Jubilare voller Erinnerungen

Am Freitag, den 25.5., gab es Grund zum Feiern: 32 MitarbeiterInnen aus dem Bereich Pflege und Betreuung begingen ihr Jubiläum beim Wiener Roten Kreuz. Wie auch schon die Jahre zuvor wurden jene KollegInnen zur gemeinsamen Feier in den Heurigen Renner am Nussdorfer Platzl eingeladen, die bereits seit zehn Jahren (13), 15 Jahren (9), 20 Jahren (4), 25 Jahren (4) oder seit 30 Jahren (2) beim Wiener Roten Kreuz sind. Erstmals wurden heuer auch 11 Kolleginnen eingeladen, die vor kurzem in den wohlverdienten Ruhestand gegangen sind.

 

Harald Pfertner nutzte diesen feierlichen Rahmen, um den MitarbeiterInnen im Namen des Wiener Roten Kreuzes und der Geschäftsleitung für ihren wunderbaren Einsatz zu danken und ihnen ihre wohlverdienten Dienstjahresabzeichen, beziehungsweise Verdienstmedaillen zu überreichen. Ein herzlicher Dank galt ebenso dem Heimhilfe-Betriebsrat, der alljährlich die Organisation der Feierlichkeit übernimmt. Wir fragten nach, welche Gedanken und Erinnerungen an einem solchen Tag hochkommen.

 

 

Silvia KADEN – ist seit 25 Jahren im Bereich Pflege und Betreuung

Bereits in jungen Jahren war mir klar, dass ich „Krankenschwester“ werden möchte. Damals war mir das Rote Kreuz am geläufigsten und hatte den besten Ruf. Ergo machte ich 1991 die Ausbildung zur Heimhelferin und arbeitete daraufhin 13 Jahre in diesem Bereich. In den letzten Jahren war ich zudem Teamleitungs-Vertretung. Da wuchs in mir der Wunsch, die Ausbildung zur Pflegehelferin (heute Pflegeassistentin) zu machen. Gesagt, getan – es folgten sechs Jahre als Pflegehelferin und sogar eine Ausbildung zur Diplomierten Krankenpflegerin.

Egal in welchem Stadium, auf welchem Ausbildungslevel – für mich galt stets: Wenn es mir mal keinen Spaß mehr machen sollte, zur Arbeit zu fahren, dann höre ich auf. In all den Jahren musste ich mich jedoch nie ernsthaft mit dieser Frage auseinandersetzen. Die Begegnung mit den KlientInnen macht noch immer viel Spaß, meist bekommt man mehr zurück, als man gibt. Auch meinen 30-jährigen Sohn habe ich mit meiner Begeisterung für die Arbeit angesteckt: Er hat zunächst eine HTL-Ausbildung gemacht und ist dann in den Sozialbereich gewechselt.

 

 

Hannelore BERNHARD, war 27 Jahre als Heimhelferin beim WRK; seit Juli 2017 ist sie in Pension.

Wie ich es sehe, dass ich in Pension bin? Ich finde, ich habe es verdient. In den letzten 27 Jahren habe ich mehrere hundert KlientInnen betreut, viele von ihnen auch sehr lange: Einen Mann habe ich 16 Jahre betreut und eine Dame 12 Jahre lang. Da wachsen einem diese Menschen ans Herz. Wenn ich heute mit der Bim durch die Stadt fahre, erinnere ich mich an so manche Adresse und an die Menschen, die mit diesen Adressen verbunden sind. Man fragt sich unweigerlich: Mah, ob die Frau XY noch den Rollstuhl braucht oder wie es wohl dem Herrn XY geht?

 

 

Gabriele GISSING, arbeitet seit 30 Jahren als Heimhelferin

Vor einigen Jahren habe ich mit einer Frau gearbeitet, die niemanden mehr hatte – keine Familie, die sie besuchte und auch keine Freunde. Da ich keine Wochenenddienste hatte, fragte sie mich immer bereits am Donnerstag, was sie am Wochenende denn ohne mich tun solle. Die ersten paar Monate musste ich am Wochenende immer an sie denken und habe mich gefragt, was sie wohl gerade macht. Irgendwann muss man aber lernen, sich abzugrenzen: Wenn ich da bin, gebe ich 100 Prozent, aber es muss auch gehen, wenn ich mal nicht da bin. Dennoch habe ich von ihr eine solche Dankbarkeit erfahren und merkte, wie sehr sie sich freute, wenn ich da war. Das sind die Momente, wegen denen ich noch keinen einzigen Tag bereut habe, dass ich diesen Job mache.

 

 

Andrea CZERNY, arbeitet seit 10 Jahren als Heimhelferin

In frühen Jahren habe ich eine Lehre zur Friseurin absolviert und später 20 Jahre bei Anker gearbeitet. Ich merkte, dass ich mehr wollte. Als ich 40 Jahre alt wurde, wusste ich, dass ich jetzt was machen muss, sonst wird das nie was und begann mit der Ausbildung zur Heimhilfe. Der Job erfüllt mich: Man geht aus der Arbeit raus und hat jemandem geholfen. Manchmal sind es die kleinen Momente: Ich hatte einen Klienten, der nur 38 Kilogramm wog und stark depressiv war. Wenn ich zu ihm ging, kaufte ich ihm ab und zu einen Burger oder brachte ihm zum Beispiel eine Pfingstrose mit. Dadurch konnte ich ihn wieder ein bisschen am Leben teilhaben lassen und im Gegenzug kam so viel zurück.

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