Im Winter ein Dach über dem Kopf

Die Schneemassen in den Bundesländern dominieren seit Wochen die Schlagzeilen. Wetterkapriolen prägen diesen Winter. Davon bleibt die Bundeshauptstadt verschont. Auch die klirrende Kälte blieb bis dato aus. Was des einen Freud, bleibt des anderen dennoch verschärftes Leid: Für die wohnungslosen Menschen in Wien sind bereits Temperarturen um die Null Grad eine tägliche Herausforderung und die Plätze in den Winternotquartieren sind begehrt.

v.l.n.r. Dr. Julia Krumphuber, Dr. Karl Jurik, Dr. Ursula Rieser, Dr. Peter Tschernigg
Thomas Ritzinger, Leiter des Winterpakets des WRK

38 BetreuerInnen machen einen tollen Job

Jeweils von Anfang November bis Ende April werden ergänzend zu den bestehenden Angeboten so genannte Winternotquartiere eingerichtet. Sie stellen ein Angebot im Rahmen der Wiener Wohnungslosenhilfe der Stadt Wien, gefördert durch den Fonds Soziales Wien,  dar. Die  Wiener Rote Kreuz betreibt  in diesem Winter zwei Unterkünfte: Eines im ehemaligen Sophienspital im Pavillon Karl-Ludwig in der Apollogasse; das zweite im Pavillon 17 im Otto Wagner Spital auf der Baumgartner Höhe. Das 38-köpfige BetreuerInnen-Team um Thomas Ritzinger macht in diesen Monaten einen tollen Job.

In der Apollogasse werden 120 Nächtigungsplätze, wovon 4 Plätze von Klienten mit Hunden genutzt werden können, angeboten. Die Plätze sind stets vergeben und das 22-köpfige BetreuerInneteam hat alle Hände voll zu tun. Auf  der Baumgartner Höhe sind es 100 Plätze, die angeboten werden können und  16- köpfiges multiprofessionelles Betreuungsteam  kümmert sich dort um die Klienten. Auch hier beträgt die Auslastung nahezu 100 Prozent. Bis Anfang Februar waren es 17.739 Nächtigungen. 713 Klienten wurden in den Abend- und Nachtstunden betreut. Vorrangiges Ziel der Winternotquartiere ist die Unterbringung von Männern in den Abend- und Nachtstunden. Weiters soll das Winterpaket, so werden die Winternotquartiere beim WRK auch genannt, dazu genutzt werden, die Klienten zu motivieren die entsprechenden Beratungs- und Aufenthaltsangebote tagsüber zu nutzen.

Ärztliche Beratung auch in diesem Winter

Was im vorigen Winter begann, findet in diesen Monaten seine Fortsetzung. Die Ärztliche Beratung in den Winternotquartieren wurde von den Klienten im vorigen Jahr stark angenommen. Die fachliche Leitung dieses tollen Projektes übernahm auch in diesem Jahr Dr. Karl Jurik. Mit zwei Kolleginnen und einem Kollegen steht er den Klienten einmal pro Woche mit ärztlichem Rat zur Seite. „Es gibt auch in einem so reichen Land wie Österreich viele Menschen, die keine E-Card haben. Das ist für mich als Arzt ein Auftrag“, beschreibt Dr. Jurik eine von vielen Antrieben, diese Unterstützung zu leisten. Seine ärztlichen KollegInnen bieten im regen Austausch mit den SozialbetreuerInnen der Wohnungslosenhilfe eine niederschwellige Betreuung mit Kontinuität durch eine Jahreszeit, die das Schicksal der Betroffenen potenziert. Bis Anfang Februar konnten 109 Patienten in 187 Konsultationen vom ÄrztInnen-Team beraten und behandelt werden.

socialshareprivacy info icon