumentieren. Das Stabs-Portal, mit dem wir arbeiten, ist eigentlich ein Informationsmanagement-Portal, das on-demand immer weiterentwickelt wurde, jetzt mittlerweile zur gemeinsamen Verwendung mit den Landesverbänden.

 

Redaktion: Am Ende noch eine Frage zum Thema Kritik. Die enge Zusammenarbeit mit den Behörden war auch Anlass zur Kritik inklusive Corona-App und Kampagne. Was ist Deine Sichtweise? Und glaubst Du, dass das Rotkreuz-Gesetz den Kritiker_innen oder den Behörden breiter bekannt ist?

 

Markus: Ja, aus meiner Sicht gibt es da mehrere Perspektiven – also unsere eigene Perspektive auf das Ganze ist natürlich: Wir als Rotes Kreuz wissen sehr wohl über unsere Auxiliary Role Bescheid, und wir wissen, dass es da auch immer Spannungsverhältnisse zwischen der Auxiliary Role, die im Rot-Kreuz-Gesetz, einem Bundesgesetz, eigentlich sehr gut und recht stark definiert ist und den 7 Grundsätzen geben kann. Jetzt sieht man da allabendlich im Fernsehen oder auch täglich immer wieder Werbespots laufen von der Regierung und dem Roten Kreuz. Da könnte man uns wahrscheinlich unterstellen, dass es aktuell eine sehr hohe Präsenz des Roten Kreuzes gibt – ja, natürlich. Ich finde aber, das entspricht ganz genau dem, was im Bundesgesetz steht und dem, was unsere Auxiliary Role ist: Wir unterstützen die Regierung bei komplexen Krisen und Katastrophen – die Regierung unterstützt auf der anderen Seite aber auch uns. Und zu Deiner Frage, ob sich die Ministerien/die Regierung bewusst über die Rolle des Rot-Kreuz-Gesetzes und über die damit verbundenen Aufgaben, Pflichten? Ich glaube, ja, sehr wohl, ich sehe nicht, dass es da Unverständnis gibt. Das Gesundheitsministerium und das Innenministerium wissen über dieses Gesetz Bescheid, sie wissen über unsere Rolle Bescheid, und was wir in der Lage sind, zu leisten. Das haben wir, glaube ich, in der Vergangenheit mehrfach gezeigt, dass wir hier auch wirklich Großartiges leisten. Und das bringt mich jetzt dazu, dass sehr oft auch argumentiert wird: Ja, eigentlich seid Ihr da jetzt sehr parteinahe, da wird die Unparteilichkeit verletzt. Also, da sieht man ein gewisses Unverständnis oder Missverständnis der sieben Grundsätze. Denn es wäre eher eine Neutralitätsfrage – aber aus meiner Perspektive machen wir nichts Unrechtes. Wenn wir kraft eines Gesetzes und unserer Auxiliary Role (Auxiliary to the government, auxiliary to the public) erfüllen ist das aus meiner Sicht keine Verletzung der sieben Grundsätze. Wenn man sich intensiver damit befasst und wenn man auch die Erläuterung zu den sieben Grundsätzen liest, dann erkennt man relativ rasch, dass das, was wir machen ok ist. Jede Regierung auf der Welt, mit der man zusammenarbeitet – auch unsere Rotkreuz- und Rothalbmond Schwestergesellschaften haben die gleiche Rolle in ihren Ländern und arbeiten mit ihren Regierungen momentan eng zusammen – ist per se parteipolitisch. In jedem demokratischen System stellen sich Parteien einer Wahl, werden dann gewählt, und jede Rot-Kreuz-Gesellschaft, die mit einer Regierung arbeitet, ist natürlich auch mit Parteipolitik konfrontiert. Das lässt sich nicht verhindern. Ich glaube, solche Kritiken entstehen teils aus Unverständnis, teils such aus Neid, wenn man sich gewisse Angriffe anschaut. Und was ich gesehen habe, werden wir oft nicht dafür kritisiert, was wir machen, sondern dass wir etwas machen. Und was ist die Alternative dazu? Wir machen es nicht. Und dann ist die Frage: Wer macht es denn dann? Und dann schließt sich der Kreis wieder, weil, dass wir es machen, steht ganz klar im Rot-Kreuz-Gesetz. Wir sind eine große Organisation, werden aber sehr oft bei dem, was wir machen, auf den Rettungsdienst reduziert. Man übersieht oft, dass wir eine humanitäre Organisation sind, also viel mehr von dem, das wir jetzt momentan machen, ist nicht Rettungsdienst – sondern unsere humanitäre Aufgabe. Und da sind wir wahrscheinlich die einzige, flächendeckende Organisation in Österreich, die das in diesem Umfang leisten kann. Man muss das, glaube ich, gut und positiv erklären, und darauf achten, dass man sich nicht von der Kritik zu möglichen Konflikten bzw. Wortgefechten verleiten lässt.

 

Redaktion: Wie lange, denkst Du, wird der Stab, der mittlerweile ein Teil-Stab ist, wahrscheinlich arbeiten, oder werdet ihr das erst später entscheiden?

 

Markus: Momentan ist es nicht absehbar – das Ende der Krise ist nicht absehbar: Es gibt jetzt noch ein paar Dinge, die wissen wir nicht, nämlich: Wird es eine zweite Welle geben, wie das bei Pandemien sehr oft ist, wenn ja, wie ausgeprägt wird sie sein? Wir haben in Österreich wahrscheinlich eines der striktesten Maßnahmenpakete in Europa gehabt, dadurch sind wahrscheinlich unsere Zahlen so gut, und wir haben momentan einen sehr geringen Durchseuchungs-Prozentsatz. Das heißt auch, dass wir eine geringe Anzahl immuner Personen haben, sodass der natürliche Herdenschutz in Österreich nicht eintreten wird. Man muss davon ausgehen, dass Maßnahmen aufrechterhalten werden müssen, bis es irgendwo einen geeigneten Impfstoff gibt. Niemand sagt, dass weniger als ein Jahr dauern wird. Ich persönlich mag diesen Begriff „die neue Normalität“ nicht – denn aus meiner Sicht wird es zwar noch dauern, es wird anstrengend werden, man muss durchhalten – es ist ein Zeitraum, den wir so in Österreich noch nicht erlebt haben. Und danach wird es wieder Normalität geben, also sobald diese Impfung da ist, wird es wieder Normalität geben. Also so wie es auch nach Ebola war, das im Vergleich viel gefährlicher war, aber wesentlich früher wieder eingefangen werden konnte und dann hat die Normalität auch wiedereingesetzt. Und es wird auch nach Corona wieder eine Normalität geben. Ja, wir haben den Stab ein bisschen zurückgefahren? Der Voll-Stab ist immer die höchste Eskalationsstufe, und wenn wir jetzt ständig auf dieser höchsten Stufe blieben und dann kommt was dazu, dann haben wir nichts mehr zum Eskalieren. Deswegen ist es manchmal einfach besser, man zieht ein bisschen zurück, bildet wieder strategische Reserven. Solange unser Einsatz notwendig ist und so lange Bedarf besteht, werden wir den Stab jedenfalls aufrechterhalten.

 

Redaktion: Danke für das Gespräch! 

 

Das Interview führte Annette Schneider. 

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